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Argentinien

19.11.2018

In 907 Metern Tiefe

Gesunkenes U-Boot nach einem Jahr entdeckt. Kann es geborgen werden?

Nach der Entdeckung des vor einem Jahr verschollenen argentinischen U-Boots ARA San Juan schwanken die Angehörigen der 44 Opfer zwischen Erleichterung, Wut und Trauer. „Das Einzige, was zählt, ist, dass wir sie gefunden haben. Ich kann nicht aufhören zu weinen“, schrieb Luis Tagliapietra, der Vater eines der Soldaten, am Wochenende von Bord des Suchschiffs Seabed Constructor.

Eine Suchmannschaft der Firma Ocean Infinity hatte das gesunkene U-Boot rund 500 Kilometer östlich des Golfs San Jorge vor der patagonischen Küste geortet. Das Schiff sei in einer Tiefe von 907 Metern entdeckt worden, sagte der Kommandant der Marinebasis Mar del Plata den Angehörigen der Seeleute. „Die Hülle ist noch in einem Stück, sie ist total deformiert und implodiert, aber ohne nennenswerte Risse“, erklärte Kapitän Gabriel Attis.

Die ARA San Juan war am 15. November 2017 mit 44 Seeleuten auf der Fahrt von Ushuaia im äußersten Süden Argentiniens nach Mar del Plata verschwunden. Zuvor hatte es technische Probleme an Bord gegeben. Außerdem wurde in der Nähe der letzten bekannten Position des U-Boots eine Explosion registriert. Die ARA San Juan wurde im Auftrag der argentinischen Kriegsmarine von den damals dem Thyssen-Konzern gehörenden Nordseewerken in Emden gebaut und 1985 in Dienst gestellt.

„Ab heute wird sich ein Teil der Wunde schließen“, sagte Isabel Polo, die Schwester eines Seemanns. Jorge Villarreal, Vater eines weiteren Besatzungsmitglieds, sagte: „Jetzt wissen wir, wo unsere Kinder sind. Wir wollen ihnen den Abschied bereiten, den sie verdienen. So können wir Frieden finden.“

Ob das U-Boot und die Leichen der Seeleute aus 900 Metern Tiefe geborgen werden können, ist fraglich. „Wir verfügen noch nicht einmal über die Mittel, um in diese Tiefen zu gelangen“, sagte Verteidigungsminister Oscar Aguad. „Wir haben auch keine Ausrüstung, um ein solches Schiff zu bergen.“ Fernando Morales vom argentinischen Schifffahrtsverband sagte: „Das U-Boot bergen zu wollen, ist eine Utopie.“ (dpa)

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