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Buchvorstellung
06.11.2020

Lindner und Merz - ein Testspiel für Schwarz-Gelb

Friedrich Merz und Christian Lindner ticken ähnlich. Das wurde bei einer Buchvorstellung des deutlich. Der FDP-Chef stellte das neue Werk des Kandidaten für den CDU-Vorsitz vor.
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Friedrich Merz und Christian Lindner ticken ähnlich. Das wurde bei einer Buchvorstellung des deutlich. Der FDP-Chef stellte das neue Werk des Kandidaten für den CDU-Vorsitz vor.
Foto: Kay Nietfeld, dpa

Der CDU-Kandidat Merz stellt sein neues Buch vor. FDP-Chef Lindner unterstützt ihn. Ein Vorgeschmack auf die nächste Regierung?

Abgesehen vom Altersunterschied verbindet Friedrich Merz und Christian Lindner einiges. Beide treten forsch und dynamisch auf, beide sind machthungrig, sie gehören nicht zu den Geringverdienern dieser Erde, sind Fans des Fußballvereins Borussia Dortmund – und sie wollen in die nächste Bundesregierung. Merz muss dazu erst noch werden, was Lindner schon ist, nämlich Parteivorsitzender. Um seine ohnehin guten Chancen zu verbessern, hat der 64-Jährige eine ungewöhnliche Bewerbung vorgelegt: Das Buch „Neue Zeit. Neue Verantwortung“, das gerade im Econ-Verlag erschienen ist. Zusammen mit Lindner stellte er es am Freitag bei einer Videokonferenz einem Kreis von Journalisten vor.

Merz ist nicht nur in knapp einer Woche 24 Jahre älter als Lindner, er ist auch größer. Vielleicht wirkt es deshalb ein bisschen väterlich, als der Sauerländer sagt, für ihn habe die FDP im deutschen Parteienspektrum ihren Platz. Er hätte sich gewünscht, sagt Merz, dass die FDP jetzt schon dabei gewesen wäre in der Regierung. Dann nämlich „wäre nicht die AfD, sondern die SPD die größte Oppositionspartei“.

Auf kleine Nadelstiche gegen Lindner mag Merz nicht verzichten

Für Lindner sind das kleine Nadelstiche, schließlich hatte er nach der letzten Bundestagswahl die Verhandlungen über eine Jamaika-Koalition aus FDP, Grünen und Union abgebrochen. Der liberale Fraktions- und Parteichef muss seitdem mit dem Vorwurf leben, er habe große Teile der FDP-Anhänger in die Arme der Union getrieben. Zwischen sechs und acht Prozent der Wähler sind derzeit unschlüssig, ob sie bei der Union bleiben oder wieder zurück zur FDP gehen. Sollte Lindner sie ins gelbe Lager ziehen können, dürfte es bei einem guten Abschneiden der Union wie in früheren Zeiten für eine schwarz-gelbe Regierung reichen.

Lindner muss seine Partei dafür so positionieren, dass ein eigenes Profil erkennbar ist und die FDP nicht einfach nur wie ein Abziehbild daherkommt. Wie das gehen könnte, wird bei der Präsentation in ersten Ansätzen deutlich. Lindner lobt „ein authentisches Buch“, man höre praktisch noch den Sound, mit dem Merz im Sauerland in die Tasten gehauen habe. Knapp 240 Seiten entstanden so. In fünf Kapiteln widmet sich Merz routiniert Themen der Corona-Krise, der ökologischen Erneuerung der Sozialen Marktwirtschaft, der Zukunft des Landes, Europa und natürlich der CDU.

Drei sind zwei zu viel: Norbert Röttgen, Armin Laschet und Friedrich Merz wollen Vorsitzender der CDU werden.  
Foto: Michael Kappeler, dpa

Aber Lindner will den Autor nicht zu doll loben und spielt zur Abgrenzung unter anderem die Alterskarte zurück. Man merke an dem Buch eben auch, „dass sich die Zeiten geändert haben und Friedrich Merz sich mit ihnen“. Dem Reform-Furor des Friedrich Merz vor zehn oder 15 Jahren sei „eine Orientierung auf staatsmännische Positionen gewichen“, sagt Lindner.

Merz nimmt es gelassen. In seinem Buch finden sich Positionen, die so auch in einem Lindner-Buch stehen könnten. In seinen Überlegungen zu einer modernen Deutung des Konservativen etwa schlägt Merz vor, „Privat vor Staat“ zu setzen. Diese Devise hat gerade erst der neue FDP-Generalsekretär Volker Wissing ausgegeben. Grundsätzliche Übereinstimmungen zwischen Lindner und Merz gibt es auch bei der Renten- oder der Steuerpolitik. Beide sind gegen Volksentscheide auf Bundesebene, Gentechnik ist für sie kein Teufelszeug.

Die jüngere Generation muss Kritik vertragen. Da sind sich die Beiden einig

Einig sind sich beide in der Beurteilung der jüngeren Generation. „Ich habe doch keine Schwierigkeiten damit, dass sich junge Menschen politisch engagieren. Ich habe nur eine Bitte: Hört auch mal zu“, sagt der dreifache Vater Merz, als die Sprache auf die Bewegung „Fridays for Future“ kommt. Und Lindner, der für seine öffentliche Kritik an der Aktivistin Greta Thunberg schon einiges einstecken musste, bekräftigt seine These, dass man die junge Generation nur ernst nehme, wenn man ihre Argumente nicht ungefragt durchgehen lasse.

Am Ende wird deutlich, dass hier zwei Männer sitzen, die politisch mehr eint als trennt. Ob diese Einigkeit sie an die Spitze führt? Für Merz könnte der Titel seines Buches bekanntlich viel früher in Erfüllung gehen als für Lindner. Wenn er beim für Mitte Januar geplanten Parteitag nicht CDU-Chef wird, dann hat er viel neue Zeit, sich neuen Verantwortungen zu stellen.

Lesen Sie auch: Nur ein Fingerzeig? Die Junge Union stimmt für Merz

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Die Diskussion ist geschlossen.

09.11.2020

@ N.L.

Meinen Sie, dass die Herren Merz und Lindner in ihrem Klimaschutzbewußtsein von solchen Aussagen unseriöser Leugner des anthropogenen Klimawandels beeinflusst sind?
Das würde sie für Führungsaufgaben in der Regierung disqualifizieren. Denn es gibt genügend seriöse Klimawissenschaftler, von denen sie sich beraten lassen können. Bemerkenswert, dass unter den Klimawissenschaftlern natürlich über viele Detailfragen diskutiert wird, aber so gut wie niemand (!) den anthropogenen Klimawandel in Frage stellt.
Genauso wenig wie heute seriöse Wissenschaftler die Gravitation in Frage stellen.

Raimund Kamm

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09.11.2020

@ N.L.
>>Die Absorption von elektromagnetischen Wellen im Spektrum von CO2 ist weitestgehend gesättigt. Das heißt es wird schon zum großen Teil absorbiert. Das belegen auch Eiszeiten der Vergangenheit, bei wesentlich höheren CO2 Konzentrationen als heute.<<

Haben Sie hierfür seriöse Belege?

