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20.05.2016

Böhmermann bei Spotify: Kommt der Boom der Podcasts?

Olli Schulz (links) und Jan Böhmermann machen jetzt "Fest & Flauschig".
Bild: Henning Kaiser, dpa

Jan Böhmermann und Olli Schulz plaudern nicht mehr bei den Öffentlich-Rechtlichen, sondern bei Spotify - dem wachsenden Streamingdienst. Kommt nun der Durchbruch der Podcasts?

Der Schock bei Fans dürfte groß gewesen sein, als bekannt wurde, dass der wegen seiner Erdogan-Satire umstrittene Moderator Jan Böhmermann und der Musiker Olli Schulz ihre Radiosendung beenden. Unter dem Titel „Sanft & Sorgfältig“ plauderten die beiden mehr als drei Jahre sonntags zwei Stunden lang auf Radio Eins, ein Programm des öffentlich-rechtlichen Rundfunk Berlin-Brandenburg, über den Sinn und die Unsinnigkeiten des Lebens. Die Sendungen waren auch als Podcasts verfügbar. Dazu gleich mehr.

Seit dem vergangenen Sonntag sind Böhmermann und Schulz zurück – statt im Radio allerdings beim Streaming-Dienst Spotify im Internet. Aus „Sanft & Sorgfältig“ wurde der Podcast „Fest & Flauschig“ und in der Branche unter anderem diskutiert: „Kommt jetzt der große Podcast-Durchbruch?“

Podcasts: Der erste Hype flachte schnell ab

Podcasts? Das sind abonnierbare, zu jeder Zeit als Audiodateien übers Internet angebotene und verfügbare Medieninhalte. In Deutschland fristen sie weitgehend ein Nischendasein. Dabei hat es bereits 2005 eine erste Begeisterung für sie gegeben, wie Medienforscherin Nele Heise sagt. Sie schreibt an der Universität Hamburg gerade ihre Dissertation über das Thema.

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Für Heise ist klar, warum der erste Hype schnell abflachte: „Das Publikum war einfach noch nicht so weit.“ Es habe damals noch nicht das Verhalten entwickelt, selbst darüber zu bestimmen, wann es wo welchen Inhalt nutze, sagt sie. „Sanft & Sorgfältig“ aber sei „ganz wichtig“ gewesen, um das Format Podcast „zu pushen“. Aus der Nische kam es in Deutschland – im Unterschied zu den USA – dennoch nicht so recht.

Medienforscherin dämpft die Erwartungen an Podcasts

Nun sollen also wieder Böhmermann und Schulz dem Format, das in den vergangenen Jahren langsam beliebter wurde, einen weiteren Schub geben. Und dem Streaming-Dienst Spotify neue Kunden bringen. Für Streaming-Portale, auf denen bislang vor allem Musik online gehört werden kann, ohne dass diese in den Besitz des Hörers übergeht, läuft es gut: Das Streaming-Geschäft bescherte der Musikindustrie 2015 weltweit das erste deutliche Umsatzwachstum seit fast zwei Jahrzehnten.

Was einen möglichen Podcast-Boom angeht, dämpft Medienforscherin Heise jedoch allzu hohe Erwartungen. Man müsse das Potenzial von Podcasts erkennen – und weg von der Zweitverwertung öffentlich-rechtlicher Radioangebote, sagt sie.

Einer, der das tut, ist Nicolas Semak. Der Journalist ist Mitbegründer des Podcast-Labels „Viertausendhertz“, unter dessen Dach Autoren ihre Podcast-Folgen veröffentlichen. Ende Januar ging es los. Das Label setzt auf Sponsoring. Das Angebot der Öffentlich-Rechtlichen sei eine harte Konkurrenz für private Podcaster, sagt Semak. Dennoch: „Unser Ziel ist es, dass wir uns durch die Firma irgendwann ernähren können – verlässlich.“

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