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Hintergrund
14.09.2020

Die USA leitet Trendwende im Nahen Osten ein

Die Flaggen von den USA den Vereinigten Arabischen Emiraten, Israel und Bahrein flattern in Israel als Symbol für die Annäherung.
Foto: Ariel Schalit, dpa

Der US-Präsident besiegelt im Weißen Haus die Abkommen zwischen Israel, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain.

Den Washington-Reisenden vom Golf gab der saudische König Salman vergangene Woche noch eine deutliche Mahnung mit auf den Weg. Er unterstütze eine „permanente und faire Lösung“ für die Palästinenser, ließ der 84-Jährige nach einem Telefonat mit Donald Trump wissen. Zuvor hatte der US-Präsident den betagten Monarchen erneut bedrängt, sich den Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) anzuschließen und die Beziehungen zu Israel zu normalisieren.

Saudi-Arabien verweigert bisher noch jegliche Hilfe

Doch Salman blieb hart. Solange er in Saudi-Arabien das Zepter in der Hand hält, bleibt es bei der traditionellen Loyalität gegenüber den Palästinensern. Zu groß sind die Widerstände in der eigenen Bevölkerung. Um sich jedoch von dem ärgsten Trump-Druck zu entlasten, schickte das Königreich vor drei Tagen seinen kleinen Vasallen Bahrain vor, dessen Außenminister Abdullatif bin Rashid Al Zayani nun am Dienstag Seite an Seite mit seinem emiratischen Amtskollegen Abdullah bin Zayed im Weißen Haus seine Unterschrift unter die Verträge mit Israels Premier Benjamin Netanjahu setzen wird. Seit saudische Truppen während des Arabischen Frühlings 2011 dem bedrängten sunnitischen Königshaus von Bahrain halfen, seine Macht gegen schiitische Massendemonstrationen zu verteidigen, ist der Zwergstaat weitgehend von Riad abhängig – politisch und auch finanziell.

Die Position der Palästinenser in der Arabischen Liga gerät ins Wanken

Nach Ägypten 1979 und Jordanien 1994 brechen mit Bahrain und den VAE erstmals seit Jahrzehnten wieder Staaten aus der Phalanx der Arabischen Liga aus, die bisher jede Normalisierung an eine Zwei-Staaten-Lösung zwischen Israel und den Palästinensern koppelte. Wie weit diese Trendwende reicht, zeigte sich am Sonntag beim Treffen der Arabischen Liga in Kairo, als eine palästinensische Protestresolution keine Mehrheit mehr fand.

Stattdessen mehren sich die Anzeichen, dass Staaten wie Oman, Kuwait und Sudan bald folgen könnten. Auch Qatar kooperiert intensiv mit Israel, um den Gazastreifen mit Baumaterial und Lebensmitteln zu versorgen. Nach Presseberichten will Marokko wie die Emirate bald Direktflüge nach Tel Aviv einrichten. Die Türkei und der Iran, die heute zu den schärfsten Kritikern der neuen Normalisierung gehören, waren 1948 die ersten beiden muslimischen Staaten, die Israel nach seiner Staatsgründung diplomatisch anerkannten. Entsprechend gereizt reagierten Geschäftsleute aus Dubai dieser Tage auf die wütenden Proteste aus Ankara. „Schon möglich, dass wir hassen, was Israel den Palästinensern antut“, sagte einer von ihnen. „Aber wir lassen uns nicht schulmeistern von einer Türkei, die schon seit Ewigkeiten Beziehungen zu Israel unterhält.“

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