Auch wenn ich ein wissenschaftliches Studium - allerdings kein naturwissenschaftliches - absolviert habe, kann ich aus eigenem Wissen nicht beurteilen, ob Ihre Behauptungen zutreffen. Doch es gibt seriöse Sekundärquellen. Und da habe ich aus vertrauenserweckenden Seiten Gegenaussagen gefunden:

1. Jetzt ist mehr vom Treibhausgas CO2 in unserer Atmosphäre als jemals in den letzten 800.000 Jahren.

„Die CO2-Konzentration liegt damit viel höher als jemals in den zurückliegenden
800.000 Jahren, wahrscheinlich sogar höher als seit drei Millionen Jahren.“
Aus: ‚Was wir heute übers Klima wissen BASISFAKTEN ZUM KLIMAWANDEL, DIE IN DER WISSENSCHAFT UNUMSTRITTEN SIND‘ Hrsg. Von: Deutsches Klima-Konsortium, Deutsche Meteorologische Gesellschaft, Deutscher Wetterdienst, Extremwetterkongress Hamburg, Helmholtz-Klima-Initiative, klimafakten.de. https://www.deutsches-klima-konsortium.de/fileadmin/user_upload/pdfs/Publikationen_DKK/basisfakten-klimawandel.pdf

2. CO2-Moleküle sind nicht gesättigt

In der Welt der Physik wurde schon vor 12 Jahren zu dem Einwand, dass die CO2-Moleküle in der Atmosphäre gesättigt seien und deswegen nicht noch zusätzliche Wärmestrahlung aufnehmen und dann zurück zur Erde abstrahlen könnten, dies geschrieben:
„Manche Skeptiker stellen den Einfluss des Treibhauseffekts in Frage, obwohl er von Planetenforschern auch in den Atmosphären von Mars und Venus nachgewiesen wurde. Ein typischer skeptischer Einwand lautet, CO2 in der Erdatmosphäre könne bei zunehmender Gasmenge pro Volumeneinheit die Absorption nicht weiter vergrößern. Dies stimmt aber nicht, denn in der Vielfalt der Strahlungswellenlängen zeigt CO2 ein sehr unterschiedliches Absorptionsverhalten. Es gibt sowohl sehr stark absorbierende Wellenlängenbereiche als auch schwächere, die noch nicht gesättigt sind. Und schließlich nimmt mit zunehmender Höhe die Gasdichte ab (die Luft wird dünner). Dadurch kommen in höheren Luftschichten die am stärksten absorbierenden Wellenlängenbereiche wieder ins Spiel. In vielen Laborexperimenten wurde all dies zweifelsfrei nachgewiesen.“
https://www.weltderphysik.de/gebiet/erde/atmosphaere/klimaforschung/treibhauseffekt/

Raimund Kamm

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09.11.2020

Damit klar ist, aus welcher Richtung der Wind kommt:

https://scilogs.spektrum.de/klimalounge/nir-shaviv-erklaert-den-klimawandel-fuer-die-afd-im-bundestag/

Das kommt davon, wenn man die eigenen Verlinkungen nicht genau ansieht.
Ergänzend eine sehr informative Aufzählung der vereinigten Verschwörungs-Theoretiker aller Länder:

https://www.achgut.com/autoren

Liebe Redaktion - Wenn Sie zulassen, dass sich solch krude Verlinkungen häufen, gerät auch ein seriöses Medien-Produkt wie die AZ in eine bedenkliche Schieflage . . .

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09.11.2020

Was wahr und unwahr ist bestimmen Sie? Weil ein Wissenschaftler im Bundestag eine gegenteilige Meinung für die AFD vertritt, ist es automatisch eine Verschwörungstheorie? Sie haben schon eine seltsame Vorstellung von Wissenschaft und Meinungsfreiheit. Sie endet offensichtlich schon bei Ihrer eigenen Meinung. achgut wird von Herrn Broder betrieben, der jüdischer Abstammung ist und für die Welt als Kolumnist arbeitet:

https://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Grosse-Anerkennung-fuer-streitbaren-Journalisten-id2784756.html

https://www.welt.de/debatte/henryk-m-broder/

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09.11.2020

(edit/mod/NUB 7.3/Bitte mäßigen Sie sich)

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09.11.2020

https://www.top50-solar.de/experten-forum-energiewende/102/solarertrag-prozentualer-ertrag-pro-monat-bei-photovoltaik

>>>
Die jahreszeitliche Schwankung des monatlichen Ertrages einer Solaranlage hängt von der monatlichen Schwankung der Sonneneinstrahlung ab. In Deutschland werden diese Einstrahlungsdaten durch den Deutschen Wetterdienst erfasst und in Fachzeitschriften oder Fachliteratur veröffentlicht.

