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Rassismus

17.06.2020

Das Wort "Rasse" im Grundgesetz: Innenministerium plant Bericht

Artikel 3 des Grundgesetzes über Gleichheit vor dem Gesetz.
Bild: Jens Kalaene, dpa

Selbst im Grundgesetz steht der umstrittene Begriff "Rasse". Das Innenministerium plant einen Bericht zur Verwendung des Wortes. Dann könne man über Änderungen diskutieren.

In der Diskussion um das Wort "Rasse" im Grundgesetz plant das Bundesinnenministerium einen Bericht zur Verwendung des Begriffs. Dieser solle Aufschluss geben "über die verfassungsrechtliche Beurteilung, über die Motivationen, wie es dazu kam, dass dieser Artikel so im Grundgesetz steht", sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) am Mittwoch vor einer Sitzung des Innenausschusses des Bundestags in Berlin. Auch die internationale Handhabung des Themas solle betrachtet werden. "Und dann glaube ich, ist es sinnvoll, wenn wir darüber diskutieren", sagte Seehofer.

Das Wort "Rasse" kommt in Artikel drei de Grundgesetzes vor

Im Artikel drei Absatz drei des Grundgesetzes heißt es: "Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden."

Grüne: "Es gibt eben keine 'Rassen'. Es gibt Menschen."

Grünen-Chef Robert Habeck und die grüne Vizepräsidentin des Schleswig-Holsteiner Landtags, Aminata Touré, hatten eine entsprechende Grundgesetzänderung gefordert. Der Begriff "Rasse" manifestiere eine Unterteilung von Menschen in Kategorien, die Anspruch und Geist des Grundgesetzes widersprächen. "Es gibt eben keine 'Rassen'. Es gibt Menschen."

Das Wort "Rasse" im Grundgesetz: Innenministerium plant Bericht

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigte sich offen für eine Diskussion darüber, Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) will das Wort streichen. Grüne, Linke und Liberale wollen es durch eine andere Formulierung ersetzen. Auch Seehofer hatte Gesprächsbereitschaft signalisiert. (dpa)

Lesen Sie dazu auch: Soziologin Madubuko: "Schweigen ist die Grundlage für das Weiterleben von Rassismus"

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