1. Startseite
  2. Politik
  3. Ex-Wahlkampfchef der Union: Merz muss Kanzlerkandidat werden

Landtagswahl

28.10.2019

Ex-Wahlkampfchef der Union: Merz muss Kanzlerkandidat werden

"Ich glaube, die Union wäre gut beraten, bei der Bundestagswahl auf Friedrich Merz zu setzen", sagt Spreng.
Bild: Harald Tittel, dpa

Exklusiv Die Union streitet darüber, wie sie mit dem Desaster von Thüringen umgehen soll. Mittendrin in der erbitterten Diskussion steht CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer.

Nach dem Wahldesaster in Thüringen herrscht Ratlosigkeit in der CDU. Die Union findet kein Mittel, um ihren Absturz und den Aufstieg der AfD zu stoppen. Die Rechtspopulisten landeten bei der Landtagswahl in sämtlichen Altersklassen unter 60 Jahren auf dem ersten Platz, die CDU schnitt so schlecht ab wie nie. Und nun spaltet die Union auch noch der Streit, ob man mit den Linken gemeinsame Sache machen soll. Der Thüringer Spitzenkandidat Mike Mohring hatte eine Koalition stets ausgeschlossen. Eine Zusammenarbeit mit dem linken Ministerpräsidenten Bodo Ramelow, der zwar die Wahl gewann, aber keine Mehrheit mehr hat, kann er sich allerdings vorstellen. Von der Parteispitze bekam er am Montag die Freigabe, zumindest Gespräche mit der Linkspartei zu führen. Der konservative Flügel warnt allerdings, dass die AfD dadurch erst recht gestärkt würde.

"Dieser Streit hat das Potenzial, zu einer schweren Parteikrise zu führen", sagt der Politikberater Michael Spreng im Gespräch mit unserer Redaktion. Das klare Nein zu jeder Kooperation mit der Linkspartei gehöre zur DNA der Union. Mittendrin in der erbitterten Diskussion steht CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer, die von immer mehr Parteifreunden als Teil des Problems gesehen wird. "Sie hat jedenfalls bis heute keine schlüssige Strategie gegen die AfD entwickelt", sagt auch Spreng.

Gauland: "Herr Höcke rückt die Partei nicht nach rechts"

Die Union erlebte nun selbst in einem Bundesland ein Debakel, in dem die AfD alles andere als bürgerlich daherkommt, sondern mit Björn Höcke angetreten war, der offiziell als "Faschist" bezeichnet werden darf. Laut der Forschungsgruppe Wahlen gaben in Thüringen mehr als zwei Drittel der AfD-Wähler den Rechten ihre Stimme nicht trotz, sondern gerade wegen der radikalen Positionen. Und AfD-Chef Alexander Gauland sagte am Wahlabend lapidar: "Herr Höcke rückt die Partei nicht nach rechts. Herr Höcke ist die Mitte der Partei."

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Dass selbst der radikale Teil der AfD inzwischen als ganz normal dargestellt wird, macht auch den erfahrenen Politikberater Spreng fassungslos. "Hier kann keiner behaupten, er habe nicht gewusst, wen er da gewählt hat", sagt der frühere Wahlkampfstratege von Edmund Stoiber. Er warnt die Union trotzdem davor, ihren grundlegenden Kurs von der AfD beeinflussen zu lassen. Die aufkeimende Debatte über eine Zusammenarbeit mit den Rechtspopulisten wurde von CSU-Generalsekretär Markus Blume umgehend abgebügelt. "Für die CSU ist klar: Mit den extremen Rändern koaliert man nicht, man muss sie bekämpfen." Er meinte damit auch die Linkspartei.

Spreng will Friedrich Merz statt AKK als Kanzlerkandidaten

Ein Ausweg aus der AfD-Falle ist für die Union nicht in Sicht. Womöglich entscheidet sich das Schicksal der CDU erst in der nächsten Bundestagswahl. "Wahlen werden immer mehr über Personen entschieden, das sehen wir bei Winfried Kretschmann, das sehen wir nun auch bei Bodo Ramelow", sagt Spreng. "Die Schlüsselfrage ist also der nächste Kanzlerkandidat und da weiß ich nicht, wie Kramp-Karrenbauer der CDU nützen soll. Ich glaube, die Union wäre gut beraten, bei der Bundestagswahl auf Friedrich Merz zu setzen", sagt Spreng. Nur so könne sie zumindest den bürgerlichen Teil der AfD-Wähler zurückholen.

