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Gesundheit

26.08.2020

Büro, Sofa, Bett: Europa ist der Kontinent der Bewegungsmuffel

Dauerhaftes Sitzen gehört für viele Europäer zum Alltag - nicht nur im Büro.
Bild: Robert Schlesinger, dpa

Spanische Forscher warnen: Die Europäer werden ein Volk von "Sitzenbleibern". Wo Deutschland im Vergleich mit den Nachbarländern steht und ab wann der Bewegungsmangel gefährlich wird.

Vom Bett geht’s auf den Bürostuhl, nach der Arbeit wieder aufs Sofa oder vor den Heimcomputer. Und dann wieder ins Bett. So oder so ähnlich sieht der Tagesablauf von Millionen von Menschen in Europa aus. Ausreichende Bewegung? Da herrscht oftmals Fehlanzeige.

Und: Dieser Bewegungsmangel wird immer schlimmer, warnen Forscher der Juan-Carlos-Universität in Madrid. Die Europäer seien auf dem Weg, ein Volk von "Sitzenbleibern" zu werden. 54 Prozent von ihnen bewegen sich danach nicht genug – mit entsprechenden Folgen für die Gesundheit. In einer Langzeitstudie haben die Wissenschaftler herausgefunden, dass das Sitzen in den Jahren 2002 bis 2017 im Schnitt um acht Prozent zugenommen hat. Das trägste europäische Volk sind demzufolge die Briten mit einem Anstieg von 23 Prozent, die Deutschen liegen mit 7,4 Prozent ziemlich genau im statistischen Mittel. Die Spanier scheinen hingegen deutlich besser in Form zu sein: Bei ihnen hat die Zeit, die sie sitzend verbringen, lediglich um vier Prozent zugenommen.

Mehr als viereinhalb Stunden Sitzen am Tag steigert das Risiko von Herz- und Kreislauferkrankungen

"Wenn wir mehr als viereinhalb Stunden pro Tag sitzen, steigt das Risiko von Herz- und Kreislauferkrankungen", warnt Forschungsleiter Xián Mayo Mauriz. Der Durchschnittsdeutsche dagegen sitzt 7,5 Stunden am Tag, wobei die ältere Generation aktiver ist als die jüngere, also von wegen "altes Eisen". Außerdem bewegen sich Frauen deutlich mehr als Männer, bei denen der Bewegungsmangel überproportional zugenommen hat. Warum das so ist, sagen die Forscher nicht. Es bleiben also nur Vermutungen. Etwa diese: Vielleicht würde manchen männlichen Zeitgenossen etwas mehr Hausarbeit ganz guttun?

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