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Bilanz
14.12.2007

Väter sprengen das Elterngeld-Budget

Steigende Geburtenzahlen, wachsender Kinderwunsch, mehr junge Väter in Elternzeit: Das vor knapp einem Jahr eingeführte Elterngeld zeigt nach Darstellung von Familienministerin Ursula von der Leyen erste Erfolge. Doch das berechnet Budget reicht bei weitem nicht aus.

Berlin (dpa) - Steigende Geburtenzahlen, wachsender Kinderwunsch, mehr junge Väter in Elternzeit und auch die Wirtschaft denkt um: Das vor knapp einem Jahr eingeführte Elterngeld zeigt nach Darstellung von Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) erste Erfolge.

"Das Elterngeld wird in der Bevölkerung immer beliebter." Bei ihrer Bilanz am Freitag erhielt von der Leyen auch Beifall von der Wissenschaft. Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung nannte die Einführung des Elterngeldes eine "erfolgreiche Neuregelung", die in weiten Teilen der Bevölkerung bekannt und akzeptiert sei.

Das Elterngeld hat seit Januar das bisherige Erziehungsgeld abgelöst. Berufstätige Mütter erhalten seither 67 Prozent des bisherigen Nettoeinkommens - maximal 1800 Euro -, wenn sie für ein Jahr ihr Kleinkind zu Hause betreuen. Ein zusätzlicher Bonus von zwei Monaten soll vor allem Väter locken, für die Kinderbetreuung auch eine Zeit lang im Beruf zu pausieren. Diese Chance nutzten mehr Väter als erwartet. Die für 2007 eingeplanten 1,6 Milliarden Euro reichen daher nicht aus und müssen um 130 Millionen Euro aufgestockt werden.

Seit Einführung des Elterngeldes ist laut von der Leyen der Wunsch nach Kindern in Deutschland gestiegen. "Es ist natürlich ein Silberstreif am Horizont, wenn zumindest die Einstellung gegenüber Kindern wieder positiver ist." Zuletzt rangierte Deutschland hier im europäischen Vergleich im untersten Bereich.

Die erstmals seit zehn Jahren wieder gestiegenen Geburtenzahlen nannte von der Leyen "erst ein ganz, ganz zartes Pflänzchen". Sie hoffe, "dass daraus ein stabiler Trend wird." Dies sei auch ein Vertrauensvorschuss junger Menschen in Politik und Gesellschaft. Wichtig sei daher, nun den angestrebten massiven Ausbau der Kinderbetreuung voranzutreiben.

Die Bereitschaft junger Väter, in Elternzeit zu gehen, sei merklich gestiegen. "Das Elterngeld hat vor allem eine Bresche für junge Väter geschlagen", sagte von der Leyen. Mehr als 40 Prozent der Väter nutzten die Elternzeit länger als zwei Monate. "Väter haben den Etat für 2007 gesprengt. Das ist das Beste, was diesem Land passieren kann." Für die Folgejahre ist laut von der Leyen mit vier Milliarden Euro im Etat vorgesorgt. Für die überwiegende Mehrheit der zumeist jungen Empfänger stelle das Elterngeld eine große Hilfe dar. "Das Elterngeld erreicht ganz klar die Mitte der Gesellschaft".

Zu Berichten aus einigen Bundesländern über eine schleppende Bearbeitung von Anträgen sagte von der Leyen, natürlich habe es am Anfang einen Antragsstau gegeben. Es gebe inzwischen aber "keine nennenswerten Verzögerungen". Die Bewilligung dauere heute im Schnitt vier bis sechs Wochen. Von den bis Ende September bearbeiteten 394 000 Anträgen seien 386 000 bewilligt. 73 Prozent der Empfänger seien verheiratet, etwa die Hälfte sei jünger als 30 Jahre.

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