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Umfrage

20.05.2017

Die Kanzlerin thront über allen

Mit der Note plus 2,2 ist Merkel die beliebteste Politikerin.

Die Forschungsgruppe Wahlen legt für die Union ausgezeichnete Zahlen vor. Dennoch halten zwei Drittel die Bundestagswahl für offen

0:3 hinten, die Luft ist raus, die Sache ist entschieden – so oder so ähnlich klangen die Schlagzeilen in der Presse, nachdem die SPD nach dem Saarland und Schleswig-Holstein auch die „kleine Bundestagswahl“ an Rhein und Ruhr versemmelt hatte. Und tatsächlich mangelt es nicht an handfesten Indizien dafür, dass in Nordrhein-Westfalen nicht nur ein Machtwechsel stattgefunden hat, sondern auch eine Vorentscheidung mit Blick auf die Bundestagswahl am 24. September gefallen ist: Tag für Tag warnen Politiker der Union, dass noch rein gar nichts entschieden sei. Dahinter steckt die Sorge, dass die Mobilisierung der eigenen Anhänger ins Stocken geraten könnte.

Allerdings zeigen die aktuellen Zahlen der Forschungsgruppe Wahlen, dass die meisten Deutschen weit weniger als viele Kommentatoren davon überzeugt sind, dass Wahlsieger und -verlierer bereits feststehen: 66 Prozent aller Befragten halten das zwar für „noch offen“. Das könnte als gute Nachricht für die SPD und ihren Spitzenkandidaten Martin Schulz gewertet werden. Doch bei einem genaueren Blick erweist sich das aktuelle Politbarometer dann doch als bittere Lektüre für SPD-Politiker oder treue Wähler der Partei. Besonders zu denken geben sollte den Sozialdemokraten, dass Schulz in puncto Beliebtheit spektakuläre Einbußen verzeichnet. Im März noch stand er mit plus 1,7 im Notenspiegel nur hauchdünn hinter Kanzlerin Angela Merkel. Doch dann ging es kontinuierlich nach unten. Aktuell steht der frühere Präsident des EU-Parlaments nur noch bei mageren 0,6 – noch hinter Sigmar Gabriel. Sogar Gregor Gysi konnte sich noch vor dem Mann aus Würselen einreihen. Merkel thront mit 2,2 über allen. Das schlägt sich auch in der Sonntagsfrage nieder. Wäre jetzt Bundestagswahl, käme die SPD nur noch auf 27 Prozent (-2), während die Union um ein weiteres Pünktchen auf 38 Prozent klettert.

Ähnlich wenig Freude dürften der AfD ihre aktuellen Zahlen bereiten. Sie hat einen weiteren Prozentpunkt verloren und liegt jetzt bei 7 Prozent. Das dürfte auch daran liegen, dass ihr Leib- und Magenthema Zuwanderung nur noch für 41 Prozent der Deutschen das wichtigste Thema ist. Im Frühjahr waren es noch 50 Prozent.

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Aus dem Tritt geraten scheint auch die Wahlkampagne der Grünen. Der saft- und kraftlose Eindruck, den die Partei derzeit macht, überzeugt ebenfalls nur noch 7 Prozent der Befragten.

Die FDP hat den Schwung aus der NRW-Wahl offensichtlich mitgenommen. Sie kommt derzeit auf 8 Prozent und kann als einzige Partei seit April gleich 2 Prozentpunkte zulegen. Schwarz-Gelb bringt jetzt zusammen schon 46 Prozent auf die Waage – eine Mehrheit rückt in Sichtweite.

Welche Koalition darf es denn sein? Auch das fragten die Meinungsforscher. Stolze 22 Prozent mochten auf diese Frage gar nicht erst antworten. Die beliebtesten Verbindungen sind eine Große Koalition sowie Schwarz-Gelb mit jeweils 21 Prozent. Rot-Grün wünschen sich nur noch 10 Prozent.

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