Lesen Sie dazu auch: Alle gegen eine: AKK gerät immer weiter in Bedrängnis

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

29.10.2019

Es scheint, als stünde die CDU über kurz oder lang vor einer Erneuerung, auch in personeller Hinsicht.

Blackrock spielt dabei keine Rolle. Gar keine!
Stattdessen geht es um den Wettbewerb politischer Führungskräfte, die fachlich kompetent, gut vernetzt und entscheidungsstark sind.

Erfahrung in der Wirtschaft ist gerade in der vor uns liegenden Zeit besonders wichtig, weil Deutschland und Europa vor wirtschaftlichen Herausforderungen stehen, die derzeit in der öffentlichen Wahrnehmung noch etwas unterbewertet sind.

Permalink
29.10.2019

"Erfahrung in der Wirtschaft"

Ob die Erfahrungen des Herrn Merz aus der Schatten-"Wirtschaft" für den größten Teil des deutschen Volkes von Nutzen wären, darf schon hinterfragt werden . . .

Permalink
29.10.2019

(edit/mod)

Permalink
29.10.2019

Ein Hr. Merz, der bei der Weltgrößten Verbrecher-Firma BlackRock arbeitet, darf auf keinen Fall Kanzler werden. Man kann kaum mehr in die Machenschaften der Weltkonzerne verstrickt sein wie er. Das würde ein absolut desolates Bild auf die Politik werfen, der aktuell ja eh schon schlecht ist.
Jeder beschwert sich, dass die Lobbyisten immer mehr beeinflussen, das wird mit eine Hr. Merz sicher noch schlimmer werden, deshalb verstehe ich nicht wie man so einen als Kanzler vorschlagen kann..

Permalink
29.10.2019

(edit/mod)

Permalink
29.10.2019

Die ARD-Doku „Geld regiert die Welt“ zeigte auf:

"Der Film zeichnet nach, wie im Schatten der Bankenregulierung ein neuer Finanzkoloss heranwuchs, der nicht reguliert und nicht kontrolliert wird. Finanz-Guru Max Otte, der in der Dokumentation zu Wort kommt, sagt: "Nach der Bankenregulierung ist das Geld in die Schattenbanken und Fondsgesellschaften abgewandert." Und: „Alles ist noch schlimmer geworden.“ Denn die Öffentlichkeit wiege sich nun in Sicherheit. Wer kennt schon Finanzkonzerne mit den Namen Blackrock oder KKR?" (aus FOCUS)

Kanzler Merz: Einen größeren Bock könnte man kaum zum Gärtner machen . . .

Permalink
29.10.2019

Spreng versteht den Politikbetrieb wie kaum ein anderer.
Es sollte also aufhorchen lassen, wenn er feststellt:
"Ich glaube, die Union wäre gut beraten, bei der Bundestagswahl auf Friedrich Merz zu setzen."

Permalink
29.10.2019

(edit/mod)

Permalink
29.10.2019

Ironie an:
"Na hoffentlich nimmt der BlackRocker (was nichts mit Wirtschaft zu tun hat) dann den Meister Spreng als Wahlkampfmanager. Der kann ihn dann - wie einst Stoiber - auf den 2. Platz beraten, managen und platzieren."
Ironie aus!

Permalink
28.10.2019

Solange die CDU das Motto " CDU-Die Mitte" für sich in Anspruch nimmt und über eine Tolerierung der Linken in Thüringen nachdenkt darf Herr Gauland auch behaupten Herr Höcke ist die Mitte in der AFD.

Permalink
29.10.2019

Der Gauland muss es ja wissen.
Und Höcke bestätigt mit seiner jüngsten Provokation im „Wall Street Journal“ in welcher Tradition er sich sieht: „Wissen Sie, das große Problem ist, dass man Hitler als das absolut Böse darstellt“.
(edit/mod)

Permalink
29.10.2019

Immer wieder nett wie manche Leute die Linke mit der AFD vergleichen...Die AFD ist durch und durch mit Nazis besetzt, ist menschenverachtent und will die Demokratie abschaffen. Was hat das noch mal mit der Linken zu tun? Stimmt, gar nichts...

Permalink
Das könnte Sie auch interessieren