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Gipfeltreffen
12.06.2018

Experte: Nach Nordkorea-Deal muss noch Jahre verhandelt werden

Kim Jong Un und Donald Trump haben sich auf eine Vereinbarung geeinigt.
Foto: Evan Vucci, dpa

Trump und Kim haben ihr Treffen beendet. Ob "Denuklearisierung" wirklich erreicht werden kann, hält der Münchner Politikwissenschaftler Frank Sauer für fraglich.

US-Präsident Donald Trump und der nordkoreanische Diktator Kim Jong Un haben nach ihrem Gipfeltreffen tatsächlich ein gemeinsames Schriftstück unterzeichnet, das Trump als ein "sehr wichtiges Dokument, ein ziemlich umfassendes Dokument" bezeichnete. Kim kündigte unterdessen an: "Die Welt wird eine große Veränderung erleben."

Auf vier Punkte haben sich die beiden geeinigt, darunter auch die vollständige atomare Abrüstung der koreanischen Halbinsel. Politikwissenschaftler Dr. Frank Sauer forscht an der Universität der Bundeswehr in München zum Thema internationale Sicherheit und hat sich in diesem Zusammenhang auch mit dem Thema Nuklearwaffen auseinandergesetzt. Am Morgen nach dem Gipfeltreffen hat er drei Fragen zu den Gesprächen in Singapur beantwortet:

Wie schätzen Sie das Treffen zwischen Trump und Kim ein?

Dr. Frank Sauer: Ich würde mir nicht zu viel davon versprechen. Das war erstmal ein groß angelegter PR-Stunt und für Kim extrem bedeutend, weil es ihn und sein Land aus der Isolation holt. Grundsätzlich ist es aber natürlich gut, dass die beiden miteinander sprechen. Jeder Schritt in Richtung Denuklearisierung ist ein Schritt in die richtige Richtung. Und es ist auf alle Fälle besser als "Feuer und Wut"-Reden oder Nordkorea eine "bloody nose", also einen militärischen Entwaffnungsschlag anzudrohen.

Der historische Handschlag:  Im vergangenen Jahr haben sich Machthaber Kim Jong Un und US-Präsident Donald Trump  noch gegenseitig mit Krieg gedroht.
8 Bilder
So lief das Treffen von Donald Trump und Kim Jong Un
Foto: Evan Vucci, dpa

Wird das Treffen, das von manchen ja schon im Voraus als historischer Moment gefeiert wurde, langfristig etwas für die Weltsicherheit bewirken?

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Sauer: Der Gipfel ist, wie alles was mit Trump zusammenhängt, ziemlich verrückt. Was heute noch ganz positiv aussieht, zerlegt Trump morgen vielleicht schon wieder mit einem Tweet. Bei der G7 hinterlässt er gerade einen diplomatischen Scherbenhaufen. Dass er sich einfach so aus dem Iran-Abkommen zurückgezogen hat, zeigt auch, dass er absolut kein Verständnis für Verhandlungen dieser Art hat. Aber vielleicht haben wir diesmal ja Glück. Eine kaputte Uhr zeigt ja auch immerhin zwei mal am Tag die richtige Zeit an.

Was muss passieren, dass es einen langfristigen Erfolg gibt?

Sauer: Derzeit befinden wir uns auf dem Level der Absichtsbekundungen. Man will eine komplette, verifizierbare und unumkehrbare Denuklearisierung erreichen. Gerade die Verifzierung ist kompliziert. Dazu müssen einige diplomatische und technische Instrumente eingerichtet werden. Es sind viele Detailfragen zu klären, die garantiert über Jahre hinweg verhandelt werden müssen. Wichtig ist jetzt, dass das in die Hände von Experten übergeben wird, von Diplomaten, die sich mit dem ganzen Themenkomplex Denuklearisierung auskennen. Es bleibt spannend.

Link: Neuigkeiten zu Nordkorea lesen Sie auch hier in unserem News-Blog.

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