1. Startseite
  2. Politik
  3. IS-Chef meldet sich zurück

Terror

30.04.2019

IS-Chef meldet sich zurück

In einem neuen Video droht IS-Oberhaupt Abu Bakr al-Bagdadi dem Westen und seinen Verbündeten.
Bild: afp

Abu Bakr al-Bagdadi gehört zu den meistgesuchten Terroristen der Welt. Jetzt gibt er in einem Video ein Lebenszeichen

Der mehrfach für tot erklärte IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi hat sich erstmals seit fünf Jahren in einem Video gezeigt. In der mehr als 18 Minuten langen Aufnahme droht al-Bagdadi dem Westen und seinen Verbündeten damit, der IS werde seinen Kampf gegen die „Ungläubigen“ fortsetzen. Die Terrorangriffe von Sri Lanka mit mehr als 250 Toten bezeichnete er als Vergeltung für die Zerstörung des vom IS ausgerufenen Kalifats in Syrien und im Irak: „Das ist Teil der Rache, die die Kreuzfahrer erwartet.“

Anhänger des IS verbreiteten das Video am Montagabend über die üblichen Kanäle der Dschihadisten im Internet. In dem Teil über Sri Lanka ist nur al-Bagdadis Stimme zu hören, er selbst aber nicht zu sehen. Das könnte dafür sprechen, dass dieser erst nach der eigentlichen Videoaufnahme hinzugefügt wurde. Al-Bagdadi war zuletzt im Juli 2014 in einem Video zu sehen gewesen. Damals hatte der IS gerade das Kalifat ausgerufen und al-Bagdadi zu dessen Oberhaupt erklärt.

Mittlerweile hat der IS sein gesamtes früheres Herrschaftsgebiet in Syrien und im Irak wieder verloren. In diesem Frühjahr nahmen Truppen der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) unter kurdischer Führung die letzte IS-Hochburg Baghus im Osten Syriens ein. Die Angriffe von Sri Lanka seien Rache für Baghus, sagte al-Bagdadi in dem neuen Video. Sie hätten die Herzen der Muslime erfreut. Dem als „Kreuzfahrer“ bezeichneten Westen drohte al-Bagdadi mit einem „Abnutzungskrieg“ und erklärte weiter: „Sie müssen wissen, dass der Dschihad bis zum Tag des Jüngsten Gerichts weitergeht.“

In dem Video sitzt al-Bagdadi in einem Raum auf dem Boden vor einer Waffe und spricht zu drei IS-Anhängern, deren Gesichter jedoch nicht zu erkennen sind. Schon seit langem wird gerätselt, wo sich der 47 Jahre alte IS-Chef aufhält. In der Vergangenheit hatte es mehrfach Meldungen gegeben, er sei bei Angriffen getötet oder verletzt worden. Mit dem von den USA ausgesetzten Kopfgeld von 25 Millionen Dollar (rund 22 Millionen Euro) ist al-Bagdadi einer der meistgesuchten Terroristen der Welt. (dpa)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren