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Der Papst ist kein Revolutionär

Der Papst ist kein Revolutionär
Kommentar Von Daniel Wirsching
17.06.2019

Die von Papst Franziskus einberufene Sondersynode zur Priesterweihe für Familienväter in Amazonien wird die katholische Kirche nicht grundlegend reformieren.

Die Weihe sogenannter viri probati – bewährter verheirateter Männer – zu katholischen Priestern rückt immer näher. Auch wenn sowohl die Amazonas-Synode als auch das sie betreffende Gebiet, unter anderem Brasilien und Kolumbien, weit weg erscheinen. Doch die katholische Kirche ist eine Weltkirche, und mit welcher tatsächlich stichhaltigen Begründung wollte man dort etwas erlauben, hier aber nicht?

Priesterweihe Verheirateter bedeutet kein Ende des Pflichtzölibats

Zumal auch in Deutschland ein Mangel an Priestern herrscht und sich Seelsorge-Angebote in der Fläche nur schwierig aufrechterhalten lassen. Und zumal es mit Diakonen ja bereits verheiratete Kirchenmänner gibt, allerdings mit weniger Befugnissen ausgestattet als Priester.

Dass in absehbarer Zeit Familienväter am Amazonas zu Priestern geweiht werden, ist realistisch. Ebenfalls eine weltweite Reform-Dynamik in der Folge. Doch dieser Schritt wird weder den Anfang vom Ende des Pflichtzölibats einläuten noch das Problem des Priestermangels lösen. Papst Franziskus mag zwar auf Veränderung abzielen, auf Revolution aber ist er nicht aus. Das hat seine bisherige Amtszeit gezeigt. Wer eine solche von ihm erwartet, wird enttäuscht.

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