Newsticker

Auswärtiges Amt warnt vor Reisen nach Madrid und ins Baskenland
  1. Startseite
  2. Politik
  3. Die Bedrohung durch Extremismus wächst durch Corona

Die Bedrohung durch Extremismus wächst durch Corona

Die Bedrohung durch Extremismus wächst durch Corona
Kommentar Von Bernhard Junginger
09.07.2020

Die Gewaltbereitschaft ist laut Verfassungsschutzbericht in fast allen extremistischen Bereichen gestiegen. Corona könnte die Entwicklung noch verschärfen.

Corona ist nicht nur eine Gefahr für unsere Gesundheit und unseren Wohlstand, sondern auch für die freiheitlich-demokratische Grundordnung. Denn das Virus trifft unsere Gesellschaft ausgerechnet zu einer Zeit, in der anschwellender Extremismus das friedliche Zusammenleben in zunehmendem Maße herausfordert. Die größte Bedrohung geht akut von Rechtsextremisten, Rassisten und Antisemiten aus. Aber auch im linken Spektrum steigt die Zahl der Straftaten, während weiter hunderte islamistische Gefährder Terror im Schilde führen. Und in einem absolut erschreckenden Maße setzen die Geheimdienste autoritärer Staaten alles daran, die westliche Wertegemeinschaft und die Idee der Demokratie insgesamt zu schwächen. Um dieses Ziel zu erreichen, feuern sie gesellschaftliche Konflikte etwa durch falsche oder verzerrte Nachrichten immer weiter an.

Die Corona-Pandemie weckt Urängste

Zentrale Erkenntnis des aktuellen Verfassungsschutzberichts ist, dass die extremen Ränder wachsen. Durch Corona könnte sich diese Entwicklung nun weiter verschärfen. Denn die unheimliche Pandemie weckt Urängste, vor dem Tod, dem Verlust von Arbeitsplatz, Status, Hab und Gut, gesellschaftlicher Existenz.

 

Sollte es infolge der Pandemie zu einer anhaltenden Rezession, zu Massenentlassungen und Verteilungskämpfen kommen, könnten sich jetzt schon aufgeheizte Debatten weiter radikalisieren. Leider sieht es so aus, als würde die Corona-Krise trotz aller staatlichen Gegenmaßnahmen viele Verlierer produzieren. Ihr Frust könnte wie ein Brandbeschleuniger für extremistische Strömungen wirken.

Verfassungsschutzbericht: Wenn die Ränder wachsen, wird die Mitte kleiner

In Krisenzeiten wie diesen suchen viele Menschen nach Sündenböcken, werden Verschwörungsmythen populär. Bei Demonstrationen, besonders aber im Internet blühen Hass und Hetze. In einem Klima weitreichender Verunsicherung fallen extremistische Botschaften und radikale Thesen auf besonders fruchtbaren Boden und vergiften das Klima immer weiter. Bei hässlichen Worten bleibt es nicht. Der Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke, die tödlichen, ebenfalls rechtsterroristischen Anschläge von Halle und Hanau beweisen: Am Ende der Spirale der Menschenverachtung steht die Ermordung von Menschen.

Wenn die Ränder wachsen, wird die Mitte kleiner, das muss jedem Bürger bewusst sein. Das Extremismusproblem geht alle an. Egal zu welchen Parteien, Lebensentwürfen und Religionen sie sich bekennen. Und egal, welche Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie sie für sinnvoll halten oder eben nicht.

 

Vielfalt und freie Rede, das wunderbare Grundgesetz, die Achtung der Menschenwürde, das sind Werte, für die es sich zu kämpfen lohnt. Diesen Kampf müssen nicht nur die Verfassungsschützer mit aller Konsequenz führen. Wo der Extremismus wuchert, muss jeder Einzelne zum Hüter der Verfassung werden. Nicht mit den Mitteln der Geheimdienste, sondern mit einem klaren Bekenntnis zu Demokratie und Pluralismus. Und energischem Widerspruch, wo immer die Feinde der Demokratie am Werk sind. Gerade in Zeiten von Corona, wo jeden seine eigenen Sorgen plagen, darf das Eintreten für die freiheitliche Grundordnung nicht in den Hintergrund treten.

