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Corona-Pandemie
02.04.2021

Mehrheit der Deutschen will einen härteren Lockdown

Immer mehr Menschen sind der Meinung, dass jetzt nur noch ein harter Lockdown übrig bleibt.
Foto: Jens Büttner, dpa

Die Bürger stellen den Corona-Krisenmanagern ein verheerendes Zeugnis aus. Die Stimmung hat sich drastisch gedreht. Wer den Unmut besonders spürt - und wer nicht.

Die Deutschen verlieren die Geduld mit den Corona-Krisenmanagern. Nur noch jeder fünfte Bürger ist zufrieden mit der Pandemie-Politik von Bund und Ländern. Das geht aus dem „Deutschlandtrend“ der ARD hervor – es ist der schlechteste Wert seit Beginn der Krise. Fast die Hälfte der Befragten ist inzwischen der Meinung, dass die derzeitigen Maßnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus nicht weit genug gehen. Während Kanzlerin Angela Merkel („Wir werden uns das jetzt anschauen, und dann muss man gegebenenfalls alle Möglichkeiten des Handelns austarieren.“) oder CDU-Chef Armin Laschet („Deshalb müssen wir jetzt gemeinsam über die Ostertage nachdenken.“) noch abwarten, fordern immer mehr Bürger einen härteren Lockdown.

48 Prozent sagen: Corona-Regeln gehen nicht weit genug

Innerhalb eines Monats hat sich die Stimmung drastisch verändert: Anfang März hatten nur 20 Prozent der Befragten das Gefühl, dass strengere Regeln erforderlich sind. Jetzt glauben bereits 48 Prozent, dass die aktuellen Maßnahmen nicht weit genug gehen, um die Pandemie wieder unter Kontrolle zu bekommen. Intensivmediziner fordern angesichts der stark steigenden Infektionszahlen schon seit Wochen eine vorübergehende Vollbremsung, um zu verhindern, dass die Intensivstationen in den Krankenhäusern überfordert werden.

 

Sie plädieren dafür, das gesellschaftliche Leben für zwei bis drei Wochen deutlich stärker als momentan herunterzufahren. Und sie haben dabei eine klare Mehrheit der Bevölkerung hinter sich. Laut „Deutschlandtrend“ unterstützen gut zwei Drittel der Bundesbürger den Appell der Mediziner.

Nur noch 27 Prozent würden aktuell CDU und CSU wählen

Besonders deutlich bekommt die Union die Unzufriedenheit zu spüren. Momentan würden nur noch 27 Prozent der Befragten bei einer Bundestagswahl ihre Stimme CDU und CSU geben. Die Bundeskanzlerin ist zwar immer noch die populärste Politikerin des Landes, gehört allerdings zu den großen Verlierern des Monats – neben ihrem sozialdemokratischen Vizekanzler Olaf Scholz sowie Jens Spahn, Armin Laschet, Peter Altmaier und Ursula von der Leyen, allesamt von der CDU.

 

Auffallend dabei: Der CSU-Vorsitzende Markus Söder, der sich als Anführer von „Team Vorsicht“ in Szene setzt, wird nicht vom allgemeinen Frust erfasst. Seine Werte haben sich im Vergleich zum Vormonat nicht verändert. Er bleibt damit der zweitbeliebteste Politiker des Landes hinter Angela Merkel, deren Vorsprung nun deutlich geringer ausfällt. Auf die Frage, ob Bayerns Ministerpräsident ein guter Kanzlerkandidat wäre, antworten 54 Prozent der Befragten mit Ja. Seinen nordrhein-westfälischen Kollegen Armin Laschet halten nur 19 Prozent für eine gute Lösung. Selbst unter Unions-Anhängern kommt der CDU-Chef nur auf 29 Prozent Zustimmung, während Söder hier 79 Prozent erreicht.

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Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

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04.04.2021

Man kann den Lockdown verschärfen, aber was nützt das, wenn sich ein gewisser Prozentsatz Menschen bewusst nicht an Verordnungen hält und mit dem Virus infiziert, andere Personen ansteckt.