Die folgenden Zahlenbeispiele sind aus dem Fachbuch „A. Wagner: Photovoltaik Engineering. - Springer Verlag, Berlin Heidelberg 2010“.

München: Jahressumme 1129 kWh/m²

Jan 3%, Feb 4%, März 7%, Apr 11%, Mai 14%, Juni 15%, Juli 14%, Aug 13%, Sep 9%, Okt 5%, Nov 3%, Dez 2%.

Es ist zu erkennen, dass in den 4 Sommermonaten Mai bis August mehr als die Hälfte des Jahresertrages erreicht wird.
>>>

Wenn jemand also jemand von produzierter Menge Öko-Strom oder Stromexporten spricht, sollte man ihn immer nach dem Verlauf im Jahr fragen.

https://www.24auto.de/news/politik-wirtschaft/vw-volkswagen-elektroauto-insel-paradies-astypalea-griechenland-aegaeis-herbert-diess-90092503.html

>> VW-Elektroauto-Paradies auf griechischer Insel – wieso nicht bei uns? <<

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08.11.2020

Noch eine Anmerkung zu den Herren C. Lindner und F. Merz und deren klimapolitisches Problembewußtsein.

Es ist erschüttern, dass diese zwei führenden Politiker offenbar die Physik der Erdaufheizung und die daraus folgende Dynamik nicht verstanden haben. Da sind Tausende junge Menschen bei Fridays for Future besser informiert und einsichtiger.

Raimund Kamm

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09.11.2020

Als ob Sie diese verstanden haben. Sie plappern irgendetwas nach von Klimahysterikern. Die Absorption von elektromagnetischen Wellen im Spektrum von CO2 ist weitestgehend gesättigt. Das heißt es wird schon zum großen Teil absorbiert. Das belegen auch Eiszeiten der Vergangenheit, bei wesentlich höheren CO2 Konzentrationen als heute. Der von Ihnen beschworene Konsens der Wissenschaft gibt es nicht. Aber wer möchte sich schon als "Leugner" diffamieren lassen? Die wahren Leugner sind Menschen, die sich nicht auf einen Diskurs einlassen wollen und meinen, alle anderen sind mit niedrigem IQ ausgestattet.

https://www.achgut.com/artikel/der_mann_dem_sie_die_sonne_uebelnehmen

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09.11.2020

Damit klar ist, aus welcher Richtung der Wind kommt:

https://scilogs.spektrum.de/klimalounge/nir-shaviv-erklaert-den-klimawandel-fuer-die-afd-im-bundestag/

Das kommt davon, wenn man die eigenen Verlinkungen nicht genau ansieht.
Ergänzend eine sehr informative Aufzählung der vereinigten Verschwörungs-Theoretiker aller Länder:

https://www.achgut.com/autoren

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09.11.2020

(edit/mod/NUB 7.3/Bitte mäßigen Sie sich)

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10.11.2020

@ Nicola L.

"Die wahren Leugner sind Menschen, die sich nicht auf einen Diskurs einlassen wollen und meinen, alle anderen sind mit niedrigem IQ ausgestattet."

Es ist zwar richtig, dass mit einem durchschnittlichen IQ und dem notwenigen Hintergrundwissen die Ursachen des Klimawandels leichter zu durchschauen sind.
Allerdings bieten FFF jede Menge Diskussionsstoff an. Reaktionen darauf sind ihnen doch zur Genüge bekannt. Gerade bei AfD, Merz und Lindner finden sie eher Spott als Diskussionsbereitschaft.

