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Außenpolitik

23.11.2017

Bericht: Bundesregierung bemüht sich um Rückkehr von IS-Kindern

Babys hinter Gittern - in irakischen Zellen dürfte es weniger komfortabel sein als in einem deutschen Gefängnis.
Bild: Karl-Josef Hildenbrand dpa/lby (Symbolbild)

Mindestens sechs deutsche Kleinkinder sind mit ihren Müttern in irakischer Haft. Die Mütter seien radikalisiert und müssten im Irak vor Gericht, doch für die Kinder gilt das nicht.

Die Bundesregierung will nach Medienangaben Kinder von deutschen Anhängern der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) nach Deutschland zurückholen. Nach Angaben von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR baten Diplomaten des Auswärtigen Amtes bei der irakischen Regierung um Ausreisegenehmigungen für die Kinder. Wie die SZ in ihrer Donnerstagsausgabe berichtet, befanden sich zuletzt mindestens sechs deutsche Kinder in sogenannten irakischen Verhörzentren.

Nach Angaben der Medien handelt es sich bei den meisten Kindern in irakischer Haft um Kleinkinder. Sie werden demnach mit ihren Müttern festgehalten, die nach dem Zurückdrängen des IS aufgegriffen wurden. Die Mütter müssen im Irak vermutlich vor Gericht. Die Bundesregierung hatte ursprünglich erwartet, dass die Mütter mit ihren Kindern zurück in ihre Heimatländer geschickt werden würden. Da dies bisher nicht geschehen sei und sich auch einige Inhaftierte selbst an das Auswärtige Amt gewandt hatten, sei nun das Gesuch an das irakische Außenministerium übergeben worden. Auch die Mütter gehen davon aus, dass die Kinder bei Verwandten in Deutschland besser aufgehoben wären, als unter irakischen Haftbedingungen. In Erbil sollen in einer Großraumzelle mehr als 60 Frauen und viele Kindern eingesperrt sein.

Die Kinder seien traumatisiert, aber nicht radikalisiert

Das Bundesamt für Verfassungsschutz geht davon aus, dass rund 950 Islamisten aus Deutschland in den Irak und nach Syrien ausgereist sind, um sich terroristischen Gruppierungen vor Ort anzuschließen. Rund ein Drittel soll sich wieder in Deutschland befinden, etwa 150 Extremisten gelten inzwischen als tot. Die Entscheidung, die Kinder zu den Verwandten zu bringen, wird grundsätzlich auch von den Vereinten Nationen begrüßt. Diese hatten gemahnt, dass die jeweilige Regierung sich für die Kinder einsetzten müsse.

Dennoch gibt es auch Sicherheitsbedenken: "Wir sehen die Gefahr, dass Kinder von Dschihadisten islamistisch sozialisiert und entsprechend indoktriniert aus den Kampfgebieten nach Deutschland zurückkehren. Damit könnte auch hier eine neue Dschihadisten-Generation herangezogen werden", sagte Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen erst vor wenigen Wochen. Dennoch gilt das Zurückholen von sehr kleinen Kindern als unbedenklich. Sie seien traumatisiert, aber nicht radikalisiert, schreibt die SZ und beruft sich auf die beteiligten Sicherheitsbehörden. AFP/AZ

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