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Frankreich
24.08.2018

IS bekennt sich zu Familientragödie

Polizisten sichern den Tatort nach einer tödlichen Messerattacke.
Foto: Euler, dpa

Ein Islamist bei Paris tötet seine Mutter und Schwester. Polizei glaubt Terrormiliz nicht

Hat der Islamische Staat die Messerattacke unweit von Paris zu Unrecht für sich reklamiert? Es wäre nicht das erste Mal. Mit einem Messer hat ein Mann in Frankreich seine Mutter und seine Schwester umgebracht und einen weiteren Menschen schwer verletzt. Die Polizei erschoss den Täter am Donnerstag in Trappes im westlichen Umland von Paris. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte die Bluttat für sich. Die Ermittler stuften sie jedoch zunächst nicht als Terrorfall ein und Innenminister Gérard Collomb berichtete von schweren psychischen Problemen des Mannes. Die Untersuchungen gingen aber weiter, versicherte er.

Der Täter war den Behörden wegen Terror-Verherrlichung bekannt gewesen. Sein Profil sei aber eher das eines Gestörten mit psychiatrischer Vorgeschichte als das von jemandem, der den Anweisungen einer Terrororganisation folgt, schrieb Collomb auf Twitter. Laut übereinstimmenden französischen Medienberichten schließen Ermittler einen Familienstreit als Motiv nicht aus. Collomb sagte vor Journalisten, nach Untersuchung seiner Wohnung und seines Telefons werde man mehr wissen über den möglichen Konflikt in der Familie.

Die Polizei sei wegen eines Streits auf der Straße zum Tatort gerufen worden und habe zwei am Boden liegende Opfer gefunden. Der Täter sei unterdessen ins Haus seiner Mutter gegangen, wo er sie getötet habe. Er sei mit dem Messer wieder herausgekommen und trotz Aufforderungen nicht stehen geblieben – daraufhin hätten die Polizisten geschossen. Das schwer verletzte dritte Opfer gehörte nicht zur Familie des Täters. Französische Medien berichteten übereinstimmend, dass es sich bei dem zweiten Todesopfer um die Schwester des Angreifers handelte. Collomb sagte, dass es sich bei dem Täter um „Sohn und Bruder“ der beiden Getöteten handelte. Der IS verkündete über sein Sprachrohr Amak im Internet, ein IS-Kämpfer habe die Tat begangen. Die Echtheit der Nachricht konnte zunächst nicht bestätigt werden.

Der Sender BFMTV berichtete ohne klare Quellenangabe, der Mann sei den Behörden als radikalisiert bekannt gewesen und habe beim Eingreifen der Polizei „Gott ist groß“ auf Arabisch gerufen. Die Ermittler tendierten aber eher zu einem Familienstreit. Eine Bestätigung gab es für diese Angaben zunächst nicht. (afp)

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