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Energiewende: Atomstrom klimaneutral ersetzt

Energiewende

Atomstrom klimaneutral ersetzt

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    Das Kernkraftwerk Gundremmingen
    Das Kernkraftwerk Gundremmingen

    Augsburg Die Abschaltung von acht Atomkraftwerken im vergangenen Jahr hat zu keinen höheren Klimabelastungen geführt. Daten der Energiebranche zeigen, dass der Ausfall an Atomstrom zu knapp 60 Prozent durch die erneuerbaren Energien aufgefangen werden konnte. 36 Prozent wurden dadurch kompensiert, dass weniger Elektrizität exportiert wurde. Ein geringfügiges Plus bei der Braunkohleverstromung wurde durch ein Minus bei anderen fossilen Energieträgern ausgeglichen.

    Die nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima beschlossene Energiewende führte so zu keinen erhöhten CO2-Emissionen, wie Kritiker zunächst befürchtet hatten. Dies bestätigt jetzt auch eine vom Umweltbundesamt vorgelegte Statistik über den Kohlendioxid-Ausstoß der großen Energie- und Industriekomplexe Deutschlands.

    Sogar ein Prozent CO2 weniger aus den großen Anlagen

    Die 1640 Anlagen, die zum Emissionshandel verpflichtet sind, emittierten 2011 demnach 450 Millionen Tonnen Kohlendioxid und damit sogar ein Prozent weniger als im Vorjahr. Bundesamtspräsident Jochen Flasbarth wies darauf hin, dass diese Reduktion trotz einer starken Konjunktur gelang. „Zugleich hat der im März 2011 begonnene Atom-ausstieg offensichtlich keine nachteiligen Wirkungen auf die CO2-Emissionen in Deutschland“, sagte der Behördenchef aus Dessau.

    Wind und Sonne haben erstmals die Kernkraft überholt

    Die erste Phase des Ausstiegs hat den Strommix in Deutschland bereits verändert. Laut dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) sank der Anteil der Kernenergie an der Stromerzeugung von 22 Prozent (2010) auf 18 Prozent im Vorjahr. Umgekehrt erhöhte sich der Anteil der Erneuerbaren von 16 auf 20 Prozent und lag damit erstmals vor der Atomkraft. Die Braunkohle stieg von 23 auf 25 Prozent, Steinkohle (19%) und Erdgas (14%) blieben stabil. Heizöl und weitere Energieträger sanken von sechs auf fünf Prozent.

    Durch eine Änderung des Atomgesetzes waren 2011 acht Kernkraftwerke stillgelegt worden. Zwei Anlagen (Brunsbüttel und Krümmel) hatten bereits seit 2007 bzw. 2009 keinen Strom mehr geliefert. Die sechs anderen (Isar 1, Neckar I, Philippsburg 1, Biblis A und B, Unterweser) speisten 2011 noch geringe Mengen ein. Insgesamt produzierten die Atomkraftwerke 108 Millionen Megawattstunden Strom – nach 141 Millionen im Vorjahr. Bis 2022 sollen in Deutschland alle Kernkraftwerke vom Netz gehen.

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