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Porträt

16.07.2016

Greg Burke, der neue Sprecher des Papstes

Greg Burke wird im August neuer Vatikansprecher.
Bild: Maurizio Brambatt/dpa

Greg Burke wird im August neuer Vatikansprecher. Der ehemalige Journalist ist nicht nur frommer Katholik, sondern auch Fachmann für Krisen-Kommunikation.

Es ist das Jahr 2012, als Greg Burke die Seiten wechselt. Damals arbeitet der US-Amerikaner bereits seit Jahrzehnten in Rom. Unter anderem als Korrespondent für so bedeutende US-Medien wie das Nachrichtenmagazin Time oder den TV-Sender Fox News. Ein Unbekannter ist Burke also keineswegs, als er – noch unter Papst Benedikt XVI. – eine Schlüsselstellung im Vatikanapparat erhält. Es sind brenzlige Zeiten für die katholische Kirche; sie muss sich erklären. Und ein professioneller Erklärer wie Burke soll ihr helfen.

Burke verdankt seinen Aufstieg "Vati-lekas 2"

Der wird Kommunikationsberater im vatikanischen Staatssekretariat, mitten im „Vatileaks“-Skandal um vom Schreibtisch des Papstes gestohlene Geheimdokumente. Nach dem Missbrauchsskandal steht die Kirche 2012 wieder weltweit in der Kritik, es hagelt Negativschlagzeilen. Dass Burke zum Vatikansprecher aufsteigt, wird mit „Vati-leaks 2“ in Verbindung gebracht, jenen Enthüllungen von Journalisten, die 2015 aufs Neue einen Abgrund an Verschwendungssucht und Kungelei im Vatikan offenbaren.

Erst kürzlich endete ein Vati-leaks-Prozess. Von den fünf Angeklagten, die sich im Zusammenhang mit der Veröffentlichung vertraulicher Unterlagen verantworten mussten, sprach das vatikanische Gericht drei frei, darunter die italienischen Enthüllungsjournalisten Fittipaldi und Nuzzi.

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Vom 1. August an ist es nun an Burke, in verantwortlicher Position die Medienstrategie des Papstes umzusetzen. Es soll künftig offener und moderner kommuniziert werden. Auch um Skandalen vorzubeugen. Franziskus traut Burke das ganz offensichtlich zu.

Burke wird die Reformen des Papstes publik machen

Er weiß, was er an dem 56-Jährigen hat – und zwar nicht zuletzt einen frommen Katholiken. In seiner Heimatstadt St. Louis besuchte Burke ein Jesuitengymnasium. Später, als Journalist, trat er der konservativen katholischen Laien-bewegung Opus Dei bei. Ihr hält er als zölibatär lebender „Numerarier“ die Treue.

Burke, der seit Dezember Vizedirektor des Pressesaals des Heiligen Stuhls ist, wird es vermutlich leichter haben als sein Vorgänger. Der 73-jährige Jesuitenpater Federico Lombardi hat den Vatikan durch schwierigste Zeiten geführt. Burke kann sich jetzt darauf konzentrieren, die von Franziskus eingeleiteten Reformen publik zu machen.

Dass er für so etwas ein Händchen hat, zeigte er als Time-Journalist. Das Magazin kürte Papst Johannes Paul II. 1994 zum „Mann des Jahres“ und berief sich dabei zweifellos auf seinen Rom-Korrespondenten.

Unter Journalisten ist Burke als hilfsbereit bekannt

Burke ist unter Journalisten als hilfsbereit bekannt. Sie sind gespannt, wie er sein Amt gestalten wird. Zu seinen Aufgaben zählen unter anderem die Veröffentlichung des täglichen Bulletins sowie die Einberufung und Durchführung von Pressekonferenzen. Zu seinen Talenten sollte zudem diplomatisches Geschick gehören – um so manche missverständliche Äußerung von Papst Franziskus zurechtzurücken.

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