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Hilfsfonds

03.08.2011

Euro-Rettung kostet Deutschland mehr als erwartet

Hilfsfonds Italien und Spanien können ihren Verpflichtungen wohl nicht nachkommen.

Brüssel/Augsburg Im September müssen die Euro-Länder die nächste Rate in den Rettungsfonds für Griechenland einzahlen. Auf Deutschland kommen dann wohl deutlich höhere Kosten zu als bislang erwartet. Grund ist die dramatische finanzielle Lage in Italien und Spanien. Nachdem beide Länder angekündigt haben, sich kaum an den Hilfen für Athen beteiligen zu können, müssen die übrigen Euro-Länder deren Anteil übernehmen.

Wie hoch die Mehrbelastung für Deutschland ausfällt, ist noch unklar. Fest steht nur, dass Spanien und Italien nach bisheriger Planung zusammen rund 30 Prozent der nächsten Tranche schultern sollen. Derzeit sieht es aber nicht danach aus, als könnten sie die Mittel dafür aufbringen. Die Schuldenkrise in den beiden Ländern hat sich in den vergangenen Tagen weiter zugespitzt. Das Vertrauen in die wirtschaftliche Stabilität Italiens und Spaniens schwindet rasant. Um sich Geld an den Finanzmärkten leihen zu können, müssen sie mittlerweile Risikoaufschläge von mehr als sechs Prozent bezahlen. Zum Vergleich: Die Zinsen für als sehr sicher geltende deutsche Staatsanleihen sind gerade mal halb so hoch.

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso äußerte sich angesichts dieser Entwicklung „tief besorgt“. Der Portugiese forderte: „Die Euro-Zone muss ein unzweideutiges Signal ihrer Entschlossenheit zur Bekämpfung der Schuldenkrise mit Mitteln, die dem Ernst der Lage angemessen sind, geben.“

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An den Börsen sehnt man sich schon lange nach einem solchen Zeichen. Zuletzt hatte dort zwar die Angst vor einem Staatsbankrott der USA alles andere überlagert, nun aber ist die Sorge um die Euro-Zone wieder zurückgekehrt. Auch in Deutschland mit seinem nach wie vor stabilen Aufschwung fielen die Aktienkurse weiter. Der Deutsche Aktienindex Dax, der die 30 wichtigsten börsennotierten Unternehmen abbildet, setzte seine Talfahrt gestern fort. Das Börsenbarometer bewegte sich damit bereits den sechsten Handelstag in Folge im roten Bereich.

Wohl auch, um weitere Turbulenzen an den Märkten zu vermeiden, äußerte sich Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi gestern erst nach Börsenschluss zu seinen Plänen, wie er den gigantischen Schuldenberg des Landes abtragen will. Er forderte einen „sofortigen Aktionsplan“, der das Wachstum beschleunigen und die Märkte beruhigen soll. Italien habe „ein stabiles politisches System“. Zudem habe das Land „seine Fähigkeit unter Beweis gestellt, innerhalb von nur drei Tagen ein Sparpaket zu verabschieden“, sagte der Regierungschef mit Blick auf die Mitte Juli beschlossenen Maßnahmen.

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