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Initiative

10.05.2019

Entwicklungsminister Gerd Müller fordert sofortiges Verbot von Plastiktüten

Ein Mann sammelt Plastik und andere wiederverwertbare Materialen an der von Plastiktüten und sonstigen Müll übersäten Küste vor Mumbai. Entwicklungsminister Müller will Plastiktüten verbieten.
Bild: Rafiq Maqbool/AP (dpa)

Exklusiv Für Entwicklungsminister Müller handelt es sich um die „Überlebensfrage“ der Menschheit. Er will Müllexporte in Entwicklungsländer eindämmen.

Um Müllexporte in Entwicklungs- und Schwellenländer zu reduzieren, fordert Bundesentwicklungsminister Gerd Müller ein schnelles Verbot von Plastiktüten in Deutschland. Der CSU-Politiker sagte unserer Redaktion: „Das Verbot von Plastik-Strohhalmen genügt nicht. Deutschland sollte nicht auf Europa warten und Einweg-Plastiktüten sofort verbieten.“ Er verwies auf das Beispiel einiger afrikanischer Länder, in denen Plastiktüten bereits verboten sind. „Was Ruanda, Kenia und Uganda können, müssen wir auch schaffen.“

Entwicklungsminister Müller hält Plastik-Problem für die Überlebensfrage der Menschheit

Müller gab am Donnerstag in Berlin den Startschuss für eine neue, internationale Abfall-Allianz, der bislang 30 Firmen, Forschungseinrichtungen und Organisationen angehören. Darunter sind etwa Nestlé und Coca-Cola, der Grüne Punkt, mehrere Universitäten und der Umweltschutzverband WWF. Partner sind zudem die Staaten Indonesien und Ghana. Das Bündnis trägt den englischen Namen „Prevent“, was „Verhindern“ bedeutet. Zu verhindern, dass Müll überhaupt erst entsteht, ist eines der Kernanliegen der Allianz. „Müll wird zur globalen Überlebensfrage wie der Klimawandel“, sagte Müller.

Zwei Milliarden Tonnen Müll entstehen nach seinen Angaben weltweit im Jahr, bis 2050 könnten es 70 Prozent mehr sein. Denn in Entwicklungs- und Schwellenländern nähere sich das Müllaufkommen dem des Westens an. Der Plastikmüll im Meer werde sich verzehnfachen, bis 2050 werde mehr Plastik als Fisch in den Ozeanen schwimmen. Und zwei Milliarden Menschen leben demnach heute in Gegenden ohne Müllabfuhr. „Die Ärmsten der Armen leiden am meisten“, sagte Müller.

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Wie die internationale Abfall-Allianz Müll reduzieren will

Die Mitglieder der Allianz wollen laut Müller nun Wege finden, durch die möglichst viel Abfall vermieden wird, etwa durch intelligentere ressourcenschonende Verpackungen. Was dennoch an Müll entsteht, solle wo immer möglich wieder verwertet und was übrig bleibt, so entsorgt werden, dass weder Mensch noch Umwelt geschädigt werden.

Im Kampf gegen das weltweite Müllproblem könne deutsche Technologie eine wichtige Rolle spielen. Dies wiederum biete die Chance, dass in vielen Ländern auch Arbeitsplätze entstehen. Er hoffe, dass sich bald weitere Organisationen der Abfall-Allianz anschließen, sagte Müller: „Denn wenn wir so weitermachen, versinken wir im Müll.“

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Die Diskussion ist geschlossen.

11.05.2019

Ich halte Gerd Müller als den besten Entwicklungsminister, den wir hatten.

Dennoch muss ich nach der dramatischen Ansage die Frage stellen:

Was hat man mit den Billionen Dollars in Afrika gemacht, die die reichen Staaten seit einem nahezu dreiviertel Jahrhundert reingepulvert haben?

Warum leben die meisten dortigen Menschen wie auf einer Müllhalde? Warum haben die es dort nötig den Müll unseres Wohlstandes zu durchwühlen? Warum müssen Frauen und Kinder (meist nur die) schmutziges Wasser kilometerweit nach Hause tragen um evtl. dort ihren ehrenwerten Herren die Füße zu waschen?

Schauen wir mal (liebe investigative Journalisten) in die Villen und Garagen der "meist korrupten" afrikanischen Politiker - wir werden uns wundern - und einige der Milliarden wieder finden?

Haben wir evtl. lieber dafür gesorgt, dass die Rüstungsindustrie und Chemie-Konzerne zum Zuge kamen?

Nun das heuchlerische Geschrei wegen dem Dreck auf der ganzen Welt! Sind unsere Entwicklungshilfegelder z.T. veruntreut worden?

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