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Kommentar

14.11.2017

Für die Rente von morgen braucht es mehr als die Ideen von gestern

In den kommenden Jahren müssen immer weniger Berufstätige Beiträge für immer mehr Rentner zahlen.
Bild: Armin Weigel, dpa (Symbolbild)

Im Moment steigen die Rentenbezüge und die Beiträge sinken - klingt zunächst gut. Doch die Zeitbombe tickt. Um den Generationenfrieden zu retten, ist ein Umdenken nötig.

Mehr Geld für die rund 21 Millionen Rentner, gleichzeitig sinken die Beiträge für Arbeitnehmer – alles gut also bei der Rente? Mitnichten. Denn in den kommenden Jahren verabschieden sich die sogenannten geburtenstarken Jahrgänge aus dem Berufsleben. Und wenn die Prognosen zutreffen, kommt in den Folgejahren eine unheilvolle Spirale in Gang: Immer weniger Berufstätige werden für immer mehr Rentner aufkommen müssen. Die kommende Regierung, vermutlich eine Jamaika-Koalition, muss sich also dringend etwas einfallen lassen, um künftig angemessene Renten gewährleisten zu können, ohne die Beitragszahler über Gebühr zu belasten.

Generationengerechtigkeit bedeutet eben auch, dass keiner dafür bestraft werden sollte, dass er – rentenmäßig gesehen – der falschen Generation angehört. Ohne Änderungen im System aber wird zwangsläufig wieder an den drei klassischen Stellschrauben gedreht werden müssen: Beiträge immer weiter rauf, Rentenniveau immer weiter runter, Lebensarbeitszeit immer weiter nach oben. Und über jedes Prozent, jedes Jahr würde erbittert gestritten zwischen der jüngeren und älteren Generation.

Denn die Kinder von heute zahlen morgen die Renten

Ganz aus der Welt schaffen lässt sich dieser den sozialen Frieden gefährdende Konflikt nicht. Er kann aber deutlich entschärft werden, wenn die Rentensicherung künftig viel stärker als bisher als gesamtgesellschaftliche, allumfassende Aufgabe verstanden wird. Viele politische Weichenstellungen, über die die Jamaika-Runde jetzt streitet, haben ganz erhebliche Auswirkungen auf die gesetzliche Rentenversicherung. Zum Beispiel die Zuwanderungspolitik. Qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland können dazu beitragen, das unter Druck geratene Rentensystem zu entlasten. Die ungesteuerte Zuwanderung schlecht ausgebildeter Armutsmigranten dagegen belastet die sozialen Netze auf lange Sicht.

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Auch Familienpolitik ist Rentenpolitik. Wo es darum geht, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern, rechnet sich jede Investition gleich doppelt. Denn die Kinder von heute zahlen morgen die Renten. Aber nur, wenn die Bildungspolitik stimmt. Noch immer hängen die Berufs- und damit Lebenschancen in Deutschland zu stark von der sozialen Herkunft ab. Auch in unserem reichen Land bekommt längst nicht jedes Kind die Förderung, die es verdient. Wer aus einer armen Familie kommt, bleibt häufig selbst arm. Die Abhängigkeit von Hartz IV vererbt sich oft über Generationen. Und auch in Zeiten blühender Konjunktur verringert sich die Zahl der Langzeitarbeitslosen kaum. Dadurch werden Möglichkeiten verschenkt, den Rentenkassen entgehen Einnahmen.

Wer sich fit fühlt, sollte auch länger arbeiten dürfen

Eine kluge Bildungspolitik darf nicht mit Ausbildung oder Studium enden. Wenn Menschen lange berufstätig sein sollen, dann müssen sie auch mit den immer schneller steigenden Anforderungen des Arbeitsmarkts Schritt halten können. Lebenslanges Lernen wird entgegen aller Sonntagsreden noch zu wenig gefördert. Wenn auf dem Papier die Rente mit 67 gilt, in der Praxis aber viele Menschen aus gesundheitlichen Gründen schon deutlich früher nicht mehr arbeiten können, dann ist nichts gewonnen.

So tragen eine gute Gesundheitspolitik und besserer Arbeitsschutz ebenfalls zur Rentensicherung bei. Im Idealfall gibt es künftig immer mehr Menschen, die auch noch im höheren Alter so gesund und hoch qualifiziert sind, dass sie am Erwerbsleben teilnehmen können. Beim Renteneintritt sind deshalb flexible Lösungen gefragt. Warum sollte jemand, der in der Lage und willens ist, nicht länger arbeiten?

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Die Diskussion ist geschlossen.