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03.04.2021

Wie schon richtig geschrieben, "traue keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast".

Wenn ich eine Umfrage veranstalte und hier wohl nur Menschen befrage, die bei einem harten Lockdown nicht oder nur sehr wenig betroffen sind, dan ist es doch klar, dass diese sagen, Ja ein härterer Lockdown muss her.

Ich glaube aber nicht, dass ein Großteil der Eltern von Kindern in der Kita oder der Schule zustimmen würden, dass die Kuínder wieder zu Hause bleiben sollen.

Auch Personen, die Seit Wochen keinen oder nur einen sehr geringen Verdienst haben, weil die Firma in der sie arbeiten zu hat
(z. B. Hotels, gastronimische Einrichtungen, ...), werden kaum für einen harten Lockdown plädieren.

Also.
Hände weg von diesen Gedankenspielen, eine noch härtere Gangart einzuschlagen.

Eigentlich sollte man umgehend eine Verfassungsklage einreichen, da wir uns immer mehr einer nicht mehr verfassungskonformen Regierung nähern. Immer weniger entscheiden für alle.

Warum z.B. macht nicht die FDP einaml Nägel mit Köpfen, anstatt immer nur zu reden.

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03.04.2021

Gerade die von ihnen aufgezählten Betroffenen würde das helfen.
Homeschooling, geschlossene kitas, geschlossene hotels und Gaststätten, .... werden auch noch in den nächsten Wochen bleiben und normal sein.
Einen echten lockdown mit anschließenden stark eingeschränkten grenzverkehr und Tests, Tests, Tests, könnte gerade denen helfen und auch einen Zeitplan geben als vielleicht öffnen in 2 oder 3 oder 4 Monaten.
Aber solange querdenker dem Virus munter beim verbreiten helfen, müssen sich diese Betroffenen auf lockdownchen light auf unbestimmte Zeit einstellen ....
Corona ist real und ignorieren ist keine Lösung. Glauben Sie ernsthaft wenn die Zahlen weiter steigen, Schulen und kitas normal aufhaben? Intensivmediziener warnen bereits vor deutlich steigenden Zahlen. Ausser vielleicht wenn sie auf der Intensivstation einer spezialklinik für schwerbrandverletzte arbeiten ....
Sie können ja mal einfach fordern, die Regierung soll Corona verbieten ....
Ich halte mich da eher an die Realität und bereite mich auf geschlossene Schulen und Kitasin den nächste Wochen vor. Danke liebe hohldenker und qanons. Euer Egoismus ist nur noch zum kotzen,

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04.04.2021

@Harald V.

Was soll das denn jetzt für ein Kommentar sein?

Schule zu, Kitas zu, Handel zu, Hotels und gastronomische Einrichtungen zu (wie schon seit Wochen, ja Monaten, ...)
Wie soll denen geholfen sein, wenn der Lockdown noch härter wird?

Aber wahrscheinlich meinen sie, zu machen, dann brauchen die genannten auch nicht mehr aufmachen.

Wer, und hier fordere ich sie auf dies einmal zu benennen, sagt denn, dass nach einem beispielsweise 3 wöchigem harten Lockdown alles besser wird?

Danach treffen sich die Bürger wieder, die Schulen öffnen, wenn eventuell auch nur teilweise ebenso wie die Kitas.

Das ist doch alles Schwachsinn.

Corona wird bleiben, wie sie es auch drehen und wenden.

Wir müssen endlich anfangen müssen ist damit zu leben.
Und die Regierung tut in dieser Richtung rein gar nichts. Es wird immer nur gefordert, wir müssen schließen, wir brauchen Beschränkungen.

Aber wahrscheinlich haben sie selber keine Einschränkungen zu ertragen.

Haben sie eventuell auch schon einmal die kommenden, und diese werden kommen, Folgekosten bedacht.
Sehr wahrscheinlich nicht, denn dann würden derartige Forderungen nicht kommen.

Wer soll denn dass alle zahlen?
Verzichten sie dann freiwillig auf einen Teil ihres Gehaltes? Wohl eher nicht.

