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Moskau

14.01.2020

Gespräche über Waffenstillstand in Libyen gescheitert

Blick in eine ungewisse Zukunft: Soldaten der von den Vereinten Nationen anerkannten Regierung beobachten die Front nahe von Tripolis.
Bild: dpa

Keine dauerhafte Waffenruhe für Libyen: Die Gespräche in Moskau unter Leitung türkischer und russischer Diplomaten sind anders verlaufen als gedacht.

Die Verhandlungen über einen dauerhaften Waffenstillstand für das Bürgerkriegsland Libyen sind nach Darstellung des russischen Außenministers Sergej Lawrow vorerst gescheitert. Die Unterredungen seien ohne Ergebnisse zu Ende gegangen, sagte der russische Chefdiplomat bei einem Besuch in Sri Lanka am Dienstag. Russland und die Türkei wollten ihre Bemühungen aber fortsetzen. 

Der einflussreiche General Chalifa Haftar sei aus Moskau abgereist, ohne die Vereinbarung über einen Waffenstillstand zu unterschreiben, teilte das russische Außenministerium der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Verhandlungen, die am Montag zusammen mit türkischen und russischen Diplomaten begonnen hatten, waren zunächst ins Stocken gekommen.

Waffenruhe in Libyen: Sergej Lawrow sprach noch von Fortschritten

Nach russischen Angaben hatte der Chef der international anerkannten Regierung, Fajis al-Sarradsch, das Dokument zum Waffenstillstand unterzeichnet. Lawrow sprach noch von Fortschritten. Haftar erbat sich jedoch Bedenkzeit bis Dienstagmorgen. Bereits am Sonntagmorgen war eine vorläufige Waffenruhe in Libyen in Kraft getreten, die jedoch brüchig blieb. Haftars Seite hatte damals der türkisch-russischen Forderung zugestimmt.

Zu einem direkten Treffen von Vertretern der Sarradsch-Regierung mit Haftar, dessen Truppen mit Hilfe verbündeter Milizen etwa 80 Prozent des Landes beherrschen, soll es in Moskau nicht gekommen sein. Der Vorsitzende des Hohen Staatsrats, Chalid al-Mischri, sagte dem libyschen TV-Sender Al Ahrar zufolge: "Wir haben uns geweigert, uns mit Haftar zu treffen, und werden unter keinen Umständen mit ihm an einem Tisch sitzen. Unsere Gespräche in Moskau führen wir mit der Türkei und Russland." 

Die Gespräche in Moskau sollten auch den Weg für eine mögliche Friedenskonferenz in Berlin ebnen. Deutschland will im Rahmen des sogenannten Berliner Prozesses schon seit längerem eine Konferenz organisieren, um die wichtigsten internationalen Akteure im Konflikt an einen Tisch zu bringen. 

Bürgerkrieg in Libyen tobt seit 2011

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte am Montag gesagt, dass er am Wochenende dafür in Berlin sein und nach derzeitigem Stand gemeinsam mit Kremlchef Wladimir Putin und dem italienischen Ministerpräsidenten Giuseppe Conte teilnehmen werde. Der Sender CNN Türk hatte berichtet, die Konferenz werde am Sonntag stattfinden.

Die Bundesregierung in Berlin bestätigte den Termin zunächst nicht offiziell. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Montag: "Die Vorbereitungen auf eine solche Konferenz laufen. Sie soll auf jeden Fall im Januar hier in Berlin stattfinden."

Der Bürgerkrieg in Libyen tobt seit dem vom Westen unterstützten Sturz des Langzeitherrschers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011. Die Türkei unterstützt die Regierung von Ministerpräsident Al-Sarradsch und hatte trotz internationaler Kritik begonnen, eigene Soldaten nach Libyen zu schicken. Russland stärkt dagegen - wie Ägypten, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) - General Haftar, der im vergangenen Jahr eine Offensive auf die Hauptstadt Tripolis begonnen hatte. (dpa)

Lesen Sie dazu auch: Ein Funken Hoffnung für das Kriegsland Libyen

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