15.11.2017

Der Beitrag beschreibt zwar manche Probleme. Doch zu Lösungen trägt er nicht bei...

Es gibt Möglichkeiten, mehrere Probleme gleichzeitig zu lösen. Ein Konzept dafür liegt auch schon vor, allerdings noch nicht den politischen Entscheidungsträgern, denn diese haben in der Vergangenheit - über Jahrzehnte - gute vorschläge zur Optimierung der Lebensumstände sowie der grundlegenden Versorgung der Bürger fortwährend ignoriert - oder den Bürgern vorenthalten. Das Buch dazu folgt im nächsten Jahr...

Doch soviel vorweg: Wer jetzt die Rentenbeiträge reduziert, um den Bürgern vorübergehend eine Entlastung vorzutäuschen, - im Wissen, dass die Situation schlechter werden wird -, ist ein Täuscher und Heuchler. Und er belastet zuküftige Generationen mehr als erforderlich.

Bei der Lösung der Probleme im Lande, nicht nur in der Rentenfrage, müssen einige wichtige Dinge berücksichtigt werden:

1. Das bisherige Rentensystem gründet sich - immer noch - auf der Situation nach dem 2. Weltkrieg, als die aktiv arbeitende Bevölkerung für die Rentner deren Rente zahlen mussten, weil es nichts mehr an finanziellen Mitteln gab, aus denen man hätte die Renten bezahlen können. Doch das ist schon lange vorbei! - Wir müssen das Rentensystem komplett neu gestalten, ...allerdings nicht mit solch sinn- und wertlosen Modellen wie der "Riester-Rente", bei der nur die Versicherungsgesellschaften einen wahren Nutzen hatten - und haben.

Es gibt eine praktikable und sehr gute Lösung!

2. Eine - wie auch immer geartete - Zuwanderung ist keine Lösung, sondern wird neue Probleme verursachen. Um zur Lösung zu gelangen müssen so manche Politiker und Bürger endlich aufhören, kurzsichtiges Schein-Gutmenschentum in den Vordergrund zu stellen und zu praktizieren. Hier ist Sachverstand und logisches Denken wie auch eine weitreichende Betrachtung - bis hinein in die Entwicklungsländer - gefragt.

Jegliche Versuche in der Vergangenheit, sogenannte Fachkräfte für die heimische Wirtschaft im Ausland zu gewinnen, sind kläglich gescheitert. Dafür gibt es eine andere, sehr viel bessere Lösung.

Zuwanderung wird weder den Fachkräftemangel beseitigen, noch die Situation bei den Renten verbessern. Im Gegenteil: Es werden - bereits heute absehbar - neue Probleme geschaffen und alte Probleme noch verstärkt. Es wird in letzter Konsequenz mehr Empfänger von staatlichen Leistungen geben als zuvor. Und da dann auch noch die letzten menschlichen Potenziale den Entwicklungsländern entzogen werden, die dort dringend gebracht werden würden, um dort deren Wirtschaft auf- und auszubauen, werden die Probleme der Entwicklungsländernoch stärker auf Deutschland und Europa zukommen, als dies heute der Fall ist.

Es wird schlimmer statt besser. Ganz abgesehen von diversen kulturellen Problemen, die auch noch die menschliche Gemeinschaft mehr als unangenehm belasten werden.

3. Wir müssen uns von starren Renten-Altersgrenzen verabschieden, und diese sehr viel flexibler gestalten, wenn nicht sogar ganz in die Entscheidung der Bürger selbst legen. Nicht jeder Mensch ist gleich. Nicht jeder Beruf hat die gleichen Belastungen. Und die berufliche Welt wird sich in Zukunft noch schneller verändern. - Nicht zu vergessen: Manche Menschen möchten gar nicht wirklich aufhören zu arbeiten, sondern viel lieber eine flexible Arbeitswelt auch im Alter nutzen...

4. Und es muss endlich das Thema "Bedingungsloses Grundeinkommen" (BGE) konsequent angegangen werden. Einige verblendete Leute sollten aufhören, ihre schon lange ad Absurdum geführten Irrlehren, wie Kommunismus und Sozialismus als Staatsform, weiter zu verfolgen, und mit logischem Denken sowie Klar- und Weitsicht an die Sache rangehen. - Denn auch im BGE liegen Potenziale für vielfältige Problemlösungen, die von den politisch Verantwortlichen im Lande überhaupt noch nicht erfasst, geschweige denn begriffen worden sind.

Kurz gesagt: Die Menschen müssen aufhören, in alten Denkmustern gefangen zu bleiben. Sie müssen freier und zugleich in größeren Zusammenhöngen denken...

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