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Corona-Pandemie
08.08.2021

Wie lange ist der Inzidenzwert noch das Maß aller Dinge?

Das Gesundheitsministerium will die Maskenpflicht bis ins kommende Jahr verlängern.
Foto: Swen Pförtner, dpa (Symbolbild)

Am Dienstag beraten Bund und Länder über die Corona-Strategie für den Herbst. Dabei soll vor allem der Inzidenzwert auf den Prüfstand kommen.

Der Herbst rückt näher - und damit auch die Frage, wie die deutsche Corona-Strategie in den kommenden Monaten aussehen soll. Am Dienstag wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie die Chefinnen und Chefs der Länder über das weitere Vorgehen beraten. Vor der Ministerpräsidentenkonferenz häufen sich die Forderungen, die Corona-Maßnahmen nicht mehr ausschließlich mit der Sieben-Tage-Inzidenz zu verknüpfen. So betonte Armin Laschet, Kanzlerkandidat der Union, in einem Interview mit der Bild am Sonntag, dass auch die Belegung von Krankenhausbetten und Intensivstationen ausschlaggebend sein müsste. CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt argumentierte ähnlich: "Die Inzidenz als alleiniges Maß aller Dinge hat ausgedient", sagte er ebenfalls der Bild am Sonntag. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig brachte eine "Corona-Ampel" ins Spiel.

Im Bundesland der SPD-Politikerin gibt es eine solche sechsstufige Ampel bereits. Die Sieben-Tage-Inzidenz gilt dabei als Hauptkriterium für die Corona-Maßnahmen wie Maskenpflicht, Testpflicht oder Kontaktbeschränkungen. Daneben werden aber auch die Lage in den Krankenhäusern und die Belegung der Intensivbetten als Nebenkriterien herangezogen.

Ersetzt eine Corona-Ampel den Inzidenzwert?

Der Städte- und Gemeindebund appellierte an Bund und Länder, sich auf einheitliche Regeln zu einigen. "Wir dürfen nicht damit beginnen, neue Flickenteppiche zu weben", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der Funke-Mediengruppe. Er sei dafür, dass die bestehenden Regeln zu Abstand, Masken und Hygiene überall weiter gelten - unabhängig von Impfungen.

Vor den Verhandlungen von Bund und Ländern hat das Ministerium von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ein Papier vorgelegt, das einen Plan für die weitere Corona-Strategie skizziert. Geht es nach dem Politiker, sollen ungeimpfte Menschen künftig deutlich mehr Einschränkungen erleben als Menschen, die bereits immunisiert wurden. So sollen sie ab einem bestimmten Inzidenzwert Restaurants und Kneipen nicht mehr besuchen dürfen, auch Corona-Tests könnten für sie bald nicht mehr kostenlos sein. An dem Papier gab es bereits heftige Kritik der anderen Parteien sowohl aus der Opposition als auch vom Regierungspartner SPD.

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Die Diskussion ist geschlossen.

09.08.2021

Die für Gefährdete wichtige Impfung schützt im Wesentlichen gegen das derzeit bekannte Virus. Imunisierte Genesene haben eine wesentliche breitere Imunantwort auf Virusvarianten. Somit schützen Imunisierte auch gegen gefährliche Virusvarianten. Daher könnte eine Öffnung wie in Großbritannien mittelfristig auch Vorteile haben. Relevante ist immer, dass das Gesundheitssystem nicht überlastet ist. Da Corona uns noch länger beschäftigt wird, wäre eine Stärkung des Gesundheitssystems wichtig. Darauf hat aber die Politik (noch) keine Lust. Ein ganzes Jahr wurde verschlafen. Für mich hat Herr Spahn vollkommen versagt. Es wurde keine Strategie für den kommenden Herbst entwickelt.

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09.08.2021

Da Deutschland nicht pragmatisch kann, kommt wahrscheinlich irgendein kompliziertes Konstrukt dabei raus.
Derweil wäre es einfach: Allein der Blick auf die Hospitalisierung wäre aus meiner Sicht ausreichend. Dies gilt unabhängig von Corona und ist auch relativ zeitnah verfügbar (die Zeit zwischen Symptombeginn und Hospitalisierung beträgt bei C laut RKI-Steckbrief im Median 4 Tage). Auch der für den Inzidenzwert maßgebliche PCR-Test hat einen gewissen Zeitverzug von z. T. einigen Tagen, bis er in der Statistik auftaucht (Testtermin => Labor => Meldung Gesundheitsamt => Meldung RKI). Daneben ist die Hospitalisierung nicht "manipulierbar" und hängt nicht von Testkriterien und der Testanzahl ab. Und wenn die Inzidenz doch noch wichtig sein sollte, dann - wie Drosten bereits letztes Jahr vorgeschlagen - sollte man nur auf die Inzidenz der zunehmend vulnarablen Gruppe schauen, d. h. Inzidenz der über 50-jährigen. Wenn man sich die absoluten Zahlen anschaut, dann ist Corona für die meisten und inbesondere für die jüngeren eine milde Erkältungskrankheit (hat Drosten letztes Jahr auch schon gesagt), welche für eine breiter aufgestellte Immunisierung sorgt als eine Impfung allein. Impfung allein wird die Welt nicht retten...

In Island beispielsweise, einem Land mit sehr hoher Impfquote (ca. 75 % der über 16-jährigen), sagt mittlerweile auch dessen "Staatsepidemiologe" Guðnason:
"Der Epidemiologe hält es nun für notwendig, durch Fortdauern eine Herdenimmunität gegen das Koronarvirus zu erreichen, aber schwere Erkrankungen durch den Schutz gefährdeter Gruppen zu verhindern. Das Ziel könne es derzeit nicht sein, das Virus aus der Gesellschaft auszurotten.
Eineinhalb Monate nach der Abschaffung aller häuslichen Operationen wurde in den letzten Wochen eine Rekordzahl an Infizierten diagnostiziert, obwohl der Großteil der Bevölkerung geimpft ist.
Þórólfur Guðnason sagte heute Morgen in Sprengisandur in Bylgjan, es sei enttäuschend, dass mit der Impfung keine Herdenimmunität erreicht worden sei. Er sagt, es gebe nur einen anderen Weg, um eine Herdenimmunität zu erreichen, um zu ermöglichen, dass sich das Virus in der gesamten Gemeinschaft ausbreitet."

Quelle: https://www.visir.is/g/20212140884d/na-thurfi-hjardonaemi-med-thvi-ad-lata-veiruna-ganga

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09.08.2021

Ihr Kommentar ist ja ganz interessant, nur der Link führt zu einem Artikel, der schwer verständlich ist!

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09.08.2021

@ Johann S. Das ist eine isländische Seite, einfach mit Google oder anderen Programmen übersetzen lassen.

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08.08.2021

Ändert ein Wert etwas an der Problematik?

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