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Bildung
24.10.2018

Frage der Herkunft

Der Schulerfolg von Kindern hängt stark vom Elternhaus ab, sagt eine Studie

Kinder aus sozial schwächeren Familien haben in Deutschland deutlich schlechtere Erfolgschancen in der Schule als Akademikerkinder. Aber die Schere zwischen den Bildungschancen der benachteiligten und der privilegierten Schüler wird kleiner, wie OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher bei der Präsentation einer neuen Studie sagte. Demnach erreichen die Kinder von Eltern mit hohen Abschlüssen deutlich häufiger selbst akademische Zeugnisse als Kinder von Eltern mit geringeren Abschlüssen.

Nur knapp 15 Prozent der Erwachsenen mit Eltern ohne Abitur erreichen in Deutschland ein abgeschlossenes Hochschulstudium. Im Durchschnitt der meisten OECD-Länder sind es immerhin 21 Prozent. In Neuseeland schließen rund 39 Prozent dieser Menschen ein Studium ab, in Tschechien dagegen nur 3,6 Prozent. Fast jeder Vierte schafft in Deutschland allerdings einen höheren Bildungsabschluss als die Eltern. Im OECD-Durchschnitt sind das mit 41 Prozent deutlich mehr, in Finnland 55 Prozent.

Schon in der Schule kommt es oft nicht zu einer Durchmischung von benachteiligten und weniger benachteiligten jungen Leuten. So zeigt der Bericht, dass 46 Prozent der Schüler mit sozialer und ökonomischer Benachteiligung Schulen besuchen, die viele benachteiligte Schüler versammeln. Und diese Durchmischung macht oft den Unterschied: Laut den Experten erreichen benachteiligte Schüler in nicht benachteiligten Schulen deutlich bessere Leistungen.

Ob beim Lesen, in Mathe oder den Naturwissenschaften – bei den Leistungen sieht man laut OECD in den vergangenen Jahren deutliche Verbesserungen in Deutschland, was die Abhängigkeit vom sozioökonomischen Status anbelangt. Zwar liegen Schüler aus sozial schwächeren Familien in den Naturwissenschaften im Schnitt so stark hinter den privilegierten Kindern, dass der Leistungsunterschied dem Lernstand von drei Schuljahren entspricht. Doch die Unterschiede verringern sich.

Schon in früheren OECD-Publikationen zeigten sich auch positive Trends. Seit gut zehn Jahren ist der Anteil der unter Dreijährigen, die einen Kindergarten besuchen, um 20 Prozentpunkte gestiegen. Der Großteil der jungen Erwachsenen hat Abitur oder einen Berufsabschluss.

Bildungsdirektor Schleicher sagt, frühkindliche Bildung müsste vor allem für Familien mit ausländischen Wurzeln und für Ärmere noch stärker ausgebaut werden. Auch könnten für benachteiligte Schüler und Schulen schlicht mehr Mittel fließen, meint er. Schüler mit sozialen Nachteilen sollten sich auch weniger in bestimmten Schulen konzentrieren. (dpa)

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