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11.12.2020

Bildungsminister stellen sich auf Schließung von Schulen ein

Stühle sind in einem Klassenzimmer einer Grundschule hochgestellt. Der Schulbetrieb steht während der Corona-Krise vor großen Herausforderungen.
Bild: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Steigende Coronazahlen bringen die Kultusministerkonferenz in Bedrängnis. Einschränkungen des Unterrichts im Klassenraum sollen möglichst kurz gehalten werden, fordern die Länderminister.

Die Bildungsminister der Länder stellen sich auf eine Schließung von Schulen ein, um die Ausbreitung der Corona-Pandemie abzubremsen.

Wenn die Ministerpräsidenten am Wochenende einen harten Lockdown beschließen sollten, seien die Bildungsminister "auch bereit, unseren Teil beizutragen", sagte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK) und rheinland-pfälzische Bildungsministerin, Stefanie Hubig ( SPD). Einschränkungen des Regelbetriebs an den Schulen sollten aber möglichst kurz gehalten werden, auch mit Blick auf die Abschlussklassen. Es gebe keine Beschlüsse, aber dies sei die einhellige Haltung der KMK, sagte der hessische Bildungsminister Alexander Lorz ( CDU).

Eine Verlängerung der kommenden Weihnachtsferien soll es nach den Worten Hubigs nicht geben. Möglich sei aber Anfang Januar eine unterrichtsfreie Zeit mit eingeschränktem Unterricht. "Wir wollen, dass die Schülerinnen und Schüler möglichst viel Präsenzunterricht haben, aber nicht in eine Situation geraten, dass im Januar die Infektionszahlen hochgehen", sagte die Mainzer Bildungsministerin. Besondere Aufmerksamkeit benötigten jüngere Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klassen. Es sei wichtig, "sie schnell wieder in den Regelbetrieb zu bekommen". Auch sei in den unteren Jahrgangsstufen im Fall von Schulschließungen wieder eine Notbetreuung erforderlich.

"Ob Deutschland einen Lockdown macht, das entscheiden die Ministerpräsidenten", sagte der Hamburger Schulsenator Ties Rabe (SPD). Wenn dann auch Schulen geschlossen werden müssten, sollten die Erfahrungen vom Frühjahr mitbedacht werden. "Jüngere können alleine gar nicht lernen, sie brauchen die Anleitung durch Erwachsene." Fernunterricht sei auch für Kinder und Jugendliche in beengten Wohnverhältnissen ihrer Familien problematisch. "Uns wundert, wie schnell das in Vergessenheit geraten ist", sagte Rabe zu Forderungen nach Schulschließungen und mehr Wechselunterricht von Lernen in der Klassengemeinschaft und zuhause.

Niemand solle glauben, dass eine Schließung von Schulen "die entscheidende Stellschraube" für die Eindämmung der Corona-Pandemie wäre, sagte der hessische Minister Lorz. Wenn es nicht auch weitere Einschränkungen wie im Einzelhandel gäbe, würden sich die jungen Menschen dann außerhalb der Schulen infizieren. Die bisherigen Erkenntnisse zeigten, "dass Schulen natürlich keine virusfreien Blasen sind, aber dass sie auch keine Brandbeschleuniger sind, keine Treiber der Pandemie".

Die Empfehlungen der Wissenschaftler seien im gesamten Verlauf der Pandemie ernst genommen worden, sagten alle drei Bildungspolitiker. "Aber die Virologen haben immer deutlich gemacht, dass es am Ende eine politische Abwägungsentscheidung geben muss", sagte Rabe. In der Diskussion über Schulschließungen sei er "betrübt, dass der Wert und die Bedeutung der Schule nicht immer die nötige Anerkennung gefunden haben".

© dpa-infocom, dpa:201211-99-655771/3 (dpa)

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