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Abtreibung und Holocaust

02.03.2009

Bistum wehrt sich gegen Kritik an Mixa

Bischof Walter Mixa hält nichts von den Plänen des Bundesinnenministers.

Das Bistum Augsburg weist die Kritik des Zentralrates der Jugend als "abwegig und völlig überzogen" zurück und spricht von einem Missverständnis.

Augsburg (iba/AZ) - Nach der Kritik an den Äußerungen Bischof Walter Mixas betonte der Pressesprecher des Bistums Augsburg, Christoph Goldt, am Montag, dass die gute und brüderliche Beziehung zwischen Juden und Katholiken demBischof ein Herzensanliegen sei. Alles andere sei eine übleVerleumdung. Zudem erinnerte er daran, dass Mixa als eine seiner ersten Amtshandlungen in Augsburg der jüdischen Kultusgemeinde einen Freundschaftsbesuch abgestattet habe.

Das Bistum Augsburg hat die Kritik des Zentralrates der Juden in Deutschland an Mixa durch Generalsekretär Stephan Kramer als "abwegig und völlig überzogen" zurückgewiesen.

Das Missverständnis eines angeblichen Vergleichs der Abtreibungspraxis in Deutschland mit dem Holocaust durch Mixa sei überhaupt nur entstanden, weil der Bischof zu Beginn eines Vortrags über "Ethik und Moral in der Politik" zunächst aus aktuellem Anlass in scharfer Form jegliche Leugnung des Holocausts zurückgewiesen und sich mit den Juden solidarisiert habe, sagte Goldt.

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Mixa habe den Mord an über sechs Millionen Juden als "entsetzliches und absolut singuläres Verbrechen" bezeichnet und betont, dass der Holocaust für alle Zeiten eine Mahnung sei, Leben und Menschenwürde jedes Einzelnen zu achten. Im weiteren Zusammenhang habe der Bischof dann darauf hingewiesen, dass es auch in der Gegenwart Verbrechen gegen das Leben in unvorstellbarem Ausmaß gebe und dabei die Zahl der neun Millionen Abtreibungen in den vergangenen 30 Jahren genannt.

Wer versuche, daraus eine antijüdische Haltung zu konstruieren oder gar die Kirche als mittelalterlich zu beschimpfen, diene nicht dem fruchtbaren und brüderlichen Gespräch zwischen Juden und Christen. Gleichzeitig müsse einem katholischen Bischof zugestanden werden, dass er das Unrecht der Abtreibung in aller Deutlichkeit anspreche.

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