Newsticker
Corona-Gipfel: Lockdown soll verlängert, Kontaktbeschränkungen gelockert werden
  1. Startseite
  2. Politik
  3. Die Pflege soll „cool“ werden

29.01.2019

Die Pflege soll „cool“ werden

Koalition will mehr junge Menschen für den Beruf gewinnen

Rund 800000 Menschen arbeiten in der deutschen Autoindustrie. In der Alten- und Krankenpflege sind es über eine Million – und dennoch herrscht Personalnot. Am Montag hat die von der Bundesregierung eingerichtete „Konzertierte Aktion Pflege“ deshalb erste Vorschläge vorgelegt, um die Arbeitsbedingungen in diesem Berufsfeld deutlich zu verbessern und gegen den Pflegenotstand anzugehen. Die Pflege soll cool werden, hieß es, um deutlich mehr Auszubildende für den Beruf zu gewinnen.

Bis 2023 soll die Zahl der Azubis und ausbildenden Einrichtungen im Bundesschnitt um zehn Prozent im Vergleich zu diesem Jahr zulegen, sagte SPD-Familienministerin Franziska Giffey. „Die Pflege ist ein digitalisierungssicherer Zukunftsberuf“, sagte Giffey. Die Bedingungen müssten aber dringend verbessert werden, damit sich mehr junge Leute dafür entschieden und dabei blieben. Das Bündnis habe 111 Maßnahmen festgehalten, darunter eine Öffentlichkeitskampagne für den Pflegeberuf. Die Ministerin hob zudem die Neuregelung der Pflegeausbildung ab 2020 hervor – dann soll bundesweit kein Schulgeld mehr fällig werden, Azubis sollen vielmehr Vergütungen bekommen.

Die Zahl der Auszubildenden in der Altenpflege steigt bereits seit einiger Zeit leicht an und lag zuletzt bei rund 68000. Insgesamt sind in der Pflege 38000 Stellen unbesetzt. Die „Ausbildungsoffensive“ ist erstes Ergebnis einer im Sommer gestarteten „Konzertierten Aktion Pflege“ der Regierung. Ihr gehören Arbeitgeber und Gewerkschaften, Wohlfahrtsverbände und Kirchen, Krankenkassen und Betroffenenverbände an. In den kommenden Monaten sollen umfassende Vorschläge gegen die Personalnot erarbeitet werden.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz erklärte, ohne Zweifel müssten Löhne und Ausbildungsplätze attraktiv werden. „Doch solange unklar ist, wer die Kosten trägt, bleibt es bei schönen Versprechen“, sagte Vorstand Eugen Brysch. Heimbewohner könnten dies nicht auch noch schultern. (kna, dpa)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren