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Fettabsaugen auf Kassen-Kosten: Spahns Vorschlag ist der falsche Weg

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Kommentar Von Bernhard Junginger
12.01.2019

Fettabsaugen auf Kosten der Krankenkassen? Der Vorschlag von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn könnte eine weitere Kosten-Explosion im Gesundheitswesen auslösen.

Fettabsaugen auf Kosten der Krankenkassen – der Vorstoß von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn lässt aufhorchen. Doch das Thema eignet sich nicht für vorschnelle Urteile und schon gar nicht für billige Witze. Fragwürdig an dem Vorgang ist nicht, dass ausgerechnet Fettabsaugen zur Kassenleistung werden soll. Sondern vielmehr, wie dies geschieht. Spahn will nämlich einen Sonderweg schaffen, der ein zwar nicht fehlerfreies, aber durchaus bewährtes Organ der Selbstverwaltung im deutschen Gesundheitswesen aushebelt: den Gemeinsamen Bundesausschuss.

Spahns Forderung könnte weitere Kosten-Explosion im Gesundheitswesen auslösen

Der ehrgeizige Minister erliegt der Versuchung, an den Experten vorbei Leistungen zu genehmigen, für die dann die Sozialgemeinschaft zahlen muss. Das öffnet Tür und Tor für weitere Ausnahmen, die es künftig stets geben könnte, wenn Betroffene oder Medizin-Lobbyisten genügend Druck aufbauen. So droht eine weitere Kosten-Explosion im Gesundheitswesen, ohne dass gewährleistet wäre, dass Patienten wirklich die sinnvollste Behandlung bekommen. Die Entscheidung, was die Krankenkasse zahlt und was nicht, sollte auch in Zukunft von Experten nach Abwägung medizinischer und wirtschaftlicher Kriterien getroffen werden. Und nicht vom Blick auf Wählerstimmen geleitet sein.

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28.01.2019

Leserbrief zu dem Bericht in der Main - Post: „Kassen sollen Fettabbsaugen bezahlen“ vom 12.1.19

Ich finde diese oberflächliche und alles in einem Topf schmeißende Berichterstattung von so einem wichtigen und überaus schlimmen Thema für alle betroffenen Frauen, schrecklich. Ich bin ebenfalls betroffen, diagnostiziert im Stadium 3. Leider gelingt es Herr Junginger nicht den gravierenden Unterschied zwischen einer kosmetischen Fettabsaugung und einer medizinischen Liposuktion darzustellen und zielt scheinbar mehr auf die politischen Absichten ab. Er hätte sich lieber mal mit Frau Stoll in Verbindung setzen sollen, die bereits am 19.09.18 einen Bericht zu diesem durchaus wichtigen Thema in der Main-Post veröffentlicht hat. Man sollte aber gerade das Thema Lipödem tiefgreifend beleuchten und nicht nur in ein paar Sätzen im Bericht und im Standpunkt abhandeln. Diese zum Himmel schreiende Oberflächlichkeit sieht man schon am übergroßen Bild einer Frau die sich scheinbar einer Schönheits-OP unterziehen möchte. Diese Frau ist Lichtjahre von einem Lipödem entfernt. Hier hätte man entweder ein Lipödem mit verunstalteten Beinen oder einer ausgeprägten Reiterhose zeigen sollen oder den Platz lieber mit einem klärenden Inhalt gefüllt!
Nicht nur an dem Foto, sondern auch an der reißerischen Überschrift „Kassen sollen Fettabsaugung zahlen“ kann man eine gewisse Themaentfremdung dem Autor zuschreiben. Es handelt sich nicht einfach um eine kosmetische Fettabsaugung, sondern um eine medizinische Liposuktion die Herr Spahn ins Rennen gegen träge und teure Verwaltungsstrukturen schickt. Seit Jahren kämpfen betroffenen Frauen um die Liposuktion in die Regelleistung der Kassen zu bringen. Ein Verwaltungsakt ohne Ende, ohne Ende der Schmerzen für die betroffenen! Stand der Medizin heute kann man diese krankhaften Fettzellen nur durch eine medizinische Liposuktion lindern. In Verbindung mit einer gesunden ausgewogenen Ernährung sind dann auch wieder sportliche Aktivitäten möglich. Hier gibt es auch schon genügend positive Beispiele, dass eine Liposuktion hervorragende Ergebnisse erzielen kann. Nur leider mit bis zu 20000EUR aus der eigenen Tasche. All diese erfolgten OPs kann man auch wissenschaftlich betrachten und auswerten, wenn man den will!
Ihr Foto zeigt nicht eine der 3 Millionen Frauen, die von Schmerzen und orthopädischen Deformierung geplagt sind. Dieses Foto zeigt auch keine Frau, die schon einen über Jahrzehnte langen und erniedrigenden Leidensweg hinter sich hat. Dieses Foto zeigt keine Frau, die kaum normal an einem gesellschaftlichen und einem aktiven Familienleben teilnehmen kann, weil sie es vor Schmerzen und Bewegungsunfähigkeit nicht aushalten kann. Dieses Foto zeigt keine Frau, welche seit Jahren starke Schmerzmittel nimmt, damit sie einigermaßen ihren Alltag bewältigen kann, in dem Wissen, dass das Risiko weiterer Folgeerkrankungen dadurch erheblich steigt. Diese Foto zeigt auch keine Frau die 3 mal die Woche zur Lymphdrainage und Krankengymnastik muss, die dauerhaft eine Kompressionsstrumpfhosen trägt und das auch im Sommer bei 40 Grad, die Knieschmerzen und Rückenschmerzen hat, die ein vielfaches an Ernährungsumstellungen, Diäten und Sport macht und es sich trotz ständiger fachärztlicher Beaufsichtigung sich nichts ändert und im Gegenteil sich gar noch verschlimmert. Ganz zu schweigen von den Psychotherapien, sinnlose Gelenksoperationen, Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit u.v.a.m. Das alles verursacht Kosten die über Jahre eine schmerzlindernde Liposuktion um tausende von Euro übersteigt. Somit muss auch Herrn Nüßlein entschieden widersprochen werden. Die Solidargemeinschaft wird bereits seit Jahren mit nutzlosen Behandlungsmethoden über Gebühr und wenig nachhaltig belastet. Eine OP darf bei Ihrem gezeigten Foto auch keine Kasse übernehmen.

