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Grenzkontrollen
02.08.2019

Kind an Bahnhof getötet: Seehofer will Kontrollen an Schweizer Grenze

Bundesinnenminister Horst Seehofer: "Werde alles in die Wege leiten, um intelligente Kontrollen an der Grenze vorzunehmen."
Foto: Kay Nietfeld, dpa

Bundesinnenminister Horst Seehofer plant, Kontrollen an der Grenze zur Schweiz einzuführen. Grund dafür ist der tödliche Vorfall am Hauptbahnhof in Frankfurt.

Nach der Tötung eines Kindes am Frankfurter Hauptbahnhof will Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) Kontrollen an der Schweizer Grenze einführen. Ein in der Schweiz lebender Eritreer soll den Jungen dort vor einen fahrenden Zug gestoßen haben.

"Ich werde alles in die Wege leiten, um intelligente Kontrollen an der Grenze vorzunehmen", sagte Seehofer dem Magazin Der Spiegel. 2018 seien 43.000 unerlaubte Einreisen nach Deutschland registriert worden. "Diesem Umstand müssen wir begegnen, durch eine erweiterte Schleierfahndung und anlassbezogene, zeitlich befristete Kontrollen auch unmittelbar an der Grenze - auch an der Grenze zur Schweiz." Bis September wolle er ein entsprechendes Konzept vorlegen. Schon am Dienstag hatte Seehofer in allgemeiner Form eine Ausweitung der Grenzkontrollen und Beratungen zur Sicherheit an Bahnhöfen angekündigt.

Seehofer will Sicherheitsvorkehrungen an Bahnhöfen erhöhen

Seehofer will dem Bericht zufolge zudem die Sicherheitsvorkehrungen an den Bahnhöfen erhöhen. Etwa über Schleusen oder Sperren, wie sie in London oder Paris an Bahnsteigen zum Einsatz kommen, solle diskutiert werden. Im September werde es hierzu ein Treffen mit Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), dem Bahn-Vorstand sowie Experten für Bahnsicherheit geben, kündigte Seehofer an. Die Kosten für die Maßnahmen könnten in die Milliarden Euro gehen: "Über die Jahre werden wir mit einem Millionenbetrag nicht auskommen", sagte der Minister.

Nach der Attacke in Frankfurt will Seehofer Grenzkontrollen zur Schweiz einführen.
Foto: Arne Dedert, dpa (Archiv)

Der FDP-Innenpolitiker Benjamin Strasser warf Seehofer vor, er wolle politisches Kapital aus der Tat von Frankfurt schlagen. "Auch den mutmaßlichen Frankfurter Täter hätte man mit solchen Kontrollen nicht gestoppt, da gegen ihn keine europaweite Ausschreibung zur Fahndung lief." Zudem seien heute schon stichprobenartige und anlassbezogene Kontrollen an der Grenze zur Schweiz möglich. (dpa)

Lesen Sie auch diesen Kommentar: Attacke in Frankfurt: Unsere Debattenkultur ist überdreht.

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