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Rumänien

17.11.2014

Deutschstämmiger Kandidat gewinnt überraschend Präsidentschaftswahl

Sein Sieg ist in ganz Europa eine Überraschung: Der deutschstämmige Klaus Iohannis wir neuer Präsident Rumäniens.
Bild: Raed Krishan, dpa

Er vertritt zwei Minderheiten und wird dennoch zum Präsidenten gewählt. Der Siebenbürger Sachse Klaus Iohannis überrascht ganz Europa mit seinem Wahlergebnis.

Es sprach Vieles gegen ihn. Dennoch ist der deutschstämmige Konservative Klaus Iohannis aus der Stichwahl um das Präsidentenamt in Rumänien als Sieger hervorgegangen. Wie die Wahlbehörde in der Nacht zum Montag nach der Auszählung von rund einem Drittel der Stimmen bekanntgab, lag Iohannis mit 55,8 Prozent der Stimmen vor seinem Herausforderer Victor Ponta, der 44,2 Prozent erhielt. Regierungschef Ponta gestand seine Niederlage ein.

Prognosen sagten Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Iohannis und Ponta voraus

Erste Prognosen auf der Grundlage von Nachwahlbefragungen hatten noch auf ein knappes Rennen zwischen den beiden Politikern hingedeutet, bei den ersten Teilergebnissen war der Abstand dann deutlich. Schon nach den ersten Tendenzen hatte Ponta seine Niederlage eingestanden: "Das Volk hat immer Recht", erklärte der 42-Jährige. Er habe Iohannis bereits zum Sieg gratuliert. Er bekräftigte zudem, dass er als Regierungschef im Amt bleiben werde.

"Wir haben gewonnen!", schrieb ebenfalls bereits nach der Veröffentlichung von Prognosen der 55-jährige Iohannis am Sonntagabend auf seiner Facebook-Seite. Der konservative Politiker ist seit 2000 Bürgermeister der Stadt Sibiu (Hermannstadt). Er war bei der ersten Runde deutlich hinter Ponta gelandet, weshalb der Regierungschef als Favorit in die Abstimmung gegangen war. Neuen Angaben zufolge lag die Wahlbeteiligung allerdings bei ungewöhnlich hohen 62 Prozent, was maßgeblich zu Iohannis' Sieg beigetragen haben dürfte.

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Rumänen feiern auf den Straßen den Sieg des Siebenbürger Sachse

Bei dem spannenden Duell zwischen Iohannis und Ponta ging es um die Nachfolge des scheidenden Staatschefs Traian Basescu, der gemäß der Verfassung nach zwei Amtszeiten nicht erneut antreten durfte. Ponta war für die Sozialdemokratische Partei (PSD) angetreten. Der ehemalige Staatsanwalt für Korruptionsfälle gilt als besonders verankert in der ländlichen Bevölkerung, außerdem genießt er den Rückhalt der einflussreichen Rumänisch-Orthodoxen.

Iohannis kandidierte für die Christlich-Liberale Allianz (ACL) mit dem Versprechen, die Rechtsstaatlichkeit zu stärken und ausländische Investoren anzulocken. Als Deutschrumäne und Mitglied der evangelisch-lutherischen Kirche vertritt Iohannis gleich zwei gesellschaftliche Minderheiten.

In der Hauptstadt Bukarest gingen noch am Sonntagabend rund 10.000 Menschen auf die Straße, um Iohannis' Sieg zu feiern. Sie schwenkten rumänische Fahnen und bejubelten ihren neuen Präsidenten, der kurz erschien, um die Menge zu grüßen. Die Menschen zeigten sich außerdem solidarisch mit den im Ausland lebenden Rumänen, von denen Tausende wegen fehlender Wahllokale nicht abstimmen konnten.

In Paris protestieren Wähler vor der Botschaft

In Paris war es am Abend zu Auseinandersetzungen gekommen: Dort ging die Polizei vor der rumänischen Botschaft mit Tränengas gegen aufgebrachte Rumänen vor, die bei der Schließung des Gebäudes versuchten, dort einzudringen, um noch ihre Stimme abzugeben. (afp)

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