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Japan aktiviert Raketenabwehr

12.08.2017

China ruft USA und Nordkorea zur Mäßigung auf

US-Präsident Donald Trump zusammen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Trumps Anwesen Mar-a-Lago. Beide mahnten Nordkorea zum Unterlassen weiterer Provokationen. Foto: Alex Brandon/Archiv
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US-Präsident Donald Trump zusammen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Trumps Anwesen Mar-a-Lago. Beide mahnten Nordkorea zum Unterlassen weiterer Provokationen.
Bild: Alex Brandon/Archiv (dpa)

Im Konflikt um Nordkorea mehren sich die Stimmen, die auch die USA zur Mäßigung mahnen - so etwa Chinas Staatschef Xi im Telefonat mit Präsident Trump. Dieser hofft auf eine Zusammenarbeit, plant aber auch Schritte, die Peking provozieren könnten.

China ruft im Nordkorea-Konflikt sowohl Washington als auch Pjöngjang zur Zurückhaltung auf. In einem Telefonat mit US-Präsident Trump mahnte Staats- und Parteichef Xi Jinping "die betreffenden Parteien, Bemerkungen und Aktionen zu vermeiden, die die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel eskalieren könnten".

Das berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Auch der französische Präsident Emmanuel Macron appellierte "an die Verantwortung aller, jede Eskalation der Spannungen zu verhindern".

Japan hat unterdessen Raketenabwehrsysteme stationiert. Es reagierte damit auf nordkoreanische Drohungen, Raketen in Richtung der Pazifikinsel Guam, einem US-Außengebiet, abzuschießen. Die Boden-Luft-Raketen vom Typ Patriot wurden quer zur möglichen Flugbahn nordkoreanischer Geschosse in vier westjapanischen Präfekturen aufgestellt, wie die Nachrichtenagentur Kyodo am Samstag meldete. Die japanische Regierung sagte, man wolle sich auf die Möglichkeit vorbereiten, dass Pjöngjangs Flugkörper über Japan versagen sollten.

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Das Telefonat mit Xi war von Trump ausgegangen. China ist ein Verbündeter und Handelspartner Nordkoreas, hatte aber vor einer Woche im UN-Sicherheitsrat für verschärfte Sanktionen gegen Pjöngjang wegen des Atom-und Raketenprogramms gestimmt. Das Weiße Haus stellte das Telefonat am Freitagabend (Ortszeit) positiver für die USA dar als die chinesische Seite. Demnach waren sich beide Staatschefs darin einig, dass Pjöngjang "sein provokatives und anheizendes Verhalten beenden muss".

Beide Präsidenten stimmten auch darin überein, dass die jüngste UN-Resolution mit scharfen Sanktionen "ein wichtiger und notwendiger Schritt" sei, um Frieden und Stabilität auf der koreanischen Halbinsel wiederherzustellen, hieß es in Washington weiter. Das Weiße Haus hob zudem hervor, dass das Verhältnis zwischen Trump und seinem chinesischen Amtskollegen "extrem eng" sei und "hoffentlich zu einer friedlichen Lösung des Nordkorea-Problem führen wird".

Xinhua zufolge bekräftigte Xi in dem Telefonat, dass China bereit sei, mit den USA zusammenzuarbeiten, um die Probleme "angemessen zu lösen". Allerdings will Trump nach Medienberichten jetzt offiziell Chinas Handelspraktiken untersuchen lassen. Das könnte die Beziehungen zwischen beiden Staaten belasten und eine Kooperation zur Lösung des Nordkorea-Konflikts erschweren.

Trump werde die Untersuchung, bei der es hauptsächlich um den China zur Last gelegten massiven Diebstahl geistigen Eigentums gehen solle, voraussichtlich am Montag in Washington bekanntgeben. Xi habe er in dem Telefonat darüber informiert, hieß es unter Berufung auf Regierungsbeamte weiter. Das sei auch der Anlass von Trumps Anruf gewesen. Xi sei dann auf Nordkorea zu sprechen gekommen und habe Trump zur Mäßigung aufgerufen.

Die Spannungen zwischen Washington und Pjöngjang hatten sich nach Nordkoreas jüngsten Tests von Langstreckenraketen verschärft, die potenziell die USA erreichen könnten. Danach reagierte Pjöngjang wütend auf den Sanktionsbeschluss des UN-Sicherheitsrates, der auf Drängen der USA zustande kam.

Seitdem hat sich die kriegerische Rhetorik zwischen Nordkorea und den USA immer stärker hochgeschaukelt. So hatte Trump Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un zuletzt am Freitag gewarnt, dass die USA militärisch "voll einsätzfähig" seien.

