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Coronavirus

07.01.2021

Curevac hofft auf Zulassung seines Corona-Impfstoffs im Sommer

Die beiden Unternehmen Curevac und Bayer wollen gemeinsam bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs schneller vorankommen.
Bild: Gateau/Gollnow, dpa

Exklusiv Der nächste Impfstoff-Kandidat rückt in greifbare Nähe: Das Biotech-Unternehmen Curevac will mit Hilfe der Bayer-Konzerns sein mRNA-Mittel beschleunigen.

Das Prinzip ist nicht neu: Mittelständische Biotech-Firmen suchen sich starke Partner, um die Zulassung, aber auch die Herstellung ihres Impfstoffes zu beschleunigen und effektiver zu gestalten. "Unsere Idee – eure Erfahrung und Marktmacht", so das Konzept. Eine Strategie, die in Zeiten der Corona-Pandemie auf der Hand liegt. Schließlich sprengt die weltweite, fast verzweifelte Nachfrage nach Corona-Impfstoffen jede bekannte Dimension. Auch Curevac verfolgt diesen Weg. Das Tübinger Unternehmen arbeitet bereits mit Wacker Chemie in München und Fareva mit Sitz in Luxemburg zusammen. Nun kommt ein zusätzlicher Partner hinzu, der ganz neue Perspektiven eröffnen könnte: Curevac und der Pharma-Riese Bayer haben einen Kooperations- und Servicevertrag geschlossen.

Curevac-Impfstoff: Herstellungs-Kooperation noch offen

Eine Meldung, die in ganz Europa auf Interesse gestoßen sein dürfte. Schließlich hatte die EU 225 Millionen Impfdosen bei Curevac bestellt, mit einer Option auf 180 Millionen weitere Einheiten – mit insgesamt 405 Millionen Dosen das größte Auftragspaket, das Brüssel mit einer Biotech-Firma ausgehandelt hat. Große Erwartungen setzt auch die Bundesregierung in das Projekt – zumal die bundeseigene Förderbank KfW im Sommer mit 300 Millionen Euro bei Curevac eingestiegen ist.

 

Bei dem Präparat von Curevac handelt es sich – wie bei den Produkten von Biontech und der US-Firma Moderna – um einen hochmodernen, aber relativ teuren mRNA-Impfstoff, der genetische Informationen des Erregers enthält, aus denen Körperzellen ein Virusprotein herstellen.

Impfstoff CVnCoV in entscheidender klinischer Studienphase

Allerdings hat das Curevac-Vakzin CVnCoV noch nicht alle Hürden genommen. Derzeit läuft die dritte Phase mit klinischen Tests. "Wir hoffen, dass wir Ende des ersten Quartals wissen, wie hoch der Wirksamkeitsgrad unseres Impfstoffes ist. Danach könnte die zuständige europäische Behörde EMA den Zulassungsprozess starten", sagte Sarah Fakih von Curevac Anfang der Woche. Am Donnerstag gab es aus Tübingen eine erste Prognose, was die Marktreife des Vakzins betrifft: "Wir hoffen, dass unser Impfstoff Mitte des laufenden Jahres oder im dritten Quartal zugelassen wird und eingesetzt werden kann.

Bayer könnte Produktionskapazitäten zur Verfügung stellen

Um dieses Ziel zu erreichen, ist Bayer mit seiner riesigen Erfahrung in den Bereichen Chemie und Pharma der perfekte Partner für uns", sagte Curevac-Pressesprecher Thorsten Schüller unserer Redaktion. In der Tat hat Bayer mit seinen mehr als 100.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von 43,5 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2019 ein beeindruckendes Potenzial – auch was die Produktionskapazitäten betrifft. Natürlich ist Curevac – wie zuvor der Mainzer Konkurrent Biontech – bestrebt, auf eine rasche Produktionssteigerung nach einer Zulassung vorbereitet zu sein. Dieses Ziel soll durch Anlagen im eigenen Haus sowie durch externe Partner erreicht werden. Ob Bayer sich an der Herstellung beteiligt, ist noch nicht geklärt: "Eine Produktion unseres Impfstoffs ist nicht Teil des aktuellen Kooperationsvertrags. Aber das Unternehmen hat zugesagt zu prüfen, ob es möglich wäre, das Vakzin in seinen Produktionsanlagen herzustellen", erklärte Schüller.

Unabhängig davon umfasst die jetzt festgeschriebene Zusammenarbeit den Zulassungsprozess, die Erstellung einer effektiven Lieferkette für die Produktion, aber auch die langfristige Beobachtung der Effektivität und Qualität des Impfstoffes nach der Zulassung. Ein weiterer Punkt ist Schüller wichtig: "Bayer hilft uns auch beim Transfer von Technologie. Das ist wichtig, wenn wir die Herstellung, die ja bereits in unserem Haus läuft, auf externe Standorte übertragen – ein äußerst komplexer Prozess."

Ebenfalls geregelt ist in dem Vertrag, dass Curevac Inhaber der Marktzulassung für das Präparat bleibt. Das betrifft die Aktivitäten in den EU-Ländern und weiteren "ausgewählten" ausländischen Staaten, wie es in einer gemeinsamen Pressemitteilung der neuen Partner heißt. Im Gegenzug erhält der weltweit aktive Konzern Bayer die Option, Inhaber von Marktzulassungen außerhalb Europas zu werden.

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07.01.2021

aha, in welchem Jahr steht noch aus.

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07.01.2021

Ich möchte ja nicht pessimistisch erscheinen, aber eine Zulassung im Sommer in dem Artikel so hinzustellen, als ob dieses Mittel der nächste Kandidat ist, ist wohl doch etwas falsch wiedergegeben.

Der kommendn Kandidat ist doch wohl das Mittel von Astra-Zeneca aus GB.

Aber was bringen uns all diese Mittel, wenn die EU, und damit auch Deutschland, von all diesen schon seit langem als aussichtsreichsten Kandidaten, viel zu wenig bestellt hat.

Nur damit Frankreich mit dem Mittel SEINER Firma - Sanofi - mehr an dei EU verkaufen kann.

In dem Moment sollten doch die Prioritäten etwas anders verteilt werden.

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