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Umweltschutz

20.09.2019

Diese Veränderungen bringt das Klimapaket der Regierung für die Bürger

Die Flugpreise werden für Verbraucher mit dem Maßnahmenpaket der Koalition steigen. Denn der Ausstoß von CO2 wird bepreist.
Bild: Boris Roessler, dpa

Plus Um die Umwelt zu schützen, hat die Regierung Maßnahmen geplant. Zentrales Ziel ist, den CO2-Ausstoß zu verringern. Was jetzt auf die Bürger zukommt.

In einer Marathon-Sitzung haben Union und SPD sich auf einen Klimaschutzplan geeinigt. Nach der Präsentation stellt sich die Frage: Was bringen die Maßnahmen wirklich? Und mit welchen Veränderungen muss der Bürger am Ende rechnen?

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Wir bewerten acht ausgesuchte Maßnahmen des Pakets und analysieren, wie sie sich konkret auswirken.

1. Mehr Elektroautos sollen auf die Straßen

Der Bereich Verkehr stand bei den Beratungen besonders im Fokus. Um die CO2-Belastung zu senken, will die Bundesregierung die Deutschen dazu bringen, auf E-Autos umzusteigen. Bis 2030 sollen bis zu 10 Millionen Elektrofahrzeuge zugelassen sein (aktuell sind es rund 80.000). Für günstigere E-Autos will der Staat die Kaufprämie erhöhen. Es soll zudem mehr Ladesäulen geben. Gleichzeitig werden die Spritpreise anziehen: Zunächst sollen Benzin und Diesel um etwa 3 Cent je Liter verteuert werden, in einem zweiten Schritt bis 2026 dann weiter auf 9 bis 15 Cent je Liter. Richtig ist: Elektroautos emittieren kein CO2. Doch in die Bilanz fließt eben auch die Produktion der Fahrzeuge und der Batterie. Um eine wiederaufladbare Batterie herzustellen, wird viel Strom benötigt. Dessen Erzeugung verursacht Emissionen. Studien gehen von 100 bis 200 Kilogramm CO2-Ausstoß pro Kilowattstunde Batterieleistung aus. Addiert man die Emissionen der restlichen Herstellung, kommen die verschiedenen Studien am Ende auf Werte zwischen zehn und zwölf Tonnen. Zum Vergleich: Für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor rechnen Experten im Schnitt mit sechs bis sieben Tonnen Treibhausgasen. Ausgeglichen wird dies später im Betrieb. Manche Studien berechnen den Emissionsvorteil ab Fahrleistungen von rund 100.000 oder auch 150.000 Kilometern. Sinnvoll ist das E-Auto auch nur, wenn Strom aus regenerativen Quellen kommt und nicht aus Kohle.

Ein Elektroauto wird an einer Ladestation geladen.
Bild: Martin Gerten, dpa

2. Tanken und Heizen wird moderat teurer

Die Große Koalition hat sich nicht getraut, sich mit den Autofahrern anzulegen. Sie will zwar eine CO2-Abgabe einführen, aber sie startet sehr moderat. Der Preis des Treibhausgases war der Knackpunkt der Verhandlungen zwischen Union und SPD. Das Bündnis traf sich in der Mitte und einigte sich auf eine Mischform zwischen Steuer (SPD) und einem Handel mit Luftverschmutzungsrechten (Union). Die Tonne CO2 soll 10 Euro kosten und stufenweise bis 2025 auf 35 Euro ansteigen. Letzterer ist der Betrag, mit dem Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) eigentlich beginnen wollte. Für die SPD-Politikerin ist das eine Niederlage. Bei 35 Euro würde Benzin um 10 Cent teurer, Diesel um 11 Cent. Dem entsprechend wird bei einem CO2-Preis von 10 Euro der Aufschlag also nur rund 3 Cent für Sprit betragen. Auch Heizen wird etwas mehr kosten, weil für Heizöl und Gas auch die CO2-Abgabe fällig wird. Bei 35 Euro würde sich der Preis für Erdgas um einen Cent je Kilowattstunde erhöhen, für Heizöl um 11 Cent je Liter. „Die Bundesregierung hat einen sehr defensiven und mutlosen Plan ausgearbeitet“, monierte der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, Gabriel Felbermayr. Durch den Aufschlag sollen die Verbraucher eigentlich dazu gebracht werden, sich ein umweltfreundliches Auto zu kaufen oder die alte Heizung auszutauschen. Je schwächer die Mehrkosten ausfallen, desto kleiner der Anreiz, sich klimaschonend zu verhalten.

Nach einer Nacht mit Temperaturen bis zu minus 20 Grad Celsius qualmen die Schornsteine von Wohnhäusern.
Bild: Jan Woitas, dpa

3. Die Ölheizung hat bald ausgedient

Rund 5,8 Millionen Gebäude werden durch eine Ölheizung versorgt. Diese Geräte sind teilweise uralt, entsprechend hoch ist der CO2-Ausstoß. Die Beschlüsse des Klimakabinetts sehen vor, dass ab 2025 keine Ölheizungen mehr eingebaut werden dürfen. Bereits eingebaute Anlagen haben Bestandsschutz. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft BDEW hat die Folgen untersucht und ist begeistert: Mindestens 2,1 Millionen Gebäude könnten schnell und unkompliziert mit einer Gasheizung modernisiert werden, weitere 510 000 Gebäude ließen sich an das Fernwärmenetz anschließen. Mehr als 14 Millionen Tonnen CO2 ließen sich so einsparen. Würde man alle Ölheizungen durch moderne Technologien ersetzen, ließen sich bis zu 30 Millionen Tonnen CO2 einsparen. „Mit der Umrüstung auf Gas stellen sich die Hausbesitzer zukunftssicher auf: Schon heute lassen sich moderne Gasheizungen ohne technische Umstellung auch mit grünen Gasen wie Biomethan betreiben“, erklärt BDEW-Hauptgeschäftsführer Stefan Kapferer. Die vom Klimakabinett beschlossene CO2-Bepreisung erzeugt in diesem Zusammenhang Druck von der anderen Seite. Denn der Marktpreis für fossile Brennstoffe ist im Vergleich zur Inflation seit 2012 gefallen. Sie kosten heute so viel wie 2008. Durch das neue CO2-Preisschild wird Öl teurer werden. Allerdings ist der Preis nicht so hoch wie erwartet und es bleibt abzuwarten, wie viel Druck entsteht.

Alte ausrangierte Heizkörper liegen nach einer Gebäude-Sanierung in einem Innenhof.
Bild: Daniel Karmann, dpa

4. Bahn billiger, dafür Fliegen teurer

Der Verkehrssektor ist für rund ein Fünftel der Treibhausgas-Emissionen in Deutschland verantwortlich, und dem Bahnverkehr kommt in den Konzepten des Klimakabinetts deshalb eine besondere Bedeutung zu. CO2 soll eingespart werden, indem Fahrkarten durch eine Absenkung der Mehrwertsteuer auf sieben Prozent billiger werden. Insgesamt rechnet die DB mit einem jährlichen Plus von fünf Millionen Fahrgästen allein durch diese Absenkung der Mehrwertsteuer, die rechnerisch zu einer Preisreduzierung von zehn Prozent führt. Bahn-Chef Richard Lutz kündigte gleichzeitig den Kauf von 30 neuen Hochgeschwindigkeitszügen an. Bei den Experten kommt das gut an. „Wir brauchen eine umwelt- und klimafreundliche Mobilität, die für Menschen mit geringem Einkommen bezahlbar bleibt“, sagt etwa Dirk Flege, der Chef der Allianz pro Schiene. Gleichzeitig soll das Fliegen über Abgaben teurer gemacht werden. Denn die billigen Flugtickets haben den Individualverkehr und damit den CO2-Ausstoß rasant ansteigen lassen. Dabei verursacht eine Flugreise 19 Mal so viel Treibhausgas wie eine Fahrt mit der Bahn. Konsequent ist die Regierung bei der Verkehrswende allerdings nicht. Wer mit dem Auto weit zur Arbeit fährt, etwa auf dem Land, kann bald mehr bei der Steuer sparen. Vom 21. Kilometer an soll die Pendlerpauschale ab 2012 von jetzt 30 auf 35 Cent pro Kilometer steigen – erst mal befristet bis Ende 2026.

Eine S-Bahn fährt in München aus einem Tunnel.
Bild: Frank Leonhardt, dpa

5. Energieverlust in alten Gebäuden stoppen

Was für Ölheizungen gilt, gilt auch für viele Gebäude in Deutschland: Sie sind alt und nicht auf dem Stand der Technik. Um etwa zwei Drittel soll der CO2-Ausstoß des Gebäudesektors bis 2030 gegenüber 1990 schrumpfen und das soll durch die sogenannte energetische Gebäudesanierung erreicht werden: Der Energieverbrauch für Heizung, Warmwasseraufbereitung und Belüftung wird durch gezielte bauliche Maßnahmen minimiert. Der Sinn solcher Maßnahmen ist unumstritten. Das Problem ist bloß, dass sie viel Geld kosten. Der Zentrale Immobilien Ausschuss ZIA freute sich hier über die angekündigte steuerliche Abschreibung von energetischen Sanierungsmaßnahmen. Bei der Ausgestaltung müssten alle Gebäudetypen Berücksichtigung finden, auch Gewerbeimmobilien. Die Chefs des Deutschen Mieterbundes, des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW und des Deutschen Verbandes (DV) befürchten ein Finanzierungsloch von sechs Milliarden Euro jährlich für vermietete Wohnungen sowie von mindestens 14 Milliarden Euro für Wohngebäude insgesamt. Damit dieses Loch gestopft werden kann, wäre den Experten zufolge die Schaffung eines Fonds die beste Lösung. Ohne frisches Geld vom Staat werden demnach entweder für diesen Bereich die Klimaziele 2030 nicht erreicht. Oder aber es kommt für die 40 Prozent der Menschen mit niedrigen Einkommen zu sozialen Härten.

Arbeiter auf einem Baugerüst verrichten Arbeiten an der Fassade eines Hauses.
Bild: Daniel Karmann, dpa

6. Deutlich mehr Windräder und Solarfelder

Ob der Klimaschutzplan aufgeht, wird im Wesentlichen davon abhängen, ob in den nächsten Jahren deutlich mehr Windräder in Deutschland und vor den hiesigen Küsten aufgestellt werden als bislang geplant. Das Gleiche gilt für Solaranlagen. Doch die Bundesregierung will ihrem Klima-Eckpunktepapier zufolge nur bei Solaranlagen und bei Windparks in Nord- und Ostsee den Ausbau steigern. Das Ausbaulimit wird um fünf Gigawatt angehoben, was der Leistung von fünf Atomkraftwerken entspricht. Nur wenn Windräder und Photovoltaik-Anlagen mehr Strom produzieren, können Kohlekraftwerke abgestellt werden. Gehen sie vom Netz, sinkt der CO2-Ausstoß beträchtlich. Dafür muss aber der Widerstand gegen neue Windräder und die nötigen Leitungen gebrochen werden. Die Kläger berufen sich oft auf den Naturschutz, zum Beispiel von seltenen Vögeln. Die Klagewelle hat die Behörden vor Ort vorsichtig werden lassen. Hinzu kommt, dass die zwei großen Bundesländer Bayern und Nordrhein-Westfalen hohe Hürden für die Windkraft durch rigide Abstandsregelungen aufgestellt haben. „Die Abstandsregelungen hätten abgeschafft werden müssen“, sagte die Energieexpertin Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung. Die strengen Regeln könnten beide Landesregierungen streichen. Die CSU hat aber in das Paket hineinverhandelt, dass die Abstände zu Wohnhäusern im Freistaat nicht kleiner werden.

Die aufgehende Sonne taucht über Feldern und Windrädern den Nebel in warmes Licht. Im ersten Halbjahr ist der Ausbau der Windkraft an Land fast zum Erliegen gekommen.
Bild: Julian Stratenschulte, dpa

7. Kohle-Aus lässt Strompreise steigen

Spätestens 2038 soll hierzulande das letzte Kohlekraftwerk abgeschaltet werden, wenn möglich früher. Aus Sicht der Braunkohlereviere in Ost- und Westdeutschland werden die anderthalb Jahrzehnte gebraucht, um dort neue Betriebe anzusiedeln. Den demonstrierenden Schülern ist das Datum viel zu spät. Sie pochen auf das Ausstiegsjahr 2030. Inwiefern das in zehn oder 15 Jahren überhaupt möglich sein wird, bestimmt maßgeblich der Ausbau von Windparks und Solarfeldern. Durch das Aus für Kohlekraftwerke, da sind sich alle Experten sicher, wird hierzulande der Strompreis weiter steigen. Schon heute liegt Deutschland bei den Haushalts- und Industriestrompreisen an der Spitze Europas. Für die Unternehmen ist das ein schwerer Wettbewerbsnachteil, weshalb die Bundesregierung die Ökostromumlage absenken will. Im Jahr 2021 soll sie um ein viertel Cent fallen, ein Jahr später um einen halben Cent. Aktuell beträgt die Ökostromumlage 6,4 Cent je Kilowattstunde. Für den einzelnen Haushalt und den einzelnen Betrieb handelt es sich um kleine Entlastungen, gesamtwirtschaftlich addieren sie sich auf Milliardenbeträge. „Die geplanten Stromkostensenkungen von knapp einem Prozent stehen allerdings in keinem Verhältnis zu den höheren Preisen für Diesel und Erdgas“, beklagte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) als Stimme der Unternehmen.

Die dampfenden Kühltürme des Braunkohlekraftwerkes Jänschwalde der Lausitz Energie Bergbau AG LEAG Luftaufnahme aus einem Flugzeug.
Bild: Patrick Pleul, dpa

8. Keine ökologische Wende für Landwirtschaft

Rund 11 Prozent der Treibhausgase kommen aus der Landwirtschaft. Trotzdem kommt dieser Bereich beim Klimapaket vergleichsweise glimpflich davon. Beschlossen wurde ein Sammelsurium ohne wirkliche Vorgaben. Das größte CO2-Einsparpotenzial sieht die Politik in der Senkung der Stickstoffüberschüsse. Allerdings gab es hier ohnehin schon Änderungen in der Düngegesetzgebung, um die seit langem erhöhten Nitratwerte zu senken. „Das Ministerium erwartet eine Einsparung von bis zu 3,5 Millionen Tonnen CO2 bis 2030 durch die Senkung des Stickstoffüberschusses. Mit der bestehenden Düngeverordnung ist jedoch nur eine Einsparung von 2 Millionen Tonnen CO2 zu erwarten,” sagt Gerald Wehde vom Ökoverband Bioland dem Portal agrarheute. Landwirtschaftsexperte Peter Breunig von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf kritisiert zudem die Konzentration auf den Ökolandbau. Der habe zwar viele Vorteile, leiste aber keinen Beitrag zur CO2-Reduzierung. „Es gibt Studien, die sogar von höheren Klimagasemissionen bei ökologischer Landwirtschaft ausgehen“, sagt Breunig. „Grund sind die deutlich niedrigeren Erträge.“ Es braucht also mehr Fläche, um die gleichen Mengen zu produzieren. Peter Breunig fehlen in den Vorhaben der Regierung zudem Maßnahmen zur Förderung einer Ernährungsweise, die weniger CO2 verursacht – also die Abkehr vom massenhaften Fleischkonsum.

In Großbetrieben sind Schweine oft nicht richtig betäubt, bevor sie geschlachtet werden. Das Fleisch aus ihren Kühlräumen wird meist an mehrere Metzgereien im Umkreis ausgeliefert.
Bild: Jens Büttner, dpa

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21.09.2019

Kohleausstieg? Nope. Flugbenzinbesteuerung? Nope. 10 € CO2-Emissionskosten ab 2021? Kaufprämie für E-Autos erst an 2021, weil die deutsche Autoindustrie noch nicht soweit ist? Das ist ein Lobbypaket, kein Klimapaket. Weiterstreiken alle.

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21.09.2019

Es wird keinen Umweltschutz zu gunsten der Natur, sondern immer zu gunsten der Wirtschaft geben.
Das zeigen die Beobachtungen der letzten 60 Jahre sehr gut.

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21.09.2019

Eigentlich wollten sie doch so eine Art Kopf-Prämie einführen, wo wir die CO2-Steuer wieder zurück bekommen? Ich kann aber irgendwie nichts darüber finden in dem Klimapaket. Versprochen - gebrochen. Oder kommt die Prämie vielleicht erst später wenn der CO2-Preis mal mehr ansteigt? Weil bis jetzt scheint es sich ja auch ohne die Prämie auszugehen, Benzin bisschen teurer, Strom bisschen billiger. Ich weiß nur nicht warum ich mir jetzt überhaupt Gedanken machen soll wenn unter dem Strich sowieso alles gleich bleibt? Also finanziell meine ich.

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21.09.2019

>> Versprochen - gebrochen. <<

Nein, diese 100 Euro pro Kopf Rückerstattung sind Programm der Grünen.

https://www.n-tv.de/politik/Gruene-legen-ihr-Klima-Sofortprogramm-vor-article21115111.html

Im Grunde ist die vorgesehene Rückerstattung nur der Beweis, dass die Konzepte der Grünen eben sozial unausgewogen und ungerecht sind.

Bei den Grünen hat man einfach Glück, wenn man nah an der Arbeit wohnt und zufällig ein neueres Haus hat.

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21.09.2019

Peter P. vielen Dank! Ich glaube ich bin durch die vielen Talksendungen zum Thema Klima schon ganz durcheinander, wer in Wirklichkeit was gesagt hat.

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22.09.2019

@ PETER P.

"Im Grunde ist die vorgesehene Rückerstattung nur der Beweis, dass die Konzepte der Grünen eben sozial unausgewogen und ungerecht sind."

Diesen hanebüchnen Unsinn sollten Sie schon begründen.
Verteuerungen von Sprit, Gas und Heizöl ohne Lenkungswirkung und ohne Rückerstattung wie von der GroKo beschlossen - nicht einmal über die um 2,5 lächerliche Cent erhöhte Pauschale pro Entfernungskilometer zum Arbeitplatz - für Niedriglöhner, die keine Lohnsteuer bezahlen, halten Sie für sozial ausgewogen und gerecht!

Diese unverschämte Abzocke ist nichts anderes als eine Steuererhöhung durch die Hintertür gerade für das Heer derer die für wenig Geld arbeiten müssen und Familien im unteren Einkommensbereich. Verlogener wie das ständige Söder-CSU-Geschwätz gegen Steuererhöhungen und Verbote geht's ja nicht. Wie würden denn Sie es bezeichnen, dass ab 2026 Ölheizungen nur noch in Verbindung mit Solaranlagen eingebaut werden dürfen?

Kleiner Hinweis: Die Grünen waren im Gegensatz zu CSU/CDU/SPD an diesem ganzen wirklich unsozialen und ungerechten Mist nicht beteiligt.

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22.09.2019

Die grüne Idee der Jahreszahlung von 100 Euro bevorzugt die eher grünen Wähler in Großstädten; dort durchschnittlich kleinere Wohnflächen und kürzere Arbeitswege. Das hat mit Gleichheit der Lebensbedingungen nichts zu tun, darum ist das ungerecht.

>> Wie würden denn Sie es bezeichnen, dass ab 2026 Ölheizungen nur noch in Verbindung mit Solaranlagen eingebaut werden dürfen? <<

Da ist zwischen Ersatzbeschaffung, Renovierung und Neubau zu unterscheiden.

Wenn man wirklich im Gebäudebestand bis 2050 CO2 Neutralität anstrebt, sollte man ab 2023 nur noch Passivhäuser zur Genehmigung einreichen dürfen. Möglicherweise passt das aber nicht zur speziellen Einwanderungssituation in Deutschland ;-)

Eine Ersatzbeschaffung ist schwierig zu beurteilen; im Endeffekt kann man mit Ersatzteilen immer wieder ein funktionierendes Gerät basteln. Das wäre im Heizungskeller das, was wir in Kuba mit den Autos gesehen haben. Mit Zeitverzögerung müsste man da eine Höchst-Heizleistung pro qm vorschreiben - wer es wärmer will, muss halt sanieren.

Bei der Renovierung der Gebäudehülle würde ich auch den Weg der Höchst-Heizleistung bevorzugen; die aktuelle Regelung, die KfW Stufen mit 19 Grad Raumtemperatur zu rechnen, aber Mietern höhere Temperaturen von Gericht zuzustehen ist komplett widersprüchlich. Menschen sollten auch selbst entscheiden, ob sie diesen Styropor Irrsinn mitgehen wollen.

M.E. ist Klimaneutralität im Bestand bis 2050 auch nur mit Einschränkungen bei Raumtemperatur und einer Abkehr von der heute üblichen Allraum-Beheizung zu erreichen. Zurück zur "guten Stube"?

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22.09.2019

@ PETER P.

"Das hat mit Gleichheit der Lebensbedingungen nichts zu tun, darum ist das ungerecht."

Ausgleich nur für die oberen Einkommensbezieher - für die unteren nix - ist also gerechter, als die 100 Euro für alle von den Grünen.
Um darauf zu kommen, müssen die Synapsen im Hirnkastl schon total verrückt spielen.

Um die Gleichheit der Lebensbedingungen geht es dabei nicht - obwohl damit in Bayern viel im Argen liegt..

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23.09.2019

>> Um darauf zu kommen, müssen die Synapsen im Hirnkastl schon total verrückt spielen. <<

Bleiben Sie bitte sachlich Herr Kr.!

Es gibt in Deutschland ein klares Überangebot an gering qualifizierten Arbeitskräften. Diese dramatische Fehlentwicklung kann man nicht mit Klimaprojekten verändern.

In einer Welt der klimatischen Herausforderungen ist kein Platz für Geringleister und Bildungsverweigerer.

In einer solidarischen Welt müssen alle arbeiten!

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23.09.2019

@ PETER P.

"Es gibt in Deutschland ein klares Überangebot an gering qualifizierten Arbeitskräften. Diese dramatische Fehlentwicklung kann man nicht mit Klimaprojekten verändern."

Wer möchte das denn? Allerdings könnte man mit Klimaprojekten z. T. verhindern, dass immer mehr ihre Heimat verlassen müssen.
Hören Sie doch endlich mit Ihrer längst ausgelutschten Flüchtlingsmasche und den rechten Propagandasprüchen auf.
Wenn die Wirtschaft vor allem Fachkräfte sucht, soll sie halt bedarfsgerecht ausbilden und nicht nur das obere Management ordentlich bezahlen.

"In einer solidarischen Welt müssen alle arbeiten!"

Die Welt ist in dieser Hinsicht alles andere als solidarisch. Da gibt es viele, denen es nicht im Traum einfällt selbst zu arbeiten und denen es blendend geht - am oberen Ende des gesellschaftlichen Spektrums.

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21.09.2019

Warum die Pendlerpauschale bereits ab 1.1.2021 auf 35ct/Km ab dem 21. Km steigt?

Das ist anfänglich eine Verbilligung des Autofahrens (der Spritpreis steigt ja nur um 3ct), die eigentlich nicht angemessen ist.

Meine Idee dazu - egal ob SPD oder CDU mit den Grünen nach der Wahl am 24.10.2021 koalieren, hat man gleich Verhandlungsmasse eingebaut!

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21.09.2019

>> Die Beschlüsse des Klimakabinetts sehen vor, dass ab 2025 keine Ölheizungen mehr eingebaut werden dürfen. <<

Das ist so nicht richtig!

In Verbindung mit Solaranlagen dürfen Ölheizungen weiter verbaut werden.

Die Beschlüsse im Gebäudesektor hätte ich mit wegen der langen Nachwirkungsfrist straffer vorgestellt.