Neben den USA spielt China eine Schlüsselrolle in dem Konflikt und bei der Umsetzung der Sanktionen. Mehr als 80 Prozent des nordkoreanischen Handels fließt über den großen Nachbarn. Die USA wollen, dass Peking den Druck auf Pjöngjang verschärft. Chinas Führung hofft hingegen, dass die USA auf Nordkorea zugehen und dessen Sicherheitsbesorgnisse ernst nehmen. China hat vorgeschlagen, dass die USA ihre Manöver mit Südkorea einstellen, während Nordkorea sein Atom- und Raketenprogramm aussetzt, um Verhandlungen aufzunehmen.

Nordkoreas Propagandaorgan "Rodong Sinmun" berichtete, dass seit der Verhängung der Sanktionen vor einer Woche rund 3,5 Millionen Nordkoreaner einen Antrag gestellt hätten, sich dem Militär anschließen zu können. Das 25 Millionen Einwohner zählende Nordkorea hat mit mehr als 1,1 Millionen aktiven Soldaten die zahlenmäßig größte Armee der Welt. Allerdings führen die Streitkräfte auch viele zivile Tätigkeiten aus, etwa im Straßenbau oder der Feldarbeit. Jeder männliche Nordkoreaner ist verpflichtet, einen zehnjährigen Wehrdienst abzuleisten.

Jeder dritte Deutsche (33 Prozent) macht sich derzeit große Sorgen, dass es bei einem militärischen Konflikt zwischen Nordkorea und den USA zu einem Atomkrieg kommen könnte. Weitere 43 Prozent machten sich etwas Sorgen, wie eine Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag des Fernsehsenders RTL am Donnerstag und Freitag unter 1001 Befragten ergab. 23 Prozent der Befragten hätten demnach gar keine Sorgen.

Trump auf Twitter

Xinhua

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Die Diskussion ist geschlossen.

12.08.2017

Na ja - NK hat natürlich nicht den Hauch einer Chance gegen die USA. Und das weiß NK. Feswegen wird es bei Verbalattacken und vielleicht kleineren Scharmützel bleiben. Für mich ist die ganze Sache harmlos. Der US-Präsident hat Recht - sich nicht alles gefallen zu lassen. Er weiß haargenau - er kann. Was er nicht genau weiß wären die eigenen Verluste - und nur deswegen zögert er.

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12.08.2017

Je erfolgloser dieser Kerl mit dem diplomatischen Geschick und der Physiognomie eines Breitmaul-Nashorns bei seinen innenpolitischen Vorhaben ist, desto lauter und lächerlicher sein Kriegsgeschrei. Was natürlich bei den Idioten, die ihn wählten gut ankommt. Hoffentlich trifft es zu, dass auch das amerikanische Festland in der Reichweite atomwaffenbestückter nordkoreanischer oder chinesischer Raketen ist.

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12.08.2017

Die USAler haben einen Präsidenten gewählt der sich zuerst um sein Volk kümmert und dann ggfs. um andere. Und das ist richtig so. In der EU ist es bis auf weinge Länder genau umgekehrt. Und das ist nicht gut so.

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12.08.2017

Die USAler haben einen Präsidenten gewählt der sich zuerst um sein Volk kümmert

Den größten Windbeutel, der je im White House saß haben die Amis gewählt. Richtig wäre, "der seinem Volk erzählte, dass er sich zuerst um dessen Belange kümmern werde". Erreicht hat er bisher rein gar nichts. Die europäischen Völker - auch das deutsche - haben genau die Regierungen, die sie sich zusammenwählten.

Wie heißt es so treffend - bis auf die leicht geänderte dritte Zeile" - in der "Internationale":

Es rettet uns kein höhres Wesen,

kein Gott, kein Kaiser noch Tribun

Uns von Merkel zu erlösen

können wir nur selber tun!

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12.08.2017

Ich finde ihn gut - denn er macht ess er sagt. Sie wollen halt lieber belogen werden. Ich erspare mir z.B. einen detaillierten Rückblick auf die Mehrwertsteuerlüge vor über 10 Jahren. Sie werinnern sich noch dran?

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12.08.2017

Nicht nur an die! Auch an die Maut-Lüge oder die Obergrenzen-Lüge oder usw. Trump macht eben nicht, was er sagt oder kann es nicht machen. Was meistens nicht schlecht ist. Der zieht doch nur eine Show nach der andern ab, so wie unsere Pappnasen auch.

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