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08.11.2020

>>Wir sind auf einem sehr guten Weg auf den wir stolz sein dürfen.<<

Leider ist das das Gegenteil der Fall: Wir sind auf einem Weg, mit dem wir die Lebensgrundlagen unserer Nachkommen ruinieren.

Nach den Berechnungen der Klimawissenschaftler haben wir nur noch ein begrenztes kleines CO2-Restbudget, wenn wir die 1,5 ° Celsius Aufheizungslinie nicht überschreiten wollen. Hinter der 1,5 ° C Linie erreichen wir bereits mit einer Wahrscheinlichkeit von über 50 % Kipppunkte im Weltklimasystem. Dadurch beschleunigt sich die Erdaufheizung von selbst. Ein Kipppunkt ist das Schmelzen des Meereises in der Arktis. Heute reflektiert das Meereis noch einen großen Teil der Sonnenstrahlung zurück ins All. Wenn es geschmolzen ist, wird dort ein großer Teil der Sonnenstrahlung vom Meerwasser aufgenommen, erwärmt dies und das restliche Eis schmilzt noch schneller. Ein anderer Kipppunkt sind die Permafrostböden. Durch ihre Erwärmung werden viel Methan und CO2 freigesetzt. Und das sind die entscheidenden Treibhausgase. Die Folge werden Menschen tötende Hitzewellen, Dürren und Ernteausfälle sein. Ebenso das Ansteigen der Meere mit Überschwemmung von Landstrichen, wo heute noch hunderte Millionen Menschen leben. Das alles wird zu Völkerwanderungen und Kriegen führen, wie sie die Menschheit noch nicht gesehen hat.

Nach den Berechnungen der Klimawissenschaftler – wie beim IPCC oder dem WBGU https://www.wbgu.de/fileadmin/user_upload/wbgu/publikationen/factsheets/fs3_2009/wbgu_factsheet_3.pdf oder dem SRU nachzulesen ist – haben wir, ein CO2-Restbudget ab dem Jahr 2018 von global 420 Milliarden t CO2. Werden noch mehr emittiert, werden wir voraussichtlich die 1,5 ° Celsius Linie überschreiten.

Deutschland hat bisher von allen Ländern unserer Erde nach den USA, China, der ehemaligen Sowjet-Union das viertmeiste CO2 in die Luft geblasen.
Deutschland hat jedoch auch maßgeblich die PV- und Windkrafttechnik (diese zusammen mit Dänemark) entwickelt. Und dies sind die beiden Schlüsseltechniken, mit denen wir es weltweit noch schaffen können, unser CO2-Budget nicht zu überziehen und damit unsere Erde vor einer extrem riskanten Klimalage zu bewahren.

Raimund Kamm

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09.11.2020

Bitte den Link von Herrn Kamm lesen:

https://www.wbgu.de/fileadmin/user_upload/wbgu/publikationen/factsheets/fs3_2009/wbgu_factsheet_3.pdf

>> Die 2°C-Leitplanke wird völkerrechtlich verankert. <<

1,5 Grad retten nicht das Weltklima sondern vergiften das demokratische Klima mit der Ablehnung von Diskussion und demokratischen Entscheidungsprozessen. Daher auch der hohe Anteil von Menschen die das System mit Hilfe der 1,5 Grad Forderung in Frage stellen.

http://www.forumaugsburg.de/s_6kultur/Unterricht/190208_fridays-for-future/bild-6.jpg

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08.11.2020

"Mit 250 Millionen Menschen des Jahres 1950 hätte Afrika bei 2 Grad Erwärmung ebenso wenig Probleme wie Deutschland."

Sie übersehen und leugnen ständig eine entscheidende Tatsache: Hauptverursacher des Klimawandels und für 80 Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich sind die Industriestaaten. Schwellen- und Dritte-Welt-Länder nicht die Verursacher sondern leider die Hauptleidtragenden.
Dass Deutschland wenig bis keine Probleme mit dem Klimawandel habe ist ein weiteres Ammen-Märchen.