Passivhauspflicht ab 2023 wäre eine klare Ansage gewesen!

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21.09.2019

Den Kommentar von Maja S. kann ich 100%ig zustimmen. Wann kommen endlich Stromanschlüße in Tiefgaragen? Ansonsten kann ich keinen Durchbruch beim Klimaschutz erkennen, lediglich eine neuerliche Belastung der Bürger durch Erhöhung der Abgaben.

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21.09.2019

Alles sauber durchdacht.......
wer nimmt Rücksicht auf einkommensschwache Familien, in denen der "Ernährer" auch "mal weiter weg" mit seinem 10 Jahre alten Auto fahren muss, um sein täglich Brot verdienen zu können...?....
Laut Bundesagentur für Arbeit "Arbeitsamt" ist jemandem auch für ein geringes Einkommen zuzumuten, 60 bis 80 km weit fahren zu müssen.....
Und gerade diese Familien können sich "natürlich" ein Stromauto leisten...
Weiß die Politik eigentlich wie weit sie schon von dem Bürger entfernt sind?
Selbiges gilt natürlich für Heizungen in Häusern....Neue Heizung "kost a fast gar nix"....Werbespruch....
Ich, alleiniger Ernährer in einem 5 Personenhaushalt bin dann wirklich begeistert von den staatlichen Förderprogrammen, die mir ein neues Auto, eine neue Heizung etc. ermöglichen......SARKASMUS
Kurz und gut, der Staat braucht wieder einmal Geld, und der -sorry- dumme Michl solls richten......Danke auch

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21.09.2019

>>Es soll mehr Ladestationen geben<<

Das ist alles, was das 'Klimapaket' zu einem der wichtigsten Faktoren für eine Erhöhung des Bestands an E-Fahrzeugen bereit hält? "Es soll geben"? Ja, wie soll es denn zu diesen kommen? Indem man sie sich ganz fest wünscht?

Es ist zum Haareraufen mit dieser Regierung. Sie schafft es nicht einmal, vorzuschreiben, dass bei Neubauten jeder notwendige Stellplatz künftig mit einer Lademöglichkeit auszustatten ist. Dass es möglich ist, sich in einer TG einer Wohnanlage (ob Mieter ob Eigentümer) einen Ladeanschluss legen zu lassen auch entgegen des Willens des Vermieters, der Eigentümergemeinschaft.

Das wären Dinge, die den Staat nicht einmal Geld kosten - nur einer gesetzlichen Regelung bedürfen.

Andere Unternehmungen wie Ladestationen im öffentlichen Raum wären natürlich nicht umsonst, sind aber unabdingbar, um die Akzeptanz der E-Fahrzeuge zu erhöhen.

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21.09.2019

>> Dass es möglich ist, sich in einer TG einer Wohnanlage (ob Mieter ob Eigentümer) einen Ladeanschluss legen zu lassen auch entgegen des Willens des Vermieters, der Eigentümergemeinschaft. <<

Da sind sie doch schon dran:

https://ecomento.de/2019/01/24/gesetz-zu-privaten-elektroauto-ladestationen-laesst-auf-sich-warten/

Wenn halt auch wie üblich langsam; aber bei der Betroffenheit anderer Rechte geht es in einem Rechtstaat halt mit der entsprechend langwierigen Abwägung.

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20.09.2019

Mein Gott, diesen CO2 Blödsinn kann ich bald nicht mehr hören.Es gab in.der Menschheitsgeschichte schon.höhere Werte, aber zur Zeit gibt es kein wichtigeres Thema..naja, kommt ja genau richtig, kann man den Menschen wieder mehr Abgaben draufdrücken..und alle schön abzocken..

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20.09.2019

>>Es gab in.der Menschheitsgeschichte schon.höhere Werte<<

Ihre Behauptung ist falsch.

https://de.wikipedia.org/wiki/Klimageschichte
https://de.wikipedia.org/wiki/Kohlenstoffdioxid#/media/Datei:Verlauf_Kohlendioxidgehalt.png

Raimund Kamm

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