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Dschamal Kaschoggi
19.10.2018

Trump-Anhänger werfen Kaschoggi Nähe zu Islamisten vor

Saudi-Arabien soll Dschamal Kaschoggi getötet haben.
Foto: Mohammed Al-Shaik, afp (Archiv)

Saudi-Arabien soll Dschamal Kaschoggi getötet haben. Anhänger von Donald Trump verweisen nun darauf, dass der Journalist Verbindungen zu Islamisten hatte.

Anhänger und Verbündete von US-Präsident Donald Trump kratzen an dem liberalen Image von Dschamal Kaschoggi und weisen auf Verbindungen des verschwundenen saudischen Journalisten zu Islamisten hin. Abgeordnete der Republikaner hätten in den vergangen Tagen rechte Medienberichte über Kaschoggis Nähe zur islamistischen Muslimbruderschaft sowie über seine Berichterstattung über den 2011 getöteten Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden ausgetauscht, berichtete die Washington Post am Donnerstag (Ortszeit) unter Berufung auf Parteikreise. Die Kritik an dem Journalisten solle Trumps Versuche stützen, ein gutes Verhältnis zu den Saudis aufrecht zu erhalten.

Saudi-Arabien steht im Verdacht, für den Tod des Journalisten verantwortlich zu sein. Trump hatte zuletzt betont, man müsse das Ergebnis der Untersuchungen in dem Fall abwarten. Auch er geht aber inzwischen vom Tod des Regimekritikers aus. Die USA haben lukrative Öl- und Waffengeschäfte mit Saudi-Arabien abgeschlossen.

"Kaschoggi hatte Verbindungen zur Muslimbruderschaft", sagte Fox-News-Nachrichtensprecherin Harris Faulkner demnach in einer Sendung am Donnerstag. Einem örtlichen Radiosender sagte der republikanische Senatskandidat für den US-Staat Virginia, Corey Stewart, laut dem Blatt: "Kaschoggi war selbst kein guter Kerl."

Kaschoggi hatte Sympathien für Islamisten

Trumps Sohn Donald Jr. hatte erst vor einer Woche einen Tweet weiterverbreitet, in dem ein Journalist Kaschoggi vorwirft, sich mit bin Laden "in Afghanistan herumgetrieben" zu haben. "Er ist nur ein demokratischer Reformjournalist, der ein Rollenspiel mit Dschihadisten spielt."

Kaschoggis frühere Sympathien für Islamisten sind bekannt, aber auch sein Wandel zu einem Kritiker der saudischen Regierung, der sich für Reformen, Demokratie und Pressefreiheit aussprach. Er ist saudischer Staatsbürger und war im vergangenen Jahr ins US-Exil gegangen. Dort schrieb er unter anderem eine Kolumne für die Washington Post.

Regierungsnahe saudische Medien verbreiten seit Tagen den Vorwurf, Kaschoggi habe den Muslimbrüdern, aber auch dem mit Saudi-Arabien verfeindeten Emirat Katar nahegestanden. Die saudische Führung verfolgt die Islamisten. Sie sieht in den Muslimbrüdern eine Gefahr für ihre Macht, weil diese bei vielen Saudis Sympathien genießen. (dpa)

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