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Machtwechsel zeichnet sich ab

27.10.2019

Hohe Beteiligung bei Präsidentenwahl in Argentinien

Kandidat der Peronisten: Alberto Fernández (r).
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Kandidat der Peronisten: Alberto Fernández (r).
Bild: Natacha Pisarenko/AP/dpa

Argentinien steckt - wieder einmal - in einer schweren Wirtschaftskrise. Das könnte für den Präsidenten Mauricio Macri zur Konsequenz haben, dass für ihn nach einer Amtszeit Schluss ist. Es würde auch die Rückkehr einer alten Bekannten bedeuten.

Die Argentinier sind in großer Zahl an die Wahlurnen gegangen, um über den Staats- und Regierungschef ihres krisengeschüttelten Landes zu entscheiden.

Die zwei aussichtsreichsten Kandidaten, Präsident Mauricio Macri und sein peronistischer Herausforderer Alberto Fernández, gaben am Sonntagmittag (Ortszeit) in ihren jeweiligen Wahllokalen in Buenos Aires ihre Stimmen ab.

Beide 60-Jährigen sprachen von einem historischen Tag. Angesichts einer deutlichen Führung von Fernández in Umfragen ging es für viele Beobachter vornehmlich darum, ob Macri sich noch in eine Stichwahl retten kann.

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Bei den allgemeinen Vorwahlen im August hatte der Mitte-Links-Bewerber Fernández knapp 48 Prozent der Stimmen bekommen. Macri, der konservative Unternehmer und frühere Regierungschef der Hauptstadt, kam nur auf 32 Prozent. Zu einer Stichwahl kommt es, wenn kein Kandidat entweder mindestens 45 Prozent der Stimmen erhält oder mindestens 40 Prozent mit einem Vorsprung von mindestens zehn Prozentpunkten.

Die Wahlbeteiligung sei deutlich höher als bei den Vorwahlen, sagte Macri am Sonntag vor Reportern. Nach Zahlen der Wahlbehörde übertraf sie um zwei Prozentpunkte die Beteiligung zur selben Zeit bei den Vorwahlen - damals waren es letztlich 76,4 Prozent. Im Ausland sei eine Rekordzahl an Stimmen abgegeben worden, erklärte Macri.

Ein Sieg für Fernández würde eine Rückkehr der direkten Vorgängerin Macris, Cristina Kirchner, in die Regierung bedeuten - die 66-Jährige ist Fernández' Vizekandidatin. Gegen Kirchner laufen mehrere Verfahren wegen Korruptionsvorwürfen. Sie ist derzeit Senatorin und genießt daher Immunität.

Argentinien steckt erneut in einer schweren Wirtschafts- und Finanzkrise, obwohl der Internationale Währungsfonds (IWF) dem südamerikanischen Land im vergangenen Jahr einen Bereitschaftskredit von 57 Milliarden US-Dollar gewährte. Die Inflationsrate liegt bei mehr als 50 Prozent. Allein im vergangenen Jahr rutschten nach Angaben der Statistikbehörde 3,4 Millionen Argentinier in die Armut ab. Der Kampf gegen die Armut war eines der wichtigsten Wahlversprechen Macris vor vier Jahren.

Die Landeswährung Peso wertete nach den Vorwahlen zum wiederholten Male stark ab. Viele Anleger fürchten offenbar eine Rückkehr Kirchners an die Macht. Sie steht für eine protektionistische Wirtschaftspolitik und eine konfliktreiche Beziehung zum IWF.

Fernández gilt als gemäßigt und ist nicht durch Korruptionsvorwürfe belastet. Er war Kabinettschef während der vierjährigen Präsidentschaft von Kirchners Ehemann, dem inzwischen gestorbenen Néstor Kirchner. Er übte das Amt auch noch in den ersten Monaten der darauf folgenden Amtszeit von Cristina Kirchner aus. Sie regierte von 2007 bis 2015.

Entschieden wird auch über die Hälfte der Sitze im Abgeordnetenhaus und ein Drittel des Senats sowie Gouverneure in drei Provinzen und den Regierungschef von Buenos Buenos Aires. Mit ersten Ergebnissen wird ab 21 Uhr (1 Uhr am Montag MEZ) gerechnet. Der Wahlsieger soll das Präsidentenamt am 10. Dezember antreten. (dpa)

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