Das erkannte inzwischen sogar ein Minister aus der schwärzesten Ecke Deutschlands, den ich im Gegensatz zu vielen seiner Parteifreunde sehr schätze:

https://www.focus.de/die-welt-2020/the-world-in-2020-der-neue-gruene-kontinent_id_11423375.html

(Beitrag steht der Wahrheit zuliebe oben)

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08.11.2020

Wir sind auf einem sehr guten Weg auf den wir stolz sein dürfen.

https://www.mdr.de/wissen/globale-co-zwei-emissionen-weiter-angestiegen-100.html

Der Anteil von EU und die USA sinkt beständig und ist auch von der absoluten Größe nicht so groß wie vielfach aus politischen Gründen behauptet wird.

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07.11.2020

>> Ich habe nur eine Bitte: Hört auch mal zu“, sagt der dreifache Vater Merz, als die Sprache auf die Bewegung „Fridays for Future“ kommt. <<

Herr Merz spricht zurückhaltend und präzise einen zentralen Kritikpunkt gegenüber FFF an; etwas das ein FFF Aussteiger schon ausführlicher als gut begründeten Diskussionsbeitrag geleistet hat.

https://www.focus.de/perspektiven/nachhaltigkeit/fridays-for-future-aussteiger-es-braucht-mehr-lkw-fahrer-weniger-arzttoechter_id_12492937.html

>> Fridays for Future ist da weniger kompromissbereit. Für die Bewegung ist das Gros der Menschen inzwischen zum Feind geworden - weil es nicht genauso denkt wie sie selbst. Das ist ziemlich gefährlich – für die Klimadebatte und für unsere Gesellschaft. <<

Man sieht es ja auch gut am Augsburger Klimacamp, die immer wieder ihre Kompromisslosigkeit betonen. Eine Kompromisslosigkeit, in der am Ende das Gespräch und die Diskussion komplett überflüssig ist, weil die gewünschten Maßnahmen einfach vorab als unverhandelbar dargestellt werden.

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07.11.2020

"Eine Kompromisslosigkeit, in der am Ende das Gespräch und die Diskussion komplett überflüssig ist, weil die gewünschten Maßnahmen einfach vorab als unverhandelbar dargestellt werden."

Die gewünschten Maßnahmen gegen den Klimawandel sind nicht verhandelbar, ebenso wie der Klimawandel nicht abzuleugnen ist. Das haben nicht nur FFF längst festgestellt, weil sie sich intensiv mit dem Thema beschäftigen. So wie es aussieht haben Friedrich Merz und Christian Lindner wohl noch eine Menge Nachhofbedarf.

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08.11.2020

>> Die gewünschten Maßnahmen gegen den Klimawandel sind nicht verhandelbar ... <<

Es gibt ein völkerrechtlich verbindliches 2 Grad Ziel. Wer nun unbedingt seine Maßnahmen für das ambitionierte optionale freiwillige 1,5 Grad Ziel auslegen möchte, muss halt mit Widerspruch leben.

Kapieren Sie es - es gibt keinen einseitig erklärten Weg für 1,5 Grad ohne demokratische Diskussion und Entscheidungsfindung!

Und bitte nicht wieder mit einem Afrika Gejammer kommen - es gibt auch kein Recht auf Bevölkerungsexplosion. Mit 250 Millionen Menschen des Jahres 1950 hätte Afrika bei 2 Grad Erwärmung ebenso wenig Probleme wie Deutschland.

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08.11.2020

@Peter P. "Es gibt ein völkerrechtlich verbindliches 2 Grad Ziel"

Also soviel ich weiß ist das Pariser Klimaabkommen doch unverbindlich, oder? So wie der Migrationspakt.

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08.11.2020

"Kapieren Sie es - es gibt keinen einseitig erklärten Weg für 1,5 Grad ohne demokratische Diskussion und Entscheidungsfindung!"

