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21.05.2009

Flüchtlingsstrom in Sri Lanka hält an

Flüchtlingsstrom in Sri Lanka hält an
Bild: DPA

Hamburg/Amsterdam (dpa) - Nach dem Ende des Bürgerkrieges in Sri Lanka hält der Flüchtlingsstrom aus dem ehemaligen Kampfgebiet unvermindert an. "Die Situation wird mindestens noch zwei Wochen angespannt bleiben", sagte der Koordinator der "Ärzte ohne Grenzen" (MSF) für Sri Lanka, Hugues Robert.

Derzeit kämen täglich 10 000 Menschen aus dem früheren Kampfgebiet in den südlich davon gelegenen Bezirk Vavuniya, sagte Robert in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa.Er rechne damit, dass der Strom in frühestens drei Tagen beginne abzuschwellen.

Für die Ärzte ohne Grenzen arbeiten derzeit 40 ausländische Freiwillige und rund 320 lokale Mitarbeiter in Sri Lanka. Robert war in den vergangenen Tagen vor Ort und will bald wieder in das Krisengebiet reisen. "Sowohl unsere Mitarbeiter als auch die sri- lankischen Ärzte und Krankenschwestern sind erschöpft", sagte er. Ein MSF-Team arbeite im Bezirkskrankenhaus von Vavuniya rund um die Uhr. Drei Chirurgen würden Dutzende Operationen pro Tag vornehmen. Viele der Flüchtlinge hätten Schuss- und Splitterwunden. Das Krankenhaus sei mit 1900 Patienten bei nur 450 Betten völlig überbelegt. Viele der teils Schwerverletzten lägen auf dem Boden.

Äußerst schwierig sei die Auswahl (Triage) der ankommenden Patienten nach der Schwere ihrer Verletzungen und ihre Verteilung auf Kliniken und Flüchtlingslager. "Wir versuchen, allen wenigsten eine medizinische Grundversorgung zu bieten", sagte der MSF-Koordinator. Über die Situation in den Flüchtlingslagern gebe es wenig Informationen, da die Regierung dort keine ausländischen Helfer tätig werden lasse. Er rechnet auch nicht damit, dass in absehbarer Zeit Nicht-Regierungsorganisationen in die ehemalige Kampfzone gelassen werden. Die Flüchtlinge - Schätzungen gehen von insgesamt mehr als 200 000 aus - würden von der Armee aus dem Gebiet herausgebracht.

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