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Geburtstag

02.08.2015

Der "feinste kleine Kerl": Jim Knopf feiert seinen 55. Geburtstag

Jim Knopf feiert am Montag seinen 55. Geburtstag. In der Augsburger Puppenkiste bleibt er für immer Junge.
Bild: Fred Schöllhorn/Symbol

Jim Knopf lehrt seit 55 Jahren Kinder, was Toleranz, Mut und Freundschaft bedeuten. Heute feiert der Held aus Michael Endes Werk Geburtstag. Doch alt wird er nie werden.

Was tun die Personen in einem Buch, wenn es gerade niemand liest? Das fragt Michael Ende in seinem „Zettelkasten“. Für eine seiner Figuren lässt sich diese Frage heute beantworten. Jim Knopf, der kleine Lokomotivführer, feiert an diesem Montag seinen 55. Geburtstag.

Der „feinste kleine Kerl“, wie sein Freund Lukas ihn nennt, ist als Waise mit der Post nach Lummerland gekommen – in einem Paket mit unleserlicher Aufschrift. Auf der „Insel mit zwei Bergen“ nimmt die Krämerin, Frau Waas, das dunkelhäutige Baby bei sich auf. Lukas, der Lokomotivführer, der ebenfalls auf der Insel lebt, gibt ihm einen Vornamen: Jim, „weil er einfach so aussieht“. Nachdem der Bub sich an seiner Hose immer wieder ein Loch an derselben Stelle aufreißt, näht Frau Waas ihm dort einen Knopf an – damit er die Lücke, bei Bedarf, auf- und zuknöpfen kann. So kommt der Bub zu seinem Nachnamen. Er ist, das wird im Lauf der Geschichte klar, wahrscheinlich Nachfahre eines der Heiligen Drei Könige, nämlich Kaspar – in 33. Generation.

55 Jahre Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer

Je älter Jim Knopf wird, desto kleiner wirkt auf ihn die Insel Lummerland. Und je mehr der Bub heranwächst, desto mehr wird auch dem dortigen König, Alfons dem Viertel-vor-Zwölften, klar: Auf der Insel ist nicht mehr genug Platz für alle Einwohner. Deshalb beschließt der Herrscher des kleinen Reichs schweren Herzens, dass die Lokomotive Emma die Insel verlassen muss. Lukas aber will seine Lok nicht alleine ziehen lassen – und Jim will seinen besten Freund nicht gehen lassen. Also machen sich die drei gemeinsam auf eine große Reise.

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Die Abenteuer, die sie auf ihrer Fahrt erleben, geben Jim Knopf jede Menge Raum, um seinen Mut zu beweisen. Auch die Bedeutung von Freundschaft, Ehrlichkeit und Toleranz bringt Michael Endes kleiner Held den Lesern näher.

Michael Ende gewann Deutschen Jugendliteraturpreis für "Jim Knopf"

War das Buch mit seiner dunkelhäutigen Hauptfigur und den „reinrassigen Drachen“, auf die er stößt, tatsächlich eine antirassistische Parabel? Die Historikerin Julia Voss jedenfalls stellte diese These vor einigen Jahren auf. Glaubt man dem Autor Michael Ende selbst, gab es hinter der Geschichte aber keinen großen Plan. „Ich habe den ,Jim Knopf‘ wirklich so geschrieben, dass ich mit dem ersten Satz angefangen habe, ohne jedes Konzept und ohne zu wissen, wie der zweite Satz heißen und worauf das Ganze hinauslaufen wird“, erklärte Michael Ende einmal.

Ein Dutzend Verlage lehnten die Geschichte zunächst ab. Erst der Thienemann Verlag war begeistert – und brachte das Buch 1960 heraus. Bereits ein Jahr später, 1961, erhielt Michael Ende den Deutschen Jugendliteraturpreis für Jim Knopf – die Augsburger Puppenkiste und der kleine Held machten sich danach gegenseitig bekannt. Bis heute grüßt die liebevoll gestaltete Marionette im dortigen Museum ihre Fans. Sie ist, auch nach über fünf Jahrzehnten, Kind geblieben.

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