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28.05.2007

Hintergrund: Die Affäre reichte bis in die Chefetagen

In der VW-Affäre geht es um Schmiergelder und um Vergnügungsreisen, Bordellbesuche teure Geschenke und Partys - alles auf Firmenkosten.

Braunschweig (dpa) - In der VW-Affäre geht es um Schmiergelder und um Vergnügungsreisen, Bordellbesuche, teure Geschenke und Partys - alles auf Firmenkosten.

Sie war im Juni 2005 ins Rollen gekommen. Im Zuge der Affäre waren unter anderem der frühere Arbeitsdirektor Peter Hartz und Ex-Betriebsratschef Klaus Volkert zurückgetreten. Hartz sowie der frühere SPD-Bundestagsabgeordnete Hans-Jürgen Uhl sind inzwischen verurteilt worden. Am Freitag wurden auch Volkert und Ex-Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer verurteilt.

Der Skandal war im Juni 2005 ans Licht gekommen. Schlüsselfiguren sind neben Volkert und Hartz auch Gebauer sowie der Ex-Personalchef der tschechischen VW-Tochter Skoda, Helmuth Schuster. Schuster und Gebauer sollen Schmiergelder verlangt und mit Hilfe eines weltweiten Netzes von Tarnfirmen Geld auf eigene Konten umgeleitet haben, das eigentlich VW zugestanden hätte. Die Ermittlungen der Justiz in diesem Komplex laufen noch, ein Ende des Verfahrens ist nicht absehbar.

Später wurden auch Vergnügungsreisen und Partys bekannt, die etwa über Eigenbelege bei VW abgerechnet wurden. Unter anderem sollten damit Betriebsräte auf Unternehmenslinie gehalten werden. Insgesamt gab es in der VW-Affäre anfangs 14 Beschuldigte.

Der frühere VW-Chef und jetzige Vorsitzende des Aufsichtsrats Ferdinand Piëch hat jede Verwicklung in die Affäre bestritten. Im Zuge des Skandals kam aber auch das sogenannte "System VW" in Misskredit - es bestand darin, dass Vorstand, Arbeitnehmervertreter und die politisch Verantwortlichen des Landes Niedersachsen "Hand in Hand" dafür sorgten, Arbeitsplätze zu sichern.

Im ersten Prozess der Affäre war Ex-Arbeitsdirektor Hartz im Januar vom Landgericht Braunschweig nach einem umstrittenen Justiz- Deal zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung sowie einer Geldstrafe von rund 576_000 Euro verurteilt worden. Er hatte gestanden, Volkert mit Sonderzahlungen in Millionenhöhe "gekauft" zu haben.

Im zweiten Prozess wurden am Freitag Volkert zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten und Gebauer zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt.

Der frühere VW-Betriebsrat Uhl war Mitte Juni vom Amtsgericht Wolfsburg zu einer Geldstrafe von 39_200 Euro verurteilt worden. Er hatte nach langem Leugnen eingeräumt, an Sexpartys auf Firmenkosten teilgenommen zu haben.

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