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International
11.06.2014

Entwicklungsminister Müller beunruhigt über Terror in Nigeria

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller besucht Nigeria.
Foto: Soeren Stache/Archiv (dpa)

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller ist zu einem zweitägigen Besuch im westafrikanischen Nigeria eingetroffen. Am späten Dienstagabend landete der CSU-Politiker in der Wirtschaftsmetropole Lagos im Süden des Landes.

Dort will er sich Entwicklungsprojekte anschauen, die von Deutschland gefördert werden. Nigeria ist das bevölkerungsreichste und wirtschaftsstärkste Land Afrikas, wird aber seit Jahren vom Terror der islamistischen Boko Haram erschüttert.

Müller will Möglichkeiten einer stärkeren Zusammenarbeit mit Nigeria ausloten. "Nigeria ist das Ankerland Afrikas, an dem sich enorm viel für die Zukunft des Kontinents festmachen wird", sagte er auf dem Hinflug. Über die zunehmenden Anschläge der Boko Haram zeigte er sich beunruhigt. Den Terroristen gehe es um "Macht durch Schrecken".

Die Boko Haram mit Kontakten zur nordafrikanischen Al-Kaida-Ablegern führt im Norden Nigerias seit Jahren einen Krieg für einen islamischen Staat. Bei ihren Anschlägen und Angriffen wurden bereits mehrere tausend Menschen getötet, allein seit Anfang des Jahres sollen es etwa 1500 gewesen sein. Für weltweites Entsetzen sorgte vor zwei Monaten die Entführung von mehr als 200 Schülerinnen, die trotz aller internationaler Bemühungen bisher nicht befreit werden konnten. Erst am Dienstag wurden im Norden Nigerias wieder 22 junge Frauen verschleppt, vermutlich auch von der Boko Haram.

Müller will am Donnerstag in der Hauptstadt Abuja Aktivisten der Initiative "Bring back the girls" treffen, die sich für eine Befreiung der Mädchen einsetzen. Er wird anschließend auch von Präsident Goodluck Jonathan empfangen, dem Kritiker vorwerfen, sich zu wenig um das Schicksal der Mädchen zu kümmern.

Nigeria ist drei Mal so groß wie Deutschland, hat rund 170 Millionen Einwohner und kürzlich Südafrika als stärkste Wirtschaftsmacht des Kontinents abgelöst. Die wirtschaftliche Stärke basiert vor allem auf den riesigen Ölvorkommen im Nigerdelta. Dennoch leben mehr als 100 Millionen Nigerianer in Armut. Etwa 80 Prozent der Bevölkerung muss mit weniger als zwei US-Dollar pro Tag auskommen. (dpa)

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