Aber was richten Sie damit an? Genau, es geht dem Herrn Spahn der Schönheits-OPs bezahlen will! Das ist unterste Schublade und darf so nicht stehen bleiben! Ich bin wahrlich keine Unions und SPD Verbundene. Ich unterstelle Herr Spahn die Absicht, den trägen Apparat der G-BA einmal so richtig Feuer unterm Hintern zu machen. Das ist auch absolut nötig, das gewählte Thema hierzu ist allerdings weniger gut. Hier Verstecken sich Ärzte, Kassen, Politiker alle schön hinter ihren selbstgemachten Gesetzten und wenn dann einmal etwas zu entscheiden ist wird sich vor der Verantwortung gedrückt.
Frauen, die den ganzen oben genannten Leidensweg bereits vollzogen haben, die das ganze Tag ein Tag aus ertragen müssen, haben einen berechtigten Anspruch auf ein menschenwürdiges Leben! Allein daraus leitet sich schon der Anspruch auf eine Liposuktion ab, denn nicht jede kann sich eine medizinisch begründete Operation leisten.
Die Zahl der 3 Millionen betroffenen Frauen ist wahrscheinlich um einiges höher. Die Dunkelziffer erachte ich aus Gesprächen heraus als recht hoch. Viele haben schon aufgegeben, andere wissen noch gar nichts von ihrem Problem und gehen von Arzt zu Arzt. Warum gibt es kaum gut ausgebildete Ärzte die sich mit dieser Thematik auskennen und somit schon im Anfangsstadium eingreifen können? Ohne Aufnahme in den Katalog für Regelleistungen ist das wohl nicht lukrativ genug! Stattdessen heißt es immer nur „ Sie sind zu dick, sie müssen abnehmen! Sie müssen mehr Sport treiben…“. Dabei dreht sich der Teufelskreis immer weiter, immer schneller! Denn je mehr man macht, desto kränker werden die Zellen und wachsen immer mehr, also total kontraproduktiv.
Sobald man diese Diagnose bekommt, was meist sehr spät ist, steht man verlassen da. Keiner nimmt einen so richtig ernst und psychisch hat man dann auch nicht unbedingt die Kraft sich eine Enttäuschung nach der anderen zu holen.
Mit der Entscheidung des G-BA vom Juli 2017 sind alle betroffenen Frauen einmal mehr gedemütigt worden. Lieber die Solidargemeinschaft Jahrzehnte lang mit teurer Lymphdrainagen, Kompressionstrumpfhosen, Schmerzmittel, Krankengymnastik, neue Kniegelenke, Hüftgelenke, Psychotherapien bzw. Kuren, Reha´s und im schlimmsten Fall gar Rollstühle, Arbeits- und Erwerbslosigkeit zu belasten, als die Kosten für diese Op´s zu übernehmen und damit Schmerzen zu unterbinden und Folgeerkrankungen zu vermeiden und/oder zu reduzieren.
Was ist da jetzt günstiger? Diese Frage stelle ich mir schon seit ich diese Diagnose habe. Die Diagnostik hat leider 42 Jahre und viele Schmerzen, viel Leid und viele psychische Probleme lang gedauert und dank inkompetenten Politikern, unfähigen Ärzten, verweigernde Krankenkassen und ein unsachlichem Journalismus, habe ich sehr wahrscheinlich noch sehr lange mit den Qualen zu kämpfen. Vielen Dank!
Über Ästhetik bin ich schon lang hinweg. Mir geht es nicht darum schöne Beine, Hüften und einen schönen Bauch zu haben, sondern das ich endlich mal ein Leben ohne ständige Schmerzen führen kann. Ich möchte schlafen können und nicht immer wieder aufwachen weil ich Schmerzen habe. Ich möchte meinen Tag beginnen ohne Schmerzen. Ich möchte nicht meine Familie ständig zur Last fallen, weil ich Schmerzen habe und meinen Alltag dadurch nicht bewältigen kann. Die Last für Familien und Gesellschaft ist jetzt schon immens und wird bei nichts tun noch viel größer. Schade, dass es so viel Unfähigkeit und Inkompetenz keine nachhaltigen Maßnahmen beschlossen werden. Helft doch endlich all den wirklich Betroffenen!!!

Das einzige positive an diesem fehlerhaften Bericht ist, dass dieses Thema endlich mal in die Öffentlichkeit kommt, allerding leider mit sehr falscher Berichterstattung und Aufmachung. Und somit wahrscheinlich wieder zunichte gemacht wird.

Nur mit einer professionelle Berichterstattung und Unterstützung aller (wozu auch kundige Ärzte zählen), kann den mind. 3 Millionen Frauen geholfen werden und vielleicht auch das Leid vieler Mädchen in Zukunft eingegrenzt werden.

Leider ist mir keine Kürzer Variante dieses Briefes möglich!!!


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14.01.2019

Ich wäre sehr froh, wenn sich dieses Tor öffnen würde.
Lieber #JensSpahn Sie würden mich mit dieser Tat vor dem Rollstuhl retten in dem ich laut Neurologen bis in 2 oder 3 Jahren sitzen würde. Die Krankheit Lipödem habe ich von meiner Großmutter geerbt die ebenfalls im Rollstuhl gelandet ist. Ich esse gesund und bewusst und mache viel Sport. Trotzdem lagern sich mit jeder Hormonumstellung krankhafte Fettlappen an und bereiten mir zunehmend Schmerzen. Mittlerweile nehme ich Morphin, damit ich meinen Alltag bewältigen kann. ICH MUSS MICH OPERIEREN LASSEN! Mir fällt ein Stein vom Herzen, wenn ich daran denke, dass wir unser Eigenheim vielleicht nicht verkaufen müssen um die Liposuktionen mit 30.000 € zu finanzieren. Sie glauben gar nicht, welche Erleichterung das unserer Familie verschafft.
Dafür würden der Krankenkasse in den nächsten Jahren meines Lebens 6.000 € jährlich für Lymphdrainage und 4.800 € für Kompressionswäsche erspart bleiben. Plus Rollstuhl, Treppenlift und Folgeschäden für defekte Gelenke die aufgrund der krankhaft angelagerten Fettmassen automatisch entstehen. Ganz zu schweigen von der Diagnostik und OP-Kosten für künstliche Gelenke.
Viele "Fresssüchtige" bekommen einen Magenbypass, weil sie sich selbst nicht im Griff haben. Ich kann wirklich nichts für die Krankheit und soll deren Linderung selbst bezahlen? Das ist nicht gerecht.
Meiner Meinung nach sollte Sie sich, Herr Junginger erst mal richtig informieren bevor Sie einen solchen Kommentar schreiben.
#dankeJensSpahn

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13.01.2019

Herr Junginger,
wie man sich in wenigen Sätzen so widersprechen kann !
" das Thema eignet sich nicht für vorschnelle Urteile und schon gar nicht für billige Witze. Fragwürdig an dem Vorgang ist nicht, dass ausgerechnet Fettabsaugen zur Kassenleistung werden soll"
Sie sind gegen vorschnelle Urteile ... aber genau das erreichen Sie mit Ihrem reißerischen Artikel und der bloßen Erwähnung des Wortes Fettabsaugung - schon ist (vor allem) der Mann an sich empört und lehnt alles ab. Es gibt bereits genügend Kommentare mit genauen Details über diese Krankheit und die tasächliche Kostenberechnung gegenüber dieser sehr speziellen Absaugung bei der Krankheit Lipödem belegt ebenfalls klar, warum eine OP meist günstiger ist !
Schönerweise erwähnen Sie auch die Medizin Lobby - doch mir scheint Sie verwechseln hier etwas - wenn Lobby, dann eine unter dem Einfluss von Herstellern von Verbandstoffen und Kompressionsartikeln (Strümpfe, etc) ... schade doch, wenn eine auf Jahre hinaus sichergestellte Einnahmequelle verloren ginge ...