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04.04.2021

Danke Harald V. für die klaren Worte, die einen realitätsfernen Kommentar von Andreas D. förmlich zerlegt hat. Jemand der eine Umfrage derart als Fälschung oder als bewusst gesteuert bezeichnet ist für mich klar ein Schwurbler. Nicht mehr nicht weniger.

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04.04.2021

In einem harten l8okdown kann man die Zahlen deutlich runter bringen. Durch grenzschliessungen und vielen Tests auch dafür sorgen, dass diese unten bleiben. Wieso haben Staaten wie Taiwan die Zahlen unten und trotzdem kabb man da ins Restaurant und Kino gehen?
Aber solange querdenker alles untergraben dürfen, essig tausend Ausnahmen gibt, bringt es gar nichts.
Und ja, wir haben privat auch einiges investieren müssen,damit homeschooling einigermaßen funktioniert.

Wir werden mit corona leben müssen. Aber es wird erst Normalität einkehren, wenn eine bestimmte Impfungen erreicht wurde und es wirksame Medikamente gibt. Solange hilft nur infizierte zu isolieren und nicht überall rumspielen zu lassen.

Gerade ein harter lockdown für drei Wochen mit anschließender intensiver testung würde die Möglichkeit schaffen, dass Gastronomie und Co. Öffnen. Alles andere ist Schwachsinn und utopisch. Ausser wir wollen überlastet intensivstationen und zehn- oder gar hunderttausende Mitbürger mit spätfolgen.

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04.04.2021

"Hände weg von diesen Gedankenspielen, eine noch härtere Gangart einzuschlagen."

Ich sage Hände weg von weiteren Öffnungen. Intensivmediziner fordern angesichts der stark steigenden Infektionszahlen eine vorübergehende Vollbremsung, um zu verhindern, dass die Intensivstationen in den Krankenhäusern überfordert werden.
Was dann geschieht wenn die Krankenhäuser überfordert sind, konnte in Bergamo und jetzt ganz aktuell in Brasilien nicht übersehen werden.

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03.04.2021

Also ich befürworte auf jeden Fall keinen harten Lockdown! Ich unterstütze es wenn sinnvolle Maßnahmen ergriffen werden, das ja. Ich unterstütze auch wenn sinnlose Maßnahmen zurückgenommen werden würden. Aber einfach nur wieder hirnlos alles zusperren, das UNTERSTÜTZE ICH NICHT

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03.04.2021

Wie heißt es so schön und richtig: traue keiner Statistik (hier Umfrage), die Du nicht selbst gefälscht hast. Ob die Befragungsmenge groß genug war, ob es auch ein repräsentativer Querschnitt war - das ist nicht zu erkennen und jedes Nachrichtenmagazin incl. der Fernsehnachrichten verbreitet es. Das sieht stark nach Meinungsbildung durch Medienmacht, nicht durch Wahrheit aus. Das was man täglich beobachtet und in vielen Gesprächen mitbekommt, spricht eher eine ganz andere Sprache - die Menschen haben die Nase gestrichen voll. Oder wie ein kluger Kommentator vor nicht allzu langer Zeit anmerkte: was die Menschen sagen und wie sie sich verhalten - insbesondere wenn es sie selbst betrifft - ist ganz häufig völlig gegensätzlich.

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02.04.2021

Ich halte es für ein absolutes Gerücht, dass sich die Mehrheit einen "harten lock down" wünschen soll.

Die Mehrheit wünscht sich mehr Ehrlichkeit, weniger falsche und nicht repräsentative Umfragen, die alleine den Framing dienen und geeignete Maßnahmen. Nichts davon ist bisher erfüllt.

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03.04.2021

Sie mögen es ja bei einer Befragung bejahen - den stärtkeren Lockdown (bis jetzt hatten wir noch gar keinen richtigen). Interessant ist, ob sich alle dann auch daran halten würden. Das erscheint fraglich. Nur mal ein willkü+rlichers Beispiel: Würden die Friseure wieder dicht machen - das Gejammer würde sich vermutlich über 50% der Bevölkerung erstrecken.

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