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Verkehr

14.02.2020

Grüne fordern Tausend-Euro-Prämie für Million Lastenräder

Bisher gibt es die staatliche Lastenfahrrad-Förderung nur für Firmenkunden. Der Erfolg ist gering 
Bild: Arne Dedert

Exklusiv Das bisherige Bundesprogramm ist auf Firmen beschränkt und stieß auf nur 301 Anträge. Jetzt wollen die Grünen auch Privatleute fördern.

Es klingt nach einem guten Konzept. Statt mit dem Dieseltransporter sollen Paketboten und Handwerker mit einem Lastenfahrrad zu den Kunden kommen. Damit das Treten leichter fällt, unterstützt ein Elektromotor die Fahrt. Die Bundesregierung fördert den Kauf von Lastenrädern für Unternehmen mit bis zu 2500 Euro je Exemplar. Doch das Programm ist ein Reinfall, wie neueste Zahlen zeigen, die unserer Redaktion vorliegen. Im gesamten letzten Jahr wurden in ganz Deutschland gerade 301 E-Lastenräder bezuschusst.

Grüne sprechen von Armutszeugnis

Das geht aus einer Antwort auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion hervor. Ausgezahlt wurden 577.000 Euro. Für die Grünen ist die schwache Nachfrage eine verschenkte Chance, die Luft in den Städten besser zu machen und die Straßen vom Verkehr zu entlasten. "Dass die Bundesregierung im letzten Jahr nur 300 gewerbliche Lastenräder gefördert hat, ist ein Armutszeugnis. Doch Verkehrsminister Scheuer kümmert sich leider nur um das Mautdesaster“, sagte Grünen-Chefhaushälter Sven-Christian Kindler unserer Redaktion.

Die Partei fordert ein zunächst mit 250 Millionen Euro ausgestattetes Förderprogramm, das auch für Privatleute geöffnet werden soll. „Der Bund sollte zu jedem neuen Lastenrad, ob für Handwerker oder Familie, 1000 Euro dazugeben. Das wäre gut investiertes Geld“, meinte der Abgeordnete aus Hannover. Damit, so die Hoffnung der Grünen, könnten bis 2024 eine Million neue Lastenräder mehr auf Deutschlands Straßen unterwegs sein.

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E-Auto-Prämie kommt nur schleppend voran

In der Tat hat der Zuschuss des Bundes für Elektroautos eine viel größere Dimension. Bereit stehen dafür 600 Millionen Euro. Die Bundesregierung wollte damit 300.000 Euro E-Wagen subventionieren. Doch das Interesse der Autokäufer ist verhalten, auch wenn die Nachfrage nach dem Bonus zuletzt zugelegt hat. Seit dem Start des Programms im Jahr 2016 ist mit knapp 174.000 Pkw erst etwas mehr als die Hälfte des einst angepeilten Volumens erreicht. Um mehr Käufer zu locken, hat die Bundesregierung die Prämie erhöht.

 Anfang der Woche gestattete die EU-Kommission die Aufstockung. Bis zu einem Listenpreis von 40.000 Euro gibt es nun einen Zuschuss von 6000 Euro und damit 2000 Euro mehr als früher. Hybride, die Strom und Sprit tanken können, erhalten 4500 Euro Zuzahlung und damit 50 Prozent mehr, wenn sie weniger als 40.000 Euro kosten. Bei teureren Modelle sinkt der Umweltbonus. Die Prämien werden je zur Hälfte vom Bund und der Autoindustrie getragen. Trotz der höheren Förderung sind nach wie vor nur ein Drittel der Deutschen bereit, sich ein Elektro-Auto zuzulegen, wie eine neue Umfrage ergeben hat.

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