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FDP-Politiker: Wolfgang Kubicki: Der Unangepasste

FDP-Politiker

Wolfgang Kubicki: Der Unangepasste

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    FDP-Spitzenkandidat Wolfgang Kubicki zeigt sich voller Freude nach Bekanntgabe der ersten Prognosen zur Landtagswahl Schleswig-Holstein. Foto: Ulrich Perrey dpa
    FDP-Spitzenkandidat Wolfgang Kubicki zeigt sich voller Freude nach Bekanntgabe der ersten Prognosen zur Landtagswahl Schleswig-Holstein. Foto: Ulrich Perrey dpa

    Dieser Triumph ist sein Triumph – und das genießt Wolfgang Kubicki auch. Normalerweise wird die FDP für ihr Programm gewählt oder auch nur für eine bestimmte Koalitionsaussage. In Schleswig-Holstein allerdings war es vor allem ihr Spitzenkandidat, der die Liberalen aus dem demoskopischen Niemandsland zurück in sichere Gefilde um die acht Prozent geführt hat. Jeder dritte FDP-Wähler hat sein Kreuz am Sonntag wegen Kubicki bei den Liberalen gemacht. Meinungsforscher nennen das den Kandidatenfaktor. Der 60-Jährige selbst formulierte es im Wahlkampf lieber etwas schnoddriger: „Wählen Sie doch, was Sie wollen.“

    Wolfgang Kubicki: Seit 1971 bei der FDP

    Seit 1971 bereits ist er Mitglied der Partei, in der er für eine große Karriere immer ein wenig zu frech und zu unabhängig war. So höhnte der Wahlkämpfer Kubicki noch vor wenigen Wochen über Parteichef Philipp Rösler, der die Liberalen als Wachstumspartei profilieren will: „Was soll das denn sein? Familienwachstum? Haarwachstum?“ Nun allerdings, da der Fraktionschef die FDP wieder in den Kieler Landtag geführt hat, klingst der sonst so angriffslustige Anwalt plötzlich wie weichgespült. Rösler, sagt Kubicki, könne jetzt ja wieder etwas ruhiger schlafen. Und fügt unschuldig hinzu: „Personaldiskussionen sind das Letzte, was wir gegenwärtig gebrauchen können.“

    Kubicki hält nicht viel von Parteispitze

    Im Falle eines Falles allerdings wäre Kubicki der Erste, der genau diese Diskussion führen würde. Dass er von der gegenwärtigen Parteispitze nicht viel hält, ist in der FDP ein offenes Geheimnis. Umgekehrt steht er in der Partei schon wegen seiner engen Freundschaft mit dem verstorbenen Jürgen Möllemann latent unter Unberechenbarkeitsverdacht: Einer, der keinen Konflikt scheut und nichts mehr verachtet als den Hang der FDP zur innerparteilichen Nabelschau. „Selbstreflexion“, sagt er dann, „ist wichtig. Dauerhafte Selbstbeschäftigung ist tödlich.“

    Wolfgang Kubicki wolllte ursprünglich Pilot werden

    Ursprünglich wollte der gebürtige Braunschweiger Pilot werden. Doch anstatt zur Offiziersausbildung nach Bayern zu ziehen, folgte er lieber einer Jugendliebe nach Kiel, studierte Jura und Volkswirtschaft und arbeitete sich gleichzeitig in der FDP nach oben. Heute ist der Vater zweier Töchter Mitinhaber einer florierenden Sozietät und einer der profiliertesten Köpfe der Liberalen. Abgesehen von einem kurzen Intermezzo als Bundestagsabgeordneter allerdings hat ihn die ganz große Politik nie wirklich gereizt. Im überschaubaren Kiel fühlt sich der in dritter Ehe verheiratete Kubicki aufgehobener als im lebensfrohen Berlin. In der Hauptstadt, hat er einmal gesagt, „würde ich zum Trinker werden, vielleicht auch zum Hurenbock“.

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