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Deutschland

16.06.2017

Ditib-Absage an Anti-Terror-Demo enttäuscht die Bundeskanzlerin

Ditib ist der größte Islam-Dachverband in Deutschland. Er verweigerte seine Teilnahme an einer Anti-Terror-Demo. (Symbolbild)
Bild: M. Murat, dpa-Archiv

Am Samstag wollen Muslime in Köln unter dem Motto "Nicht mit uns" ein klares Zeichen gegen Terror und Gewalt setzen. Der größte Islam-Verband, Ditib, verweigerte die Teilnahme.

Die Bundesregierung ist enttäuscht über die Nichtteilnahme des Islamverbandes Ditib an der geplanten Anti-Terror-Demonstration in Köln. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte am Freitag in Berlin, er hätte sich die Beteiligung aller muslimischen Verbände gewünscht. Die Demonstration sei ein "wichtiges Zeichen von Muslimen in die Gesellschaft hinein, dass sie mit dem Terror und dem Missbrauch ihrer Religion durch die Terroristen nichts zu tun haben".

Ditib fürchtet Stigmatisierung aller Muslime durch Demonstrationen

Auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ließ ihre Enttäuschung ausrichten. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte in Berlin: "Dass Ditib an dieser Kundgebung am morgigen Samstag nicht teilnehmen will, ist einfach schade."

Seibert betonte, Merkel begrüße sehr, dass Muslime und ihre Freunde mit der Demonstration ein klares Zeichen gegen Gewalt und Terror setzen wollten. "Es ist gut, wenn Muslime klarmachen, dass in ihren Reihen und Moscheen kein Platz für Hass und Gewalt ist." Der Terror des IS und anderer sei eine Bedrohung für jeden friedliebenden Menschen, unabhängig von dessen Glauben. "Diese Mörder missbrauchen den Islam, dessen Werte sie in Wirklichkeit verhöhnen."

Unter dem Motto "Nicht mit uns" wollen Muslime aus ganz Deutschland am Samstag in Köln mit einem Friedensmarsch ein Zeichen gegen islamistischen Terror setzen. Die türkisch-islamische Union Ditib hatte am Mittwoch entschieden, sich daran nicht zu beteiligen. Solche Demonstrationen stigmatisierten die Muslime "und verengen den internationalen Terrorismus auf sie, ihre Gemeinden und Moscheen", hatte der größte Islam-Dachverband in Deutschland mitgeteilt. dpa

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16.06.2017

Demonstrationen sind bei uns legal und meisten auch legitim - aber ich halte von Demo-Hanselnund -Hanselinnen relativ wenig.

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