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13.01.2019

Herr Junginger ich lese in Ihrem Kommentar lediglich Fettabsaugung – aber die sogenannte Lipsuktion, die Herr Spahn vorgeschlagen hat, bezieht sich auf lediglich auf Lipödem-Patienten und die sind auf diese Behandlung angewiesen, da keine andere Behandlung hilft.

Warum hat Herr Spahn diese Vorgehensweise vorgeschlagen, der bestimmt keine soziale Ader hat? Das Bundessozialgericht hat eine erfolgreiche Methode für die Lipödem-Erkrankung für Jahre blockiert. Man redet sich mit vorgeschobenen Studien heraus. Das sind genauso solche Personen wie Sie – man hat blindlings Angst vor den Kosten, spielt das auf eine nicht benötigte (Schönheits)-Fettabsaugung herunter und verweigert den Patienten die notwendige Behandlung –egal zu welchen menschlichen Preis. Das Lipödem fängt bei den meisten Frauen bei der Pupertät an und verschlechtert sich zunehmend. Es ist ein Gendefekt, welche auf Hormonveränderungen reagiert - wie in der Pupertät, Schwangerschaft, Wechseljahre und wahrscheinlich die Pille. Ein Magenband wie bei Adipositas hilft da nichts, denn die Personen essen nicht zu viel.
Auch können die Lipödem-Patienten vorzeitig berufsunfähig werden – aufgrund der diätrestistenten Fettvermehrung, denn nach und nach werden die Lymphsysteme dadurch zerstört. Das passiert ungefähr mit dem 35 Lebensjahr. Das Lipödem ist ein Gendefekt und hat mit zuviel Essen nichts zu tun. Ein Magenband wie bei Adipositas hilft da nichts. Lympfdrainagen, wegen der Wasseransammlungen, durch das krankhafte Fett, sind extrem teuer und lindern nur Symptome.
Eine Kompressionsstrumpfhose, die gegen die Schmerzen und gegen Ödeme hilft, kostet rund 900 Euro. Auf die hat ein Lipödem-Patient zweimal jährlich Anspruch. Später breitet sich das Lipödem auf die Arme bei vielen Frauen aus. Auch dazu gibt es sehr teure Kompressions-Handschuhe und Armstrümpfe. Irgendwann können die Frauen nicht mehr den ganzen Tag im Büro sitzen oder in der Fabrik stehen, weil die Füße und Finger vor lauter Wasseransammlungen schier platzen. Und dann? Berufsunfähigkeit? Natürlich ist auch die private Lebensqualität nicht mehr gegeben
Abgesehen dass die Kosten einer Lipusuktion am Ende sogar günstiger für diese Patienten sind und das Bundessozialgericht nicht mehr nach Recht urteilt, vermisse ich eine menschwürdige Behandlung von Kranken. Bei Ihren Artikel vermisse ich den ganzen Hintergrund warum so ein Vorschlag von Herr Spahn kommt. Weder das Bundessozialgericht noch die Medizin-Lobbyisten haben sich hier für die sinnvollste Behandlung entschieden - es geht hier nur um´s Geld. Genauer gesagt um eine kurzfristige Geldeinsparung auf Kosten und unheilbaren Krankheit.

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13.01.2019

Sehr geehrter Herr Bernhard Junginger,
das was sie da von uns chronisch Lipödem Kranken Frauen berichten ist schlichtweg falsch. Dieser Artikel entspricht nicht der Realität wo für wir Lipödem Patienten kämpfen. Bevor sie diesen Artikel raus gebracht haben, hätten sich mit großer Sorgfallt vorher informieren müssen! Sie wissen nicht wieviele Leute diesen Bericht falsch verstehen. Damit ist uns nicht geholfen. Wir haben genug Leid zu ertragen, wofür wir nichts können. Bitte überarbeiten Sie diesen Artikel und setzten Sie es in das richtig Licht! Hierbei schicke ich Ihnen Ausreichend Information über diese Krankheit Lipödem!

Es geht hier nicht über das Vorhaben von Herrn Shpan, Fettabsaugung für angefutterte Fett von den Krankenkassen zu bezahlen, sondern über die Krankheit LIPÖDEM. Diese Krankheit ist Diät und Sport resistent! Weitere Info unten:

Fakten zum LIPÖDEM inklusiver Forschungsauszüge!

■ Es handelt sich bei dem Lipödem um chronische und progrediente Erkrankung mit erheblichen Folgen auf körperlicher, psychischer, sozialer und beruflicher Ebene
■ 3,8 Millionen betroffene Frauen, Dunkelziffer vermutlich höher
■ Das Lipödem ist sport – und diätresistent
■ ICD – 10 Codierung E88.20 ff, Dekompression / Liposuction als Therapieoption in den Leitlinien enthalten
■ Nach BSG Urteil im Frühjahr 2018 fehlt es an bedarfsgerechter Versorgung, dieses schein übrigens verfassungswidrig zu sein.
■ Alle politische Instanzen (auch die Frauenbeauftragte) halten sich raus, verweisen ans BMG
■ Konservative Therapien nicht ausreichend
■ Fehlendes medizinisches Fachwissen / Stigmatisierung
■ Frauen werden allein gelassen
■ Operative Therapie kostengünstiger und lebensqualitätssteigernd
■ GBA – Erprobungsstudie weist erhebliche Schwächen auf
■ Frühestens sind in ca. 5 – 10 Jahren mit ersten Ergebnissen zu rechnen
■ Aktuell für Frauen und Familien eine unzumutbare Situation

Forschung Auszug(!) Inländisch von Fr. Dr. Bauer:

■ Das Lipödemgewebe weist hormonellen Veränderungen auf.
■ Diese betreffen u.a. das Leptin, Adiponectin, Interleukin -8, Aromatase, und die Adipozyten.
■ Es wurde eine Lipid – Akkumulierung beobachtet
■ Betroffene Patienten weisen weniger Leptin auf (u.a. verantwortlich für das Sättigungsgefühl) gemessen wurde.
■ Weitere kausale Zusammenhänge, insbesondere zwischen dem Lipödem und der Adipositas müssen weiter erforscht werden.
■ Hypothetisch scheint das Lipödem aber auch adipositasassoziiert zu sein
■ Gleichzeitig sind Zusammenhänge zwischen der Lipödemerkrankung und Entzündungsprozessen (Interleukin 8 Expression) sowie hinsichtlich der Fibromyalgie, Migräne und Depression nachgewiesen worden.