Ob sie es kapieren oder nicht ist nicht relevant. Ein Blick in die Arktis, selbst nur auf die Zugspitze würden locker ausreichen um zu sehen, dass es keine Alternative zu den gewünschten Maßnahmen gibt. Das Eis schmilzt nicht nur in der Arktis, sondern mittlerweile auch in der Antarktis, dafür stehen bei anderen Menschen im Pazifik das Wasser wortwörtlich bis zum Hals.

Und sie wollen immer noch verhandeln?

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09.11.2020

https://www.br.de/klimawandel/klimaabkommen-paris-protokoll-klimapolitik-klimawandel-102.html

>> Im Paris-Abkommen von 2015 bleiben die zwei Grad zwar das Ziel, doch angestrebt wird eine Beschränkung der Erwärmung auf nur 1,5 Grad. Doch selbst das ist keine verbindliche Marke, sondern nur eine erwünschte Anstrengung der Staaten. <<

Zur völkerrechtlichen Verbindlichkeit der 2 Grad - die kommt nicht aus einem Vertrag, die resultiert wohl aus einer Kombination.

https://www.bpb.de/apuz/32582/warum-zwei-grad

Mit Corona ist der 2 Grad Pfad in Deutschland weitgehend eingetütet; wirklich schwierig wird es erst bei der Klimaneutralität des Gebäudebestandes bis 2050. Dafür gibt es aktuell keinen Weg der technisch und finanziell umsetzbar erscheint. Wichtig wäre eigentlich eine sofortige Passiv-Haus Pflicht im Neubau; die man aber wegen der Stunde der (Kosten)Wahrheit und des Bevölkerungszuwachses in den einschlägigen 1,5 Grad Kreisen nicht einfordert ;-)

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07.11.2020

>>Einig sind sich beide in der Beurteilung der jüngeren Generation. „Ich habe doch keine Schwierigkeiten damit, dass sich junge Menschen politisch engagieren. Ich habe nur eine Bitte: Hört auch mal zu“, sagt der dreifache Vater Merz, als die Sprache auf die Bewegung „Fridays for Future“ kommt. Und Lindner, der für seine öffentliche Kritik an der Aktivistin Greta Thunberg schon einiges einstecken musste, bekräftigt seine These, dass man die junge Generation nur ernst nehme, wenn man ihre Argumente nicht ungefragt durchgehen lasse.<<

Falsch, was die zwei Herren sagen.
Ich persönlich habe in den Gesprächen mit VertreterInnen von Fridays for Future nicht erlebt, dass sie nicht zuhören.
Und selbstverständlich kann man über die Aussagen dieser jungen Menschen diskutieren.
Mein Eindruck war und ist: Sie verstehen viel mehr von der Physik und von den Folgen der Erdaufheizung als die derzeit tonangebenden FDP-Politiker.
Man schaue nur auf dem Videokanal des Deutschen Bundestages an, was vor einer Woche die Vertreterin der FDP-Bundestagsfraktion bei der Einbringung der EEG-Novelle Unpassendes gesagt hat:
https://www.bundestag.de/mediathek?videoid=7480681#url=bWVkaWF0aGVrb3ZlcmxheT92aWRlb2lkPTc0ODA2ODE=&mod=mediathek

Der Spiegel hat ein beeindruckendes Gespräch zwischen dem 78-jährigen Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble und der 24-jährigen Jungakademikerin und für den Klimaschutz Aktiven Luisa Neubauer organisiert und widergegeben:
31.10.20 https://www.spiegel.de/politik/deutschland/luisa-neubauer-und-wolfgang-schaeuble-ueber-die-schuld-der-aelteren-generation-am-klimawandel-a-00000000-0002-0001-0000-000173621997 Bundestagspräsident trifft Klimaaktivistin

Mir scheint, Herr Schäuble versteht einiges, wohingegen Merz und Lindner die Tragweite der Erdaufheizung immer noch nicht verstanden haben.

Raimund Kamm

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