Ein intaktes Immunsystem braucht nicht nur der menschliche Körper gegen Corona. Sondern auch die ganze Gesellschaft benötigt gegen Hass, Terrorismus und Radikalismus. Um ihre Abwehrkräfte zu stärke, muss sich die friedliebende, demokratische Mitte breit machen, selbstbewusst und geschlossen auftreten. Sonst wird sie irgendwann von den extremistischen Rändern erdrückt.

Lesen Sie dazu auch:

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

09.07.2020

Wirklich ernsthaft die Gefahr des Rechtsextremismus wird hier wieder vorne weg geschoben? Wenn die linken plündern und auf raubzug gehen, die Polizei in jeder, absolut jeder Handlung einschränken oder gar verbieten wollen und verhöhnen beleidigen und beschimpfen. Alle über einen kamm Scheren, aber wichtig ist rechts muss angesprochen und vorallem. Angeführt werden. Dabei entsteht der Rechtsextremist, ebenso wie der Antisemit und Rassist zu 90%im Kopf der links verdrehten Bevölkerung. Wenn ich einen deutschen, weißen Mann beleidige (als ar***loch weil er mein Auto abfährt oder ähnliches hab ich ihn beleidigt, wenn dieser aber eine dunkle Hautfarbe hat bin ich ein Rassist weil der linke sieht wie ich einen nicht weißen beleidige. Da liegt das Problem des Rechtsextremismus begraben. Nimmt man all diese Fälle weg, ja bleiben immernoch welche übrig aber das ist kaum erwähnenswert. Im Gegensatz zu linksextremisten die sehr deutlich mehr und vorallem gewaltbereiter und auch unkontrollierter Vorgehen.

Permalink
09.07.2020

Rechte Gewalt entsteht im Kopf. In den Köpfen der Täter entstehen die Taten. Nicht in den Köpfen der Opfer und Zeugen.
Oder sind Taten nicht das Ergebnis von Gedanken? Oder haben wir es hier mit hirnlosen Zombis zu tun? Wurden die etwa schon von Bill Gates geimpft?
Was Sie hier wieder betreiben ist eine Verharmlosung rechter Gewalt. Ihr Beispiels ist lächerlich. Auch der Ausdruck "Kartofflel" ist ebenfalls rassistisch. Und wenn Sie wegen dem Wort "A...loch" bei der Polizei angezeigt werden, fällt das ganz sicher nicht in die Statistik. Vermutlich nicht mal bei Verwendung von Bezeichnungen wie Kameltreiber usw.
Die Straftaten von Rechtsextremen sind keine Hirngespinste. Fragen Sie mal die zahlreichen Opfer. Halle, München, Hanau, Lübcke sind keine Hirngespenste. Im Gegenteil. Viel durch Rechtsextreme Getöte der letzten 20 Jahre, wurden als normale Mordopfer geführt. Als Opfer unpolitischer Taten.
Vom NSU ganz zu schweigen. Da wurde überall ermittelt. Nur nicht im rechten Spektrum. Obwohl ein V-Mann sogar bei einem Mord dabei war. Von den ganzen nicht so bekannten Taten (Brandstiftungen, Körperverletzungen, usw.) ganz zu schwiegen.
Antisemitismus ist nicht nur ein Hirngespinst. Wobei viele Fälle nicht von Rechtsextremen sondern von Personen mit Migrationshintergrund begangen werden. Ach ja, solche Sprüche wie "Die Juden haben nicht von ihrer Hände Arbeit gelebt." oder "Hitler hat den reichen Judne das Geld genommen und an die armen Deutschen verteilt." (Alles in den letzten 6 Monaten gehört) sind leider noch heute unter Biodeutschen verbreitet. Übrigens sind Deutsche jüdischen Glaubens genauso wenig für Verbrechen des Staates Isreals verantwortlich wie Deutsche christlichen oder moslemischen Glaubens.

Wo sind bei Ihnen die linken Horden, die plündernd durch die Straße ziehen? Meinen Sie etwa Stuttgart? Da war alles dabei.

Ach ja, die gefundenen "Haftlisten", Waffen und Munitionslager bei rechten Gruppierungen für den Tag X sind natürlich auch nur Hirngespinste.

Die Straftaten durch Rechte, Linke, Islamisten oder durch Flüchtlingen sind keine Hirngespinste. Sind durch nichts zu rechtfertigen und lassen sich auch nicht gegeneinander aufrechnen.

Permalink
Das könnte Sie auch interessieren