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Holocaust und Hitler-Fans: Protest gegen Nazi-Gruppen bei Facebook

Holocaust und Hitler-Fans

Protest gegen Nazi-Gruppen bei Facebook

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    Wirbel um Facebook: Das Online-Netzwerk beherbergt hunderte Seiten, auf denen sich "Fans" von Waffen-SS, Holocaust und Hitler tummeln. Jetzt schlagen deutsche Blogger Alarm. Von Sascha Borowski

    Facebook

    ist eines der größten Sozialen Netzwerke der Welt. Rund 200 Millionen Mitglieder verzeichnet die Online-Community, die ihren Firmensitz in

    Kalifornien

    hat. Anfang 2008 stiegen die deutschen Jamba-Gründer Alexander, Marc und

    Oliver Samwer

    bei

    Facebook

    ein. Seitdem versucht das Netzwerk verstärkt, auch den deutschen Markt zu erobern. Mit beachtlichem Erfolg: Aktuell sollen schon zwei Millionen Deutsche registriert sein,

    berichtete

    Facebook-Gründer

    Mark Zuckerberg

    kürzlich.

    Entsprechend pikant ist das, was die Betreiber des wirtschaftskritischen Blogs boocompany.com jetzt herausgefunden haben. Unter der Überschrift "Nazisumpf facebook" berichten die Blogger von "mehreren hundert" Facebook-Seiten mit rechtsextremen Inhalten. Darunter fänden sich neben "Fan- und Profilseiten vieler Naziverbrecher" auch "die Gewaltherrschaft verherrlichende Fanseiten in allen Ausprägungen".

    Konkret aufgeführt werden bei boocompany rund 200 Seiten, die sich zum Beispiel "Großdeutschland", "Erwin Rommel Fan Club", "Holocaust Party" oder schlicht "Adolf Hitler" nennen. Einen wissenschaftlichen Hintergrund scheinen nur die wenigsten dieser Seiten zu haben, wie Stichproben zeigen. Stattdessen geht es zumeist um rechte Propaganda und Verherrlichung der Nazi-Zeit. Auf einigen Seiten wird gegen Juden und Israel gehetzt, auf anderen der Holocaust geleugnet - was nach deutschem Recht schlichtweg strafbar ist.

    Boocompany und seine anonyme Chef-Bloggerin "lanu" fordern Facebook in ihrem offenen Brief dazu auf, die fragwürdigen Seiten und Profile zu löschen und entsprechende Inhalte für Deutschland zu filtern. Anderenfalls werde man Strafanzeige erstatten, wegen Volksverhetzung, "Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen" und "Verbreiten von Propagandamitteln verfassungswidriger Organisationen".

    Facebook reagierte auf die Erkenntnisse der deutschen Blogger recht schnell. Bereits am Mittwochnachmittag waren mehrere der genannten Seiten und Profile gelöscht und damit nicht mehr abrufbar. "Wir nehmen unsere eigenen Richtlinien sehr ernst und löschen sofort jede Gruppe, die gegen sie verstößt", zitierte der Branchendienst Meedia.de einen Facebook-Sprecher.

    Ob die Löschungen aus Angst vor der deutschen Justiz erfolgen, blieb dabei offen. Möglicherweise hat Facebook auch einfach Sorge, Werbekunden zu verprellen. Denn in dem Netzwerk werden auf den Gruppen- und Profilseiten Anzeigen geschaltet - auch von renommierten deutschen Unternehmen.

    Und die dürften wenig Interesse daran haben, im Umfeld von Hitler-Fans und Holocaust-Leugnern zu erscheinen.

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