■ Einblicke in wichtige Studien, z.b. Arch Plast Surg. 2017 Jul;44(4):324-331. doi: 10.5999/aps.2017.44.4.324. Epub 2017 Jul 15.Liposuction in the Treatment of Lipedema: A Longitudinal Study. Dadras M1,2, Mallinger PJ3, Corterier CC1, Theodosiadi S1, Ghods M1.
■ 25 Patienten, 72 Liposuctionen, standardisierter Fragebogen, Prä – Post Design (Details siehe Anhang)
■ Follow Up nach 16 und 37 Monaten
Ergebnisse:
■ Signifikante Reduktion von Spontanschmerz, Druckempfindlichkeit, Spannungsgefühl, Blutergüssen, kosmetischer Beeinträchtigungen und allgemeinen Beeinträchtigungen der Lebensqualität
■ Nachweis ebenfalls, dass ein frühes Eingreifen in die Erkrankungen bessere Ergebnisse erzielt
■ Schlussfolgerung entnommen aus dem Paper:
“Liposuction is effective in the treatment of lipedema and leads to an improvement in quality of life and a decrease in the need for conservative therapy.”

■ Baumgartner A, Hüppe M. Schmeller W (2016); Long-term benefit of liposuction in patients with lipoedema: a follow-up study after an average of 4 and 8 years Brit J Dermatol 174: 1061-1067
■ Längsschnittdesign über 4 und 8 Jahren
■ 85 Patienten Prä – Post Design, nach Liposuction
■ Auch hier signifikante Verbesserung von Spontanschmerzen, Druckempfindlichkeit, Ödemen, Blutergüssen und Bewegungseinschränkungen sowie Verbesserung der Lebensqualität nach Selbsteinschätzung
■ Daraus entnommen:
“These results demonstrate for the first time the long‐lasting positive effects of liposuction in patients with lipoedema.”

■ Vgl. Psychol Health Med. 2018 Aug;23(7):846-853. doi: 10.1080/13548506.2018.1459750. Epub 2018 Apr 3.
■ Onlinestudie mit 329 befragte Patienten
■ “Depression and appearance-related distress in functioning with lipedema”.
■ Negativ psychische Auswirkungen belegt
■ Verminderte Lebensqualität
■ Einbußung der Mobilität bei Symptomzunahme
■ Depressionsvorhersage

Fazit:
 Liposuction/ Dekompression als einzig fundierte Mittel zur Beseitigung des Lipödems ist, einhergehend mit einer verbesserten körperlichen und psychischen Lebensqualität.
 Je früher eingegriffen wird, desto eher wird der chronische Verlauf und Folgeerkrankungen aufgehalten
 Grundlage zur operativen Therapie und Übernahme in den Leistungskatalog bereits vorhanden
 Vermehrte Forschung über Ursachen, Therapieverfahren und Auswirkungen dennoch notwendig
 Belangen chronisch Kranker muss Rechnung getragen werden (Vgl. §2aSGB V)
 Frauen dürfen nicht benachteiligt werden
 Überarbeitung des Studiendesigns dringend notwendig, bis dahin müssen die Kosten übernommen werden (Menschenrecht auf Gesundheit, SGBV etc.)
 Gleichzeitig braucht es Therapiestandards

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13.01.2019

Dann hoffe ich auf gerechte Auswahl...

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13.01.2019

Sehr geehrter Herr Junginger,
interessant das ihr Kommentar in der Augsburger Allgemeinen nun nicht einmal mehr Bildzeitungsniveau erreicht. Hauptsache eine reisserische Überschrift...Es geht in diesem Fall um eine schwere Krankheit, das Lipödem. Eine meist genetisch bedingte Erkrankung die in manchen Fällen und fortgeschrittenem Stadium mit dem Tod der Erkrankten endet. Tagtägliche Schmerzen, tägliche Kompressionskleidung inklusive- von den abfälligen Blicken und hasserfüllten Kommentaren so mancher Zeitgenossen im Alltag ganz zu schweigen.
Herr Junginger, erst einmal gut recherchieren und Hausaufgaben machen und dann kommentieren! In diesem Fall heisst es : Leistung ungenügend...

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13.01.2019

Fakten zum LIPÖDEM inklusiver Forschungsauszüge!

■ Es handelt sich bei dem Lipödem um chronische und progrediente Erkrankung mit erheblichen Folgen auf körperlicher, psychischer, sozialer und beruflicher Ebene
■ 3,8 Millionen betroffene Frauen, Dunkelziffer vermutlich höher
■ Das Lipödem ist sport – und diätresistent
■ ICD – 10 Codierung E88.20 ff, Dekompression / Liposuction als Therapieoption in den Leitlinien enthalten
■ Nach BSG Urteil im Frühjahr 2018 fehlt es an bedarfsgerechter Versorgung, dieses schein übrigens verfassungswidrig zu sein.
■ Alle politische Instanzen (auch die Frauenbeauftragte) halten sich raus, verweisen ans BMG
■ Konservative Therapien nicht ausreichend
■ Fehlendes medizinisches Fachwissen / Stigmatisierung
■ Frauen werden allein gelassen
■ Operative Therapie kostengünstiger und lebensqualitätssteigernd
■ GBA – Erprobungsstudie weist erhebliche Schwächen auf
■ Frühestens sind in ca. 5 – 10 Jahren mit ersten Ergebnissen zu rechnen
■ Aktuell für Frauen und Familien eine unzumutbare Situation

Forschung Auszug(!) Inländisch von Fr. Dr. Bauer:

■ Das Lipödemgewebe weist hormonellen Veränderungen auf.
■ Diese betreffen u.a. das Leptin, Adiponectin, Interleukin -8, Aromatase, und die Adipozyten.
■ Es wurde eine Lipid – Akkumulierung beobachtet
■ Betroffene Patienten weisen weniger Leptin auf (u.a. verantwortlich für das Sättigungsgefühl) gemessen wurde.
■ Weitere kausale Zusammenhänge, insbesondere zwischen dem Lipödem und der Adipositas müssen weiter erforscht werden.
■ Hypothetisch scheint das Lipödem aber auch adipositasassoziiert zu sein
■ Gleichzeitig sind Zusammenhänge zwischen der Lipödemerkrankung und Entzündungsprozessen (Interleukin 8 Expression) sowie hinsichtlich der Fibromyalgie, Migräne und Depression nachgewiesen worden.

