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14.12.2012

Elf Jahre Haft für Beihilfe zum Politkowskaja-Mord

Die tödlichen Schüsse auf die russische Reporterin Anna Politkowskaja sorgten vor sechs Jahren weltweit für Entsetzen. Ein Ex-Polizist hatte dafür die Mordwaffe besorgt - und wurde nun dafür verurteilt. Foto: Peter Endig/Archiv dpa

Wegen Beihilfe zum Mord an der kremlkritischen Journalistin Anna Politkowskaja 2006 ist einer der Hintermänner zu elf Jahren Straflager verurteilt worden.

Die russische Justiz hatte zuvor gegen den Protest von Politkowskajas Familie eine Vereinbarung mit dem geständigen Ex-Polizisten Dmitri Pawljutschenkow getroffen. Demnach konnte der frühere Oberstleutnant bei einer Zusammenarbeit mit den Behörden mit einem deutlichen Strafnachlass rechnen. Pawljutschenkow hatte die Waffe besorgt, mit der die Reporterin am 7. Oktober 2006 vor ihrer Wohnung erschossen wurde.

Menschenrechtler fürchten, dass die wahren Hintergründe der Bluttat, die international für Entsetzen gesorgt hatte, nie ans Licht kommen. So sind die Auftraggeber nach wie vor offiziell unbekannt. Die preisgekrönte Journalistin der Zeitung "Nowaja Gaseta" hatte sich mit Berichten über schwerste Menschenrechtsverbrechen im früheren Kriegsgebiet Tschetschenien viele Feinde gemacht.

Pawljutschenkow müsse zudem drei Millionen Rubel (etwa 75 000 Euro) Schmerzensgeld zahlen, entschied Richter Alexander Samaschnjuk nach Angaben der Agentur Interfax. Die Hinterbliebenen, die als Nebenkläger aufgetreten waren, kündigten umgehend Berufung an. Sie würden nur die Höchststrafe von 20 Jahren akzeptieren. Die Staatsanwaltschaft hatte zwölf Jahre Haft gefordert.

Weitere Tatverdächtige sitzen noch in Untersuchungshaft. Organisator des Verbrechens soll der tschetschenische Geschäftsmann Lom-Ali Gaitukajew sein. Todesschütze ist nach Auffassung der Behörden dessen Neffe Rustam Machmudow. Der Fall Politkowskaja ist nicht der einzige ungeklärte Mord an einer russischen Journalistin. So gibt es etwa im Fall der 2009 ermordeten Reporterin Natalia Estemirowa trotz Versprechen des Kreml keine Festnahmen. (dpa)

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