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Piratenpartei

30.03.2012

Die Chancen für die Piraten stehen auch in Bayern nicht schlecht

Jubel bei den Piraten nach der Saarland-Wahl. Auch in Bayern strebt die Partei den Einzug in den Landtag an.
Bild: dpa

Die Piraten strotzen nach der Saarland-Wahl vor Selbstbewusstsein. Auch in Bayern wollen sie 2013 den Landtag entern. Durchaus realistisch, meinen Experten.

Nach dem Erfolg der Piraten bei der Saarland-Wahl befindet sich die Partei im Aufwind. Die Landesparlamente in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein zu entern, ist fest eingeplant. Und dann dauert es nicht mehr lange, bis die Landtagswahl in Bayern vor der Tür steht. In aktuellen Umfragen kommt die Piratenpartei im Freistaat auf fünf Prozent.

Die Piraten profitieren von Themen, die auch in Bayern greifen

Den Einzug der Piraten in den Landtag hält Dr. Manuela Glaab für realistisch."Die Piraten stehen auch in Bayern in den Startlöchern", sagt die Parteienforscherin von der Ludwig-Maximilians-Universität München. Zu einer konkreten Prognose für die Wahl im Herbst 2013 will sich die Wissenschaftlerin zwar nicht hinreißen lassen - "das wäre reine Kaffeesatzleserei" - doch es sei durchaus wahrscheinlich, dass die Partei die Fünf-Prozent-Hürde überspringen werde. Doch klar sei auch, dass von Berlin und dem Saarland aus nicht so einfach auf Bayern geschlossen werden könne. Die Gründe hierfür: Die Wählerstrukturen sind in Bayern andere und die Piratenpartei ist im Freistaat noch nicht so stark verankert wie beispielsweise in Berlin.

Aber: "Die Piraten profitieren von Punkten, die auch in Bayern greifen", sagt Manuela Glaab. Die Partei sei eine Mitmach-Partei und das spreche vor allem die jüngeren Wähler an. "Auch die Kommunikationsformen, die die Partei nutzt, entsprechen dem Lebensgefühl dieser Altersgruppen."

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Zudem sei die Zahl potentieller Protestwähler auch im Freistaat hoch und die bayerischen Piraten inzwischen gut aufgestellt. Der Landesverband der Piraten in Bayern ist laut eigener Aussage der größte in der Bundesrepublik.

Piraten: Weg von der Ein-Themen-Partei

Wie sich die Partei langfristig entwickeln wird, hängt Manuela Glaab zufolge davon ab, wie sich die Piraten im politischen Alltagsgeschäft bewähren werden. Zudem gelte es, sich programmatisch weiterzuentwickeln. "Es ist fraglich, ob man als Ein-Themen-Partei langfristige überleben kann." Doch das wollen die Piraten auch nicht, wie Stefan Körner, der Vorsitzende des bayerischen Landesverbands, am vergangenen Wochenende auf dem Landesparteitag in Straubing verkündete. Laut Körner wollen die Piraten neue Politikfelder erschließen, um für die Landtagswahl ein umfassendes Parteiprogramm zu entwickeln.

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