■ Einblicke in wichtige Studien, z.b. Arch Plast Surg. 2017 Jul;44(4):324-331. doi: 10.5999/aps.2017.44.4.324. Epub 2017 Jul 15.Liposuction in the Treatment of Lipedema: A Longitudinal Study. Dadras M1,2, Mallinger PJ3, Corterier CC1, Theodosiadi S1, Ghods M1.
■ 25 Patienten, 72 Liposuctionen, standardisierter Fragebogen, Prä – Post Design (Details siehe Anhang)
■ Follow Up nach 16 und 37 Monaten
Ergebnisse:
■ Signifikante Reduktion von Spontanschmerz, Druckempfindlichkeit, Spannungsgefühl, Blutergüssen, kosmetischer Beeinträchtigungen und allgemeinen Beeinträchtigungen der Lebensqualität
■ Nachweis ebenfalls, dass ein frühes Eingreifen in die Erkrankungen bessere Ergebnisse erzielt
■ Schlussfolgerung entnommen aus dem Paper:
“Liposuction is effective in the treatment of lipedema and leads to an improvement in quality of life and a decrease in the need for conservative therapy.”

■ Baumgartner A, Hüppe M. Schmeller W (2016); Long-term benefit of liposuction in patients with lipoedema: a follow-up study after an average of 4 and 8 years Brit J Dermatol 174: 1061-1067
■ Längsschnittdesign über 4 und 8 Jahren
■ 85 Patienten Prä – Post Design, nach Liposuction
■ Auch hier signifikante Verbesserung von Spontanschmerzen, Druckempfindlichkeit, Ödemen, Blutergüssen und Bewegungseinschränkungen sowie Verbesserung der Lebensqualität nach Selbsteinschätzung
■ Daraus entnommen:
“These results demonstrate for the first time the long‐lasting positive effects of liposuction in patients with lipoedema.”

■ Vgl. Psychol Health Med. 2018 Aug;23(7):846-853. doi: 10.1080/13548506.2018.1459750. Epub 2018 Apr 3.
■ Onlinestudie mit 329 befragte Patienten
■ “Depression and appearance-related distress in functioning with lipedema”.
■ Negativ psychische Auswirkungen belegt
■ Verminderte Lebensqualität
■ Einbußung der Mobilität bei Symptomzunahme
■ Depressionsvorhersage

Fazit:
 Liposuction/ Dekompression als einzig fundierte Mittel zur Beseitigung des Lipödems ist, einhergehend mit einer verbesserten körperlichen und psychischen Lebensqualität.
 Je früher eingegriffen wird, desto eher wird der chronische Verlauf und Folgeerkrankungen aufgehalten
 Grundlage zur operativen Therapie und Übernahme in den Leistungskatalog bereits vorhanden
 Vermehrte Forschung über Ursachen, Therapieverfahren und Auswirkungen dennoch notwendig
 Belangen chronisch Kranker muss Rechnung getragen werden (Vgl. §2aSGB V)
 Frauen dürfen nicht benachteiligt werden
 Überarbeitung des Studiendesigns dringend notwendig, bis dahin müssen die Kosten übernommen werden (Menschenrecht auf Gesundheit, SGBV etc.)
 Gleichzeitig braucht es Therapiestandards


Und jedem der so tolle Sprüche los lässt das dir Allgemeinheit das Zahlen sollen-solange ich arbeite bin ich Teil dieser gemeinschaft....werde ich arbeitsunfähig trägt das auch die Gemeinschaft.
Darüber hinaus wünsche ich jedem die lip Schmerzen für eine Woche....am besten im Sommer....das dürfte zum Umdenken genügen....
Die konservative Therapie ist ebenso kostenintensiv-es ist nun mal die Behandlung einer chronischen Erkrankung allerdings kann mit der OP-am besten Frühzeit-zusätzliche Erkrankungen vorgebeugt werden was das ganze wiederum günstiger macht.

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13.01.2019

Bitte um Sachlichkeit - es ist eine Krankheit - wichtige Info von einer Betroffenen

Habe eine RIESENGROSSE BITTE an alle, die momentan auf Überschriften
oder zum Schutz "Ihrer Gilde" reagieren und argumentieren….und so auch an Ihre Redaktion zur aktuellen Berichtserstattung

es ist eine -vermutlich durch Gen-Defekt- bei Hormonschüben (typisch Pubertät, Schwangerschaft oder Wechseljahre) ausgelöste und leider weitestgehend unerforschte Krankheit, für die KEINE BETROFFENE etwas kann…
es liegt dummerweise leider in den Genen jeder 10. Frau...Männer können es nicht bekommen, sind aber Träger der Gene…
und bricht es einmal aus, ist es kaum zu stoppen…
und schon garnicht mit den konventionellen Methoden (Lymph-Drainage und das Tragen einer dicken und sehr unangenehmen Kompression - im schlimmsten Fall an Armen UND Beinen - idR 12-16 Stunden und wenn es einen ganz übel erwischt, auch noch nachts…
außerdem in der Regel Dauerschmerzen wie Weichteil-Rheuma, ebenfalls kaum beeinflussbar
also KEIN SPASS, KEIN "ICH WILL BISSCHEN SCHÖNER WERDEN" SONDERN EIN "ICH MÖCHTE EIN BISSCHEN AM LEBEN TEILNEHMEN KÖNNEN"
Ich verstehe, das die blöden und sehr missverständlichen Überschriften der Berichterstattung das in ein ungünstiges Licht setzen,
WERDE ABER NICHT AUFHÖREN; DIE FAKTEN ZU BENENNEN und wüsche nichtmal meinem ärgsten Feind, das er dieses Leben leben muß...und da bin ich noch nicht einmal beim Hochsommer, sondern im ganz normalen Leben.
Für alle, die nicht betroffen sind, einige wichtige Fakten, die der G-BA Artikel und die meiste der aktuellen Berichterstattung leider einfach „auslässt“
Durch das langwierige Verfahren sind seit über einem Jahr und für weitere Jahre Einzelfall-Entscheidungen NICHT mehr möglich und in dieser Zeit schreitet der Krankheitsverlauf weiter fort und es entsteht zahlreiche Sekundär-Erkrankungen
Die viel zitierten anerkannten konventionellen „Alternative-Behandlungen“ sind meist maximal zur Schmerzminderung, halten weitere Verschlechterungen seltenst auch nur auf und belasten die Allgemeinheit mit höheren Kosten als die Liposuktion.
Außerdem müssen die meisten Betroffenen auch hierfür kämpfen oder bekommen diese Hilfen NICHT
Der Zeitaufwand, das alles zu bewerkstelligen, liegt bei 2-3 Stunden pro Tag (und das oft mit mehreren Kinder, pflegebedürftigen Eltern, Berufstätigkeit…dem ganz normalen Leben eben :-)
Viele der Betroffenen werden Berufs- und Erwerbsunfähig, von den psychischen Belastungen der Betroffenen durch die Stigmatisierung, Schmerzen und Einschränkungen, mit massiven Auswirkungen auch auf Partner, Familien und vor allem der Kinder ganz zu schweigen
Wenn schon Fakten benennen wollen, DANN BITTE VOLLSTÄNDIG LIEBER G-BA, liebe JournalistInnen und liebe PolitikerInnen

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13.01.2019

Sehr geehrter Herr Junginger,

zunächst einmal sollten Sie Ihren interessierten Lesern wichtige Informationen NICHT vorenthalten und in Ihre recht reißerische Überschrift aufnehmen, dass es sich um die Fettabsaugung (medizinisch: Liposuktion) bei einem Lipödem, einer chronisch schmerzhaften und progredienten Erkrankung, handelt, an der derzeit über 3,8 Millionen Frauen in Deutschland plus Dunkelziffer erkrankt sind.

Sie scheinen Angst zu haben bzw. Ihren Lesern Angst zu machen, dass der „normale“ Krankenversicherte sich nach dem gelungenen Vorstoß von Herrn Bundesgesundheitsminister Jens Spahn innerhalb der Solidargemeinschaft an den Liposuktionen beteiligen müsse, obwohl ihr Nutzen durch den G-BA noch nicht ausreichend belegt sei. Auch Sie scheinen hierbei zum einen, wie bereits der G-BA, nicht ausreichend recherchiert zu haben bzw. sich auf den Pressemitteilungen des G-BA auszuruhen. Denn z. B. Dadras, Mallinger, Corterier, Theodosiadi & Ghods, (2017) belegen: „Liposuction is effective in the treatment of lipedema and leads to an improvement in quality of life and a decrease in the need for conservative therapy.”

Was Sie leider ebenfalls scheinbar vergessen haben, in Ihren Kommentar einfließen zu lassen, ist, dass die Solidargemeinschaft schon seit Jahren die konservativen Therapien bei einem Lipödem zahlt – nämlich für Kompressionsstrümpfe und ggf. auch manuelle Lymphdrainage. Meine Erste Flachstrickversorgung hat allein 640€ gekostet, ich habe im Jahr mindestens den Anspruch auf 2 Versorgungen, also jährlich 1.280€. Ich bin jetzt 28 Jahre alt und habe ein Lipödem Stadium 1-2. Rechnet man die Kosten für diese Versorgung auf ein Leben hoch, übersteigen diese bei Weitem die Kosten für die notwendigen Liposuktionen, die im Übrigen die einzige kausale Behandlungsmethode dieser chronischen Krankheit ist. Wir alle würden davon profitieren, dass die Kosten für die Liposuktionen von den Krankenkassen getragen werden. Zusätzlich ist das Problem mit der herkömmlichen Therapie, dass auch hier der Nutzen noch nicht geklärt ist. Viele Betroffene können dies bestätigen, sie zwängen sich seit Jahren in ihre Flachstrickhosen, auch bei 30 Grad im Schatten, und spüren trotzdessen keine Linderung ihrer Schmerzen (z. B. Druck- und Berührungsschmerzen). Doch operierte Lipödem-Patienten zeigen, dass sich die Krankheit durch die Liposuktionen stoppen und sich die Schmerzen so eliminieren lassen.

Für Sie und alle Kommentierenden hier, die das Lipödem (ICD – 10 Codierung E88.20 ff) fälschlicherweise mit Adipositas (ICD-10 Codierung E65-E68) verwechseln und ebenfalls massiv zur Stigmatisierung der Betroffenen beitragen, hier ein paar wesentliche Fakten zum Lipödem:

■ Es handelt sich bei dem Lipödem um chronische und progrediente Erkrankung mit erheblichen Folgen auf körperlicher, psychischer, sozialer und beruflicher Ebene (z. B. Mobilitätseinschränkung, Erwerbsunfähigkeit, Suizidgedanken, soziale Isolation, Depression)
■ 3,8 Millionen betroffene Frauen, Dunkelziffer vermutlich höher
■ Das Lipödem ist sport – und diätresistent(!)
■ ICD – 10 Codierung E88.20 ff, Dekompression / Liposuction als Therapieoption in den Leitlinien enthalten
■ Nach BSG Urteil im Frühjahr 2018 fehlt es an bedarfsgerechter Versorgung, dieses schein übrigens verfassungswidrig zu sein
■ Alle politische Instanzen (auch die Frauenbeauftragte) halten sich raus, verweisen ans BMG
■ Konservative Therapien nicht ausreichend
■ Fehlendes medizinisches Fachwissen / Stigmatisierung, Lipödem KEIN Bestandteil des Medizinstudiums
■ Operative Therapie kostengünstiger als konservative Therapien und lebensqualitätssteigernd
■ GBA – Erprobungsstudie weist erhebliche methodische Schwächen auf und frühestens in ca. 5-10 Jahren ist mit ersten Ergebnissen zu rechnen – zu lange, denn viele Frauen sind JETZT bereits (schwerst)betroffen und leiden an der Erkrankung und ihren Folgen
(Auszug aus der Zusammenfassung von Frau Hendrikje ter Balk)

Fernab der Lipödem-Thematik denke ich auch, dass es Betroffene anderer Krankheiten gibt, die sehr von dem proaktiven Vorgehen von Jens Spahn profitieren können, da auch ihre Krankheiten viel zu lange ignoriert und bagatellisiert wurden. Bei unserer Gesundheit dürfen rein wirtschaftliche Interessen niemals im Fokus liegen. Abschließend zu Ihren Bedenken, dass die Entscheidung, was die Krankenkassen zahlen, auch künftig medinizinischen Experten obliegen sollte: Zum einen kennen viele vermeintliche „Experten“ die Krankheit Lipödem nicht, sie nehmen die Betroffenen nicht ernst, watschen sie damit ab, dass sie „einfach nur zu fett seien“ und „doch mal Sport machen“ und „weniger essen“ sollten – so wie das auch einige der Kommentare hier implizieren. Des Weiteren würde ich vermuten, dass Herr Gesundheitsminister Jens Spahn durchaus weiß wie er seinen Job zu machen hat und sich mit einem Stab an wirklichen Lipödem-Experten wie z. B. Dr. Slobodan Reba beraten wird.

