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Altersvorsorge

03.01.2019

Das müssen Sie zu den Änderungen bei der Rente 2019 wissen

Kinderbetreuung im Jahr 1963: Die Mütter von damals werden jetzt pro Kind mit rund 80 Euro im Monat zusätzlich für ihre Arbeit belohnt. 
Bild: dpa (Archiv)

Mit dem Jahreswechsel haben sich viele wichtige Änderungen in der Altersvorsorge und für die Rentner ergeben. Das reicht von der Mütter- bis zur Betriebsrente.

Monatlich 16 Euro zusätzlich für jedes Kind, das vor 1992 geboren wurde. Doch die Auszahlung kann sich bis Mitte des Jahres verzögern. Was sich bei der Rente 2019 noch ändert und wie die betriebliche Altersvorsorge verbessert wird. Hier ein Überblick.

Wie hoch ist die Mütterrente?

Mütter von Kindern, die vor dem 1. Januar 1992 geboren wurden, bekommen jetzt 16,02 Euro Rente mehr im Monat (ostdeutsche Länder: 15,35 Euro). Dieser Betrag entspricht einem halben Rentenpunkt. Einen Rentenpunkt (derzeitiger Wert im Westen: 32,03 Euro) bekommt man auf sein Rentenkonto für ein Jahr Durchschnittsverdienst. Bisher wurden nur zwei Jahre Kindererziehung bzw. Rentenpunkte den Müttern gutgeschrieben.

Was bekommt beispielsweise eine Mutter, deren drei Kinder vor 1992 geboren wurden?

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Pro Kind werden ihr jetzt zweieinhalb Erziehungsjahre mit einem Durchschnittseinkommen gutgeschrieben, was dann 240,24 Euro Mütterrente monatlich bedeutet.

Muss für die Mütterrente ein Antrag gestellt werden?

Ein gesonderter Rentenantrag ist grundsätzlich nicht erforderlich. Nur Adoptiv- und Pflegeeltern müssen bei ihrem zuständigen Rentenversicherungsträger einen Antrag stellen.

Haben alle Mütter den gleichen Anspruch oder gibt es Abschläge?

Wer während der zweieinhalb Jahre Erziehungszeit überdurchschnittlich verdient hat, bekommt keine volle Mütterrente. Pro Jahr können höchstens etwas über zwei Rentenpunkte erworben werden.

Kommt die höhere Mütterrente schon mit der Januar-Rente?

Wer jetzt erstmals eine Rente bezieht, erhält sie gleich. Alle anderen müssen sich teilweise noch bis Mitte des Jahres gedulden, bis die automatische Umstellung – verbunden mit einer entsprechenden Nachzahlung – erfolgt ist. Verloren geht nichts.

Was ändert sich bei der Krankenversicherung der Rentner?

Wie die Arbeitgeber beteiligt sich die Rentenversicherung zur Hälfte an den Zusatzbeiträgen der Krankenversicherung. Rentner sparen sich dadurch zwar im Schnitt ein gutes halbes Prozent, müssen aber wie alle Arbeitnehmer auch mehr für die Pflegeversicherung bezahlen.

Was verbessert sich für Bezieher einer Erwerbsminderungsrente?

Wer jetzt erstmals eine Erwerbsminderungsrente bezieht, wird so gestellt, als hätte er bis 65 Jahre und acht Monate mit seinem bisherigen durchschnittlichen Einkommen weitergearbeitet und Beiträge gezahlt. Das erhöht die Rente.

Wo liegt die reguläre Altersgrenze?In diesem Jahr werden alle 1954 Geborenen 65 Jahre alt. Nach den Regeln der „Rente mit 67“ müssen sie für eine abschlagsfreie Rente über ihren Geburtstag hinaus noch acht Monate arbeiten. Es sei denn, jemand hat 45 Beitragsjahre (entspricht 540 Monatsbeiträgen) angesammelt. Dann hat er/sie schon früher Anspruch auf die volle Rente (Stichwort: „Rente mit 63“). Das von Jahr zu Jahr steigende Mindestalter dafür beträgt jetzt aber 63 Jahre und acht Monate (Jahrgang 1956).

Was hat sich bei der Betriebsrente zu Jahresbeginn geändert?

Die Bundesregierung will die Betriebsrenten attraktiver machen. Das wurde bereits 2017 beschlossen und mit einer ersten Stufe vor einem Jahr begonnen. Jetzt folgt planmäßig eine zweite Verbesserung. Arbeitgeber müssen neu abgeschlossene Verträge für eine betriebliche Altersvorsorge (nur Direktversicherungen, Pensionskassen und Pensionsfonds) bezuschussen, falls die Entgeltumwandlung genutzt wird. Ihre Mitarbeiter haben einen Anspruch auf mindestens 15 Prozent des selbst einbezahlten Beitrags. Wer beispielsweise 100 Euro seines Monatseinkommens für die betriebliche Altersvorsorge aufwendet, kann also insgesamt 115 Euro monatlich in die Altersvorsorge investieren.

Warum wird das nicht zum Draufzahlgeschäft für den Arbeitgeber?

Er muss für Entgeltumwandlungen keine Arbeitgeberanteile für Sozialversicherungen bezahlen. Das sind knapp 20 Prozent. In Tarifverträgen kann von dieser Regelung allerdings auch abgewichen werden.

Was ist mit Altverträgen für eine Entgeltumwandlung?

Diese Mitarbeiter kommen erst ab 2022 in den Genuss des Zuschusses, es sei denn, der Arbeitgeber bezahlt der Gleichbehandlung und des Betriebsfriedens zuliebe von Anfang an für alle.

Quellen: Deutsche Rentenversicherung, Stiftung Warentest

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