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Großbritannien

15.06.2019

Carrie Symonds ist die Frau, die Boris Johnson zähmte

Carrie Symonds ist die Lebensgefährtin von Boris Johnson.
Bild: Andrew Parsons / i-Images

Seit Carrie Symonds an Boris Johnsons Seite ist, hat sich der britische Politclown verändert. Wird sie bald First Lady?

Es war im März vergangenen Jahres, als erstmals Beiträge in den sozialen Medien Verwunderung in der Downing Street auslösten. Eine Frau namens Carrie Symonds, Kommunikationschefin der konservativen Partei, feierte ihren 30. Geburtstag. Es floss der Alkohol, Bilder wurden gepostet. Überraschend für das Team von Regierungschefin Theresa May waren die Gratulanten – darunter nämlich auch Boris Johnson, damals noch Außenminister des Königreichs. „Was um Himmels Willen machte er da? Tauchte er regelmäßig auf Kindergeburtstagen auf? Es schien sehr seltsam“, erinnert sich ein ehemaliger Mitarbeiter.

Überraschung beim 30. Geburtstag von Carrie Symonds

Ein halbes Jahr später war klar: Carrie Symonds und der fast 24 Jahre ältere Johnson sind ein Paar. Die Ehe des Politikers mit seiner zweiten Frau war nach 25 Jahren vorbei, angeblich bereits seit einiger Zeit. Demnächst soll die Scheidung offiziell beurkundet sein. Vier Kinder gingen aus der Beziehung hervor – nur unwesentlich jünger als Symonds. Die neue Frau an Johnsons Seite wird mittlerweile als künftige „First Lady“ gehandelt. Denn der Politiker ist Favorit im Rennen um das Amt des Parteichefs und würde dann auch Premierminister. Dass Johnson seinen Lebenstraum verwirklichen könnte, schreiben Beobachter vor allem seiner Freundin zu. Symonds ist Kommunikationsprofi. So sei es ihr Verdienst, dass der wortgewaltige Konservative, der seine blonde Mähne zum Markenzeichen gemacht hatte, nun gekämmter daherkommt, außerdem deutlich abgenommen hat.

Boris Johnson hält sich auffallend zurück

Noch auffallender aber ist, dass Johnson –berühmt für zahllose Peinlichkeiten und Provokationen – sich seit Monaten keine Ausfälle mehr geleistet hat. Offenbar auf Rat von Symonds hält sich der europaskeptische Wortführer im derzeitigen Wahlkampf dezent zurück. Es wäre nicht das erste Mal, dass sie ihm zum Erfolg verhilft. Bereits 2012 war die Politikberaterin maßgeblich daran beteiligt, dass Johnson erneut zum Bürgermeister Londons gewählt wurde. Ihr Karriereaufstieg wurde nach Bekanntwerden der Beziehung zum konservativen Schwergewicht gehässig kommentiert. Sie sei „ein Mädchen für ältere Männer“, ätzte ein Ex-Kollege.

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Symonds ist Umweltschützerin und Feministin

Dabei reden die meisten Bekannten mit großem Respekt von der Feministin, die im vergangenen Jahr eine erfolgreiche Kampagne gegen die vorzeitige Haftentlassung des Taxifahrers und Serienvergewaltigers John Worboys anstieß. Sie selbst war 2007 Opfer von Worboys geworden, als dieser sie mit gepanschten Drinks zuerst ohnmächtig gemacht und dann missbraucht hatte. Aufgewachsen in London besuchte die Tochter des Mitbegründers der Zeitung The Independent und einer Medienanwältin Privatschulen und studierte Theaterwissenschaften und Kunstgeschichte. Die Umweltschützerin macht auch die PR für ein Ozean-Schutzprogramm. Kaum zufällig hat auch Johnson den Kampf gegen den Klimawandel als Wahlkampfthema entdeckt.

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