Herzliche Grüße
eine Betroffene, die gemeinsam mit 3,8 Millionen Frauen im Jahr 2019 endlich auf ein gesundes Leben hoffen darf

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13.01.2019

Lieber Herr Juninger, anscheinend sind Sie als auch die meisten Kommentatoren in den sozialen Netzwerken nicht mit der Krankheit Lipödem betraut. Mitnichten geht es um kosmetische Eingriffe für eine schlanke Silhouette. Betroffene leiden an erheblichen Schmerzen und spätestens im fortgeschritten Stadium kommt es zu erheblichen Folgeschäden (sek. Lymphödem, Beinfehlstellungen etc) die bis zur Erwerbsunfähigkeit und dem völligen Verlust der Mobilität führen. Als Schwerbetroffene, die gerade 8-10 Operationen durchlebt mit einer Kostenbelastung von ~50.000 Euro (oder sogar mehr) kann ich Ihnen versichern, die Kosten für die Solidargemeinschaft sind wesentlich höher wenn die operative Versorgung nicht erfolgt. Ich hätte meinen gut bezahlten Beruf im mittleren Management verloren und der Staat einen rechtschaffenen Steuerzahler. Mir wurden alleine über 10 Liter krankes Fettgewebe aus der Knieregion entfernt. Was das für Gangbild und Verschleiss der Gelenke bedeutet muss ich wohl kaum erklären. Schnallen Sie sich mal jeweils 5 große Milchtüten an die Knie, dann verstehen Sie vielleicht unseren Leidensdruck. Diese skandalöse Verzögerung von Hilfe durch diese unsägliche Studie des GBA (mit erheblichen Defiziten schon im Design) muss gestoppt werden. Das Herr Spahn sich dieser Sache annimmt verdient größten Respekt.

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13.01.2019

Der Weg, den Spahn einschlägt, ist der einzig richtige denn endlich nimmt sich jemand mal ernsthaft der Krankheit Lipödem an! Seit Jahren werden die erkrankten Mensch bewusst krank gehalten um an ihnen finanziell verdienen zu können! Keiner derjenigen, die diesen Weg untersagen wollen, hat auch nur den Hauch einer Ahnung wie schlecht er den erkrankten geht und wie sehr sie körperlich und seelisch leiden! Den Menschen muss endlich abschließend geholfen werden und dies ist nur mit der Liposuktion möglich! Lasst die Menschen endlich gesund werden! Das sollte oberstes Gut in Deutschland sein!

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12.01.2019

Hauptsache man bezahlt die Aids Behandlung nach ungeschütztem Sex...

Oder die Behandlung für Raser die sich nicht an die Geschwindigkeitsregeln gehalten haben...

Und wer sich Ski-Fahren leisten kann, bekommt auch noch die Behandlung nach dem Sturz von der Allgemeinheit dazu...

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12.01.2019

Maja S. Ich weiss schon von was ich rede, es geht nicht um die Krankheit Fettsucht, das sind aber keine 3 Mio fette Bürger. Ich habe auch ein paar Kilo über Normal, aber ich kämpfe täglich das es nicht mehr werden. Deshalb hab ich kein Verständnis für die angefutterten Dicken.

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13.01.2019

Und genau darum geht es, um Menschen die keine Ahnung von dem Krankheitsbild haben und die Betroffenen Vorverurteilen. Ein Lipödem ist kein angefuttertes Fett was auf Kosten der Krankenkassen entfernt werden soll und schon gar keine kosmetische Operation. Der Artikel wirft hier leider ein falsches Bild und wird daher von uninformierten Leuten wie Ihnen falsch interpretiert. Es geht darum hier richtig zu stellen um welche Patientengruppe es hier geht

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13.01.2019

Wer spricht denn hier von einer bezahlten Liposuktion für die "angefutterten Dicken", so wie Sie sie nennen? Es geht hier um die Krankheit "Lipödem". Diese Krankheit hat nichts mit Fettleibigkeit zu tun. Lip-Fett ist krankes Fett/Gewebe, welches hormonellen Ursprung ist. Dieses kranke Fett kann man nicht abnehmen, weder durch Sport, noch durch Ernährungsumstellung, es muss entfernt werden und dafür ist die Liposuktion die einzige Möglichkeit. Wissen Sie eigentlich, was Sie jährlich bezahlen für alle Lipödem-Patientinnen? Diese haben im Normalfall Anspruch auf konservative Therapien und diese beinhalten 1-2 mal wöchentlich Lymphdrainage und Kompressionsversorgung. Dies kostet pro Patient ca. € 4.000-€ 5.000 im Jahr. Und hierin eingeschlossen sind noch nicht die Therapien welche durch die aus dem Lipödem resultierenden Folgeschäden entstehen... Rechnen Sie das mal auf Jahrzehnte hoch...

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12.01.2019

Tatsache ist, das nur 1-3 % (edit/mod/Ausdrucksweise!) nichts für Ihre Krankheit können, der Rest hat sich das Fett über viele Jahre angefuttert und sich zu wenig bewegt. Als Mitglied der Solidargemeinschaft weigere ich mich für deren Überfettabsaugung zu zahlen. 50% der Bevölkerung sind Übergewichtig und die sollen bitte selbst die Beseitigung zahlen, wenn sies auf dem OP Tisch los werden wollen.

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12.01.2019

Sie haben AUCH keine Ahnung wovon Sie reden Herr G. !

Informieren Sie sich doch erst mal, bevor Sie kommentieren.

