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Amerika-Gipfel

12.04.2015

"Historischer Moment": Obama und Castro beenden Kalten Krieg

Eine Stunde lang haben sich US-Präsident Barack Obama und Kubas Staatschef Raúl Castro über die Beziehung beider Länder ausgetauscht.
Bild: Mandel Ngan/afp

Beim Amerika-Gipfel in Panama beendeten Barack Obama und Raúl Castro den Kalten Krieg zwischen ihren Ländern. Beiden Staatsführern ist bewusst, dass die Annäherung Geduld erfordert.

Obama sprach von einem "historischen Moment" als er seinem kubanischen Kollegen Raúl Castro am Samstag beim Amerika-Gipfel in Panama traf. Der US-Präsident und Castro beendeten den Kalten Krieg zwischen ihren Ländern und schlugen somit ein neues Kapitel in der Geschichte auf. Händeschütteln, Lächeln und Scherzen trugen zu einem einstündigen "offenem" und "ehrlichem" Gespräch bei.

Die beiden Staatsführer unterscheiden sich vor allem in ihrer Weltsicht. Auf der einen Seite die kapitalistische Großmacht, auf der anderen Seite der kommunistische Inselstaat: Trotzdem kamen sie zu einer Einigung. Nach 18 Monaten Geheimverhandlungen verkündeten Obama und Castro dann am 17. Dezember vergangenen Jahres, ihre Beziehungen normalisieren zu wollen.

Castro und Obama bestätigen Feindschaft zu beenden

In Panama bestätigten beide Präsidenten ihre Bereitschaft, die Feindschaft ihrer Länder hinter sich zu lassen. "Nach 50 Jahren gescheiterter Politik ist es nun an der Zeit, etwas Neues auszuprobieren", sagt Obama. Er dankte bei dem Treffen Castro für seinen "Geist der Offenheit und Höflichkeit". Castro bezeichnete Obama in seiner Rede vor den Teilnehmern des Gipfeltreffens der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) in Panama-Stadt als einen "ehrlichen Mann".

Castro scherzte in der Rede, ihm stünden laut Protokoll nur acht Minuten Redezeit zu. "Doch da ihr mir sechs Gipfel schuldet, von denen ihr uns ausgeschlossen habt, ist es sechs mal acht gleich 48", so Castro - und sorgte damit für Gelächter. Es war das erste Mal, dass Kuba seit Gründung der OAS 1994 zu einem der Gipfeltreffen eingeladen war.

Obama setzt weiterhin auf Demokratie und Menschenrechte

Trotz der Herzlichkeit machten beide Staatsführer deutlich, dass Differenzen bestehen bleiben. In seiner Gipfelrede sagte Obama, es sei "kein Geheimnis, dass zwischen unseren beiden Ländern weiterhin bedeutende Unterschiede bestehen." Castro und er hätten "sehr unterschiedliche Ansichten darüber, wie eine Gesellschaft organisiert sein sollte". Er werde auch nicht aufhören, über Demokratie und Menschenrechte zu sprechen. Castro sagte, er sei bereit, über "alles" zu reden, warnte jedoch, die Annäherung ihrer Länder werde "viel Geduld" erfordern.

Das Verhältnis der kapitalistischen Großmacht zu dem kommunistischen Inselstaat changiert zwischen frostig und feindlich, seit Raúls älterer Bruder Fidel Castro 1959 den von den USA gestützten Machthaber Fulgencio Batista stürzte und die Karibikinsel vor der US-Haustür in ein Bündnis mit der Sowjetunion führte.

So kam es dazu, dass die USA 1961 ihre Beziehung zu Cuba abbrach. Ein Jahr später verhängte Washington ein Handelsembargo. Während die US-Präsidenten wechselten, gab in Havanna weiter Fidel Castro den Ton an. Erst als der charismatische Revolutionsführer 2006 wegen Krankheit die Führung an seinen jüngeren Bruder Raúl übergab, deutete sich eine Öffnung zum Erzfeind im Norden an. AZ/afp

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