Newsticker

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann schließt erneute Grenzkontrollen nicht aus
  1. Startseite
  2. Politik
  3. CDU kritisiert Gendersprache in Lambrechts Gesetzentwurf

Weiblicher Gesetzestext

12.10.2020

CDU kritisiert Gendersprache in Lambrechts Gesetzentwurf

SPD-Justizministerin Christine Lambrecht steht wegen eines ungewöhnlich formulierten Gesetzentwurfs aus ihrem Haus in der Kritik.
Bild: Jörg Carstensen, dpa

Exklusiv Der CDU-Wirtschaftsrat warnt vor einer Verzögerung der in der Corona-Krise wichtigen Insolvenzrechtsreform und kritisiert einen durchgehend weiblich formulierten Text.

Der CDU-Wirtschaftsrat hat SPD-Bundesjustizministerin Christine Lambrecht zu einer raschen Korrektur des in ausschließlich weiblicher Form verfassten Entwurfs zum neuen Sanierungs- und Insolvenzrecht aufgefordert. "Liebe Frau Lambrecht, suchen Sie sich bitte irgendein anderes Gesetz für solche Spielereien aus", sagte Wirtschaftsrat Generalsekretär Wolfgang Steiger unserer Redaktion. Steiger kritisierte, dass es in dem Referentenentwurf des Justizministeriums beispielsweise statt "Gesellschafter" durchgehend "Gesellschafterin" heiße.

Wolfgang Steiger: "Ministerium nimmt es nicht ernst"

"Die Zeit für ein reformiertes Insolvenzrecht, das Transparenz schafft, zerrinnt - aber das Bundesjustizministerium nimmt es nicht ernst", sagte der CDU-Politiker. "Nicht anders kann ich dieses Verfahren bewerten, das die Umsetzung des Gesetzes weiter verzögern wird", warnte Steiger. Er verwies darauf, dass eine Reform "für alle Gläubiger elementar" sei. "Wir müssen unbedingt verhindern, dass die unweigerlich zurollende Insolvenzwelle gesunde Unternehmen mitreißt. Dagegen muss das Bundesjustizministerium jetzt zügig die Dämme errichten."

Wirtschaftsrat wird von Präsidentin Hanker und Vize Merz geführt

Der CDU-Wirtschaftsrat wird von der Unternehmerin Astrid Hanker als Präsident und dem CDU-Politiker Friedrich Merz als Vizepräsidenten geführt.

Gegenüber der Bild-Zeitung hatte das Justizministerium erklärt, die Rechts- und Sprachprüfung des Entwurfs sei noch nicht abgeschlossen, Änderungen seien noch möglich. Das Bundesinnenministerium (BMI) kritisiert demnach, dass der Entwurf "ausschließlich die weibliche Form" verwendet und fordert eine Anpassung "an die geltenden Regelungen".

Corona-Krise macht Gesetz dringlich

Generalsekretär Steiger kritisierte, Lambrecht sei "schon bisher zu lange eine Insolvenzrechtsreform schuldig" geblieben. Diese müsse eine Umstrukturierung vor einer Insolvenz und damit die Rettung von Betrieben und Arbeitsplätzen ermöglichen. "Dabei muss unbedingt darauf geachtet werden, dass Unternehmen, die insolvenzrechtlich überschuldet sind, weil sie vor allem Corona-Hilfen in Anspruch genommen haben, Zugang zum Restrukturierungsverfahren bekommen", bekräftigte Steiger.

Lesen Sie dazu auch: Wie das Corona-Jahr die Karriere von Frauen bremst

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

12.10.2020

Gendergerechte Sprache ist wichtig. Ich hätte auch immer behauptet, dass die Frauen bei den männlichen Bezeichnungen mitgemeint sind. Ist aber nicht der Fall - ein einfacher Witz macht dies erfahrbar:

Kommen drei Bauarbeiter in die Kneipe. "I hätt gern a Woiza." "Für mi a Helles" "Für mi leider nur a Spezi - i bin schwanger."

Überrascht? Eben.

Permalink
12.10.2020

Als ob es nichts wichtigeres gäbe als alles Gendergerecht zu machen, oder wenn jemand meint, die Bezeichnung könnte rassistisch sein, es zu ändern. Z.B. was war am Namen 3 Mohren Rassistisch????

Permalink
12.10.2020

Es ist doch "gerecht" - wie bisher auch ist natürlich das andere Geschlecht "mitgemeint"! Das ist doch sonst in den Gesetzestexten auch kein Problem?!

Permalink
Das könnte Sie auch interessieren