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13.01.2019

Sie zahlen derzeit per Solidargemeinschaft absurd teure Therapiemaßnahmen für Lipödem-Betroffene, die GAR NICHTS bringen, bizarrerweise aber von den Kassen anerkannt werden.
Operationen hingegen bedeuten für die überwältigende Mehrheit der betroffenen Frauen weitgehende Linderung und für viele sogar Symptom-Freiheit.
Therapien sind danach nicht mehr erforderlich, bzw. nicht mehr in dem extremen Ausmaß!
Entsprechend ist es für die Solidargemeinschaft WEITAUS (!!!) günstiger, wenn die OPs endlich übernommen würden!!!
Davon abgesehen kann ich nur empfehlen, sich über die Krankheit LIPÖDEM zu informieren.
Es geht hier nicht um fettleibige Frauen, sondern die Krankheit betrifft auch Berufssportlerinnen, Frauen mit Untergewicht oder schlicht und ergreifend ganz normale Frauen.
Die Symptome sind aber bei allen die gleichen - und gelindert werden können sie am besten (egal, welches Stadium) per OP.
Es geht also nicht darum, 50-Kilo-Personen oder 150-Kilo-Personen eine Schönheits-OP zu finanzieren, sondern es geht um die Behandlung einer Krankheit.
Oder sagen Sie zu einem Krebskranken auch, dass Sie dessen Tumorentfernung nicht zahlen wollen - wer weiß, ob er sich dessen Ausmaße nicht selbst aufgeblasen hat?!
Ähnlich absurd ist Ihr Vergleich mit vermeintlich "angefuttertem" Fett bei Lipödem Kranken.
In den Medien werden weitgehend schwer Übergewichte gezeigt - das mag sein.
In der Realität sind aber viele, viele Frauen mit völlig normalem BMI betroffen. Und auch diese leiden derartige Schmerzen,
dass sie aufgrund von drohender Berufsunfähigkeit dem Staat auf der Tasche liegen müssten.

Wer also von "Solidar-Sorgen" plaudert, sollte sich ERSTMAL in die Thematik einlesen!
Viel Erfolg dabei, Ihre Pfündchen zu bekämpfen!
Eine Lipödem-Patientin kann das nicht.
Ihre "Pfündchen" schmerzen wie die Hölle.

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12.01.2019

Sehr geehrtes Herr Junginger,
Sie schreiben, Jens Spahn wolle "an den Experten vorbei Leistungen zu genehmigen, für die dann die Sozialgemeinschaft zahlen muss".
Ich muss dazu höchst erstaunt nachhaken: Mit welchen EXPERTEN haben Sie denn gesprochen? Etwa mit Mitgliedern des G-BA? Mit Ärzten? Ist Ihnen bewusst, dass zur generellen Tragik der Lipödem-Erkrankung leider der Fakt zählt, dass sich die erschreckende Mehrheit der Ärzte NICHT mit unserer Krankheit auskennt? Die Mehrheit der Frauen erhält über JAHRZEHNTE hinweg gar keine Diagnose, da die Krankheit unter Ärzten so wenig bekannt ist.
Wer eine Diagnose erhält, hat meist eine leidvolle Odyssee hinter sich - und hat vor allem viel Zeit verloren, in der man therapeutisch hätte gegenwirken können.
Und auch nach Stellen der Diagnose sind sich die Ärzte nicht einig. Welche Ernährung ist zu empfehlen? Welche Art von Sport? Hilft Kompression und Lymphdrainage? Und wenn Ja: Wer verschreibt sie? Viele Frauen befinden sich alleine für diese Art von Hilfe in tragischen Kämpfen mit ihren Kassen.
Darüber hinaus müssen alle Frauen, die von der Krankheit betroffen sind, MASSEN an weiteren Therapien auf sich nehmen.
Psychotherapie (die Mehrheit verfällt in Depressionen), Physiotherapie (die Mehrheit hat durch die Krankheit Fehlstehllunengen, allen voran X-Beine und Hohlkreuze - übrigens auch bei Frauen, die weniger stark betroffen sind!), regelmäßige Besuche bei Endokrinologen (die hormonelle Betreuung gehört bei der Krankheit unbedingt dazu) sowie in vielen Fällen zahlreiche weitere Maßnahmen.
Diese übernimmt über Jahrzehnte hinweg - und wenn nicht operiert wird, ein Leben lang! - übrigens die Solidargemeinschaft, um die Sie sich so sorgen.
Stellt man einen Kostenvergleich an - 20.000 Euro OP-Kosten gegen Hunderttausende & Millionen von Therapiekosten - dürfte die Sachlage relativ klar sein....
Viele Frauen können aufgrund der Krankheit nicht mehr arbeiten, liegen also auch damit dem Staat auf der Tasche.
Unfreiwillig - aber HEY, ihre Krankenkasse zahlt ja den Rollstuhl. Immerhin den hat der G-BA bewilligt, also braucht man sich als Betroffene wahrlich keine Sorgen machen...
>> Übrigens ist der freundliche Hinweise auf die Garantie einer Rollstuhl-Bewilligung der Standardspruch von Kassen, wenn Patientinnen anfragen, wie es in Zukunft mit ihnen weiter gehen soll.
Möchten Sie, dass Ihre Frau, Ihre Mutter, Ihre Tochter je so etwas zu hören bekommt?
Die Krankheit trifft jede 10. Frau.... man wünscht sie seinem ärgsten Feind nicht!!!

Fassen wir zusammen:
Es gibt im G-BA keine Experten zu diesem Thema!
Es gibt kaum Ärzte, die sich mit der Krankheit auskennen.
Die wenigen vorhandenden werden merkwürdigerweise von keinem
Medium befragt. Stattdessen werden Politiker wie Herr Nüßlein zitiert,
die nicht einmal den Unterschied zwischen einer Fettabsaugung zu kosmetischen Zwecken
und einer lymphologischen Liposuktion zu Überlebenszwecken kennen.
(edit/bitte sachlich argumentieren) Oder lassen wenigstens die GEGENSEITE mal zu Wort kommen.
Gemeint sind damit Betroffene, die vor Schmerzen nicht mehr laufen können.
Lymphologen und Chirurgen, die mit ihrer Arbeit diesen völlig allein gelassenen
Frauen zu helfen versuchen.
Und zuguterletzt: Sie sollten sich mal mit Frauen unterhalten, die dank ihrer OPs endlich
wieder LEBEN können. Und zwar seit JAHREN!!
Das sind alles Menschen, die sich auf Lebzeiten verschuldet haben, um ihre OPs selbst zu zahlen.
Sie ersparen ihren Kassen damit MILLIONEN an Therapiekosten - weil selbige nämlich nach den OPs
(Oh Wunder!!) wegfallen.
Diese Frauen sind nach den OPs neue Menschen.
Ohne Schmerzen, ohne Depressionen, ohne Kompression.....

Brauchen Sie Adressen? Gerne!
Ärzte:
Andreas Knauf
http://www.o-z-a.de/knauf.html
https://www.dr-reba.de/
Anwälte, die Patientinnen seit Jahren betreuen:
http://www.rechtsanwaltskanzlei-abdel-hamid.de/
Patientinnen:
Nur zu, schreiben Sie mir, ich vermittle gerne!

Herzliche Grüße
eine einst schwer betroffene Patientin, die vor der Arbeitsunfähigkeit
stand und seit ihren OPs endlich wieder ein völlig normales Leben
führen kann.

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