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Frankreich
02.12.2018

Bild der Verwüstung: Erneut Krawalle bei "Gelbwesten"-Protest in Paris

Rauch steigt auf während des Protestes der "Gelbwesten" vorm Arc de Triomphe in Paris.
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Rauch steigt auf während des Protestes der "Gelbwesten" vorm Arc de Triomphe in Paris.
Foto: Christophe Ena/AP, dpa (Archiv)

Beim jüngsten Protest der "Gelbwesten" in Paris sind am Samstag 133 Menschen verletzt und mehr als 400 Menschen festgenommen worden. Frankreichs Politik ist im Schockzustand.

Bei den gewaltsamen Protesten der regierungskritischen "Gelbwesten" sind am Samstag in Paris 133 Menschen verletzt worden. Darunter sind auch 23 Sicherheitskräfte, wie die Pariser Polizeipräfektur am Sonntag mitteilte. Außerdem seien 412 Menschen festgenommen worden, von denen sich noch 378 in Polizeigewahrsam befinden.

Die Proteste gegen die Politik von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron waren am Samstag in massive Gewalt umgeschlagen. Rauchschwaden von brennenden Barrikaden zogen durch die Pariser Innenstadt. An der Prachtstraße Avenue Foch rissen Demonstranten Sitzbänke aus ihrer Verankerung und errichteten daraus Blockaden.

5000 Polizisten waren bei den Gewaltausschreitungen im Einsatz

Am Tuilerien-Park stürzten Randalierer eines der schweren Eisentore um, das dann mehrere Menschen unter sich begrub. Dabei wurde ein Mensch nach Behördenangaben schwer verletzt. Demonstranten besprühten den Arc de Triomphe mit Parolen wie "Triumph der Gelbwesten" und "Macron, tritt zurück!"

Maskierte Demonstranten in gelben Westen stehen inmitten einer Tränengaswolke in der Nähe der Champs-Elysees.
Foto:  Kamil Zihnioglu, AP, dpa

Die Ordnungskräfte trieben die Demonstranten unter Einsatz von Tränengas und Wasserwerfern auseinander. Gewalttätige Kundgebungsteilnehmer bewarfen die Beamten mit Steinen und setzten Autos in Brand. Rund 5000 Polizisten waren im Einsatz.

Premierminister Philippe sagte seine Reise zum Klimagipfel ab

Präsident Macron übte scharfe Kritik an den gewalttätigen Kundgebungsteilnehmern. "Ich werde niemals Gewalt akzeptieren", sagte er bei einem Besuch in Buenos Aires. "Kein Anliegen rechtfertigt den Angriff auf Staatsvertreter, die Plünderung von Geschäften, die Bedrohung von Passanten und Journalisten und die Besudelung des Arc du Triomphe."

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Wegen der Ausschreitungen sagte Premierminister Edouard Philippe seine Reise zum Klimagipfel nach Polen ab. Philippe werde in Frankreich bleiben und nicht wie geplant am Sonntag und Montag an den Gipfelberatungen in Kattowitz teilnehmen, teilte sein Büro mit.

Die "Gelbwesten" fordern unter anderem Steuersenkungen

Der Premierminister sprach von einem "selten erreichten Ausmaß der Gewalt". Die Demonstranten hätten "Symbole Frankreichs in Frage gestellt", den "Arc de Triomphe mit Graffiti besprüht" und "rund um das Grab des unbekannten Soldaten eine gewalttätige Demonstration" organisiert. Dies sei "schockierend".

Edouard Philippe sagte seine Reise zum Klimagipfel nach Polen ab.
Foto: Bernd von Jutrczenka, dpa (Archiv)

Es war der dritte landesweite Aktionstag der "Gelbwesten" an einem Samstag in Folge. Nach Angaben des Innenministeriums vom Nachmittag hatten sich daran geschätzt 75.000 Menschen beteiligt.

Die "Gelbwesten" fordern unter anderem Steuersenkungen sowie eine Anhebung von Mindestlohn und Renten. Präsident Macron hat zugesagt, die umstrittene Ökosteuer auf Diesel an den Kraftstoffpreis anzupassen. Das geht den Aktivisten aber nicht weit genug.

Stanislas Guerini ist neuer Vorsitzender der La République en Marche

Mehrere Oppositionspolitiker warfen der Regierung vor, die Gewalt eskalieren zu lassen, um die "Gelbwesten" zu diskreditieren. Der Rechtsnationalist Nicolas Dupont-Aignan forderte den Rücktritt von Innenminister Castaner. Der Linksparteichef Jean-Luc Mélenchon kritisierte die Regierung "übermäßige Gewaltanwendung gegen friedliche Demonstranten" vor.    

Die Partei von Macron wählte derweil dessen Vertrauten Stanislas Guerini mit großer Mehrheit zu ihrem neuen Vorsitzenden. Der 36-jährige Abgeordnete von La République en Marche (LREM, Die Republik in Bewegung) hatte Macrons Bewegung En Marche! mit gegründet, die sich später umbenannte. Sein Vorgänger im Amt des Parteivorsitzenden war